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Oberhavel 2500 Punks in friedlicher Feierlaune
Lokales Oberhavel 2500 Punks in friedlicher Feierlaune
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11:20 08.08.2016
Wild, wilder, Punk: Die Fans rockten richtig ab. Quelle: Robert Roeske
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Kremmen

Das Punkfestival „Resist to Exist“, das am Wochenende drei Tage lang in Kremmen gastierte, umwehte ein Hauch von Apokalypse. Es erinnerte mit seiner abgeschiedenen Weite, der lauten Musik und der abgefahrenen Kleidung der Besucher an das surreale Untergangsszenario von George Millers cineastischer „Mad Max“-Reihe.

Aufgerissene Jeans, zerrupfte Strumpfhosen, bunte Irokesen-Frisuren, wahlweise rot-schwarz oder schwarz-weiß gestreifte Shirts mit Totenköpfen, Anti-Nazi-Symbolen und Bandnamen, schwere Boots oder gar keine Schuhe, Nieten an jedem Kleidungsstück. Das schrie nach Lautstärke – kein Wunder, dass die mehr als 40 Bands die Verstärker aufdrehen mussten, um die schrille Kleidung zu übertönen.

Strandfeeling auf dem Festivalgelände. Quelle: Roeske

2500 Punk- und Hardcore-Fans pilgerten über das Wochenende verteilt nach Kremmen. „Schon seit letzten Sonntag sind wir hier“, sagte einer der Organisatoren: Horst. So nennen ihn alle. Erste Abzäunungen wurden Montag aufgestellt, Weiden von Kuhmist befreit.

Später kamen zwei Bühnen hinzu, die immer im Wechsel bespielt wurden. Es gab sogar eine Cocktail-Bar, Strandliegen, Hängematten und einen Pool.

Knapp 400 ehrenamtliche Helfer waren am Festival beteiligt. Technik, Tresenkräfte, Security, Sanitäter, Caterer. Die Helfer kamen aus Hamburg, Leipzig, Nordrhein-Westfalen, Magdeburg. Der überwiegende Teil reiste jedoch aus Berlin an. Da hat sich das Festival in den vergangenen 13 Jahren etabliert und einen Namen gemacht.

Beliebt nach wie vor: Doesenbier und Irokese. Quelle: Roeske

Immer wieder neu dabei: Anwohner. „Ein paar Kremmener kamen schon vorbei“, so Horst. Das sei ihnen wichtig, die Verbindung mit der Umgebung. Deshalb werden Supermärkte eingeweiht. Wobei es da laut Kremmens Ortsvorsteher Eckhard Koop ein kleines Problem gibt: „Die Einkaufswagen kamen nicht zurück.“

Ganze Kolonnen zogen aus der Stadt mit Einkaufswagen aufs Festivalgelände, hinterließen unterwegs auch Schnapsflaschen. „Kein schönes Bild“, so Koop. Da müsste der Veranstalter nachbessern. Ansonsten sei nichts zu beanstanden gewesen. Lärm hätte er keinen gehört. „Da waren die Befürchtungen im Vorfeld groß. Zum Glück haben sie sich nicht bewahrheitet.“

Einmal durch die Zeltstadt schlendern. Quelle: Roeske

Durchgewunken hat das Fest der Abgeordnete und Geschäftsführer von Orion Agrar, Christoph Brunner. Er war von Anfang an nicht misstrauisch. „Ich habe gesehen, dass sie den Müll aufsammeln im Oranienburger Weg“, sagt er. Lidl und Edeka würden von dem Kaufansturm profitieren. Aldi nicht mehr. „Die haben leider einen Monat zu früh dicht gemacht.“ Lärm? Laut Brunner nicht wirklich.

Alles friedlich, vor allem die „netten Chaoten“, die Punks: „Viele kennen uns nur aus dem Fernsehen, wo wir oft Angst und Schrecken verbreiten sollen“, so Horst. Das nicht kommerzielle Festival „Resist to Exist“ will neben der Stellungnahme gegen Homophobie und Fremdenfeindlichkeit auch ein wenig aufklären über eine alternative Lebenskultur, die so laut wie friedlich ist. „Klar, es sind auch Idioten unter uns, aber die Arschlochquote ist bei uns ziemlich gering.“ Im nächsten Jahr wollen sie wiederkommen, die Punks. Gerade das etwas abgelegene Gelände mit seiner schieren Größe hat es ihnen angetan.

Selbst einen Pool gab es auf dem Gelände. Quelle: Roeske

Von Marco Winkler

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