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Oberhavel 3250 Jahre Regionalgeschichte
Lokales Oberhavel 3250 Jahre Regionalgeschichte
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18:59 05.06.2017
Spannende Festschrift: Nach der Eröffnungsveranstaltung wird munter über alte Aufnahmen und Anekdoten debattiert. Auf 50 Seiten hat Merve Beuth die Zabelsdorfer Dorfgeschichte zusammengefasst. Quelle: Helge Treichel
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Zabelsdorf

Nicht weniger als 3250 Jahre Regionalgeschichte wurden am Sonnabend in der Zabelsdorfer Sophienkirche gefeiert – nämlich das jeweils 750-jährige Bestehen von Badingen, Bergsdorf, Mildenberg und Zabelsdorf sowie das 250-jährige Bestehen von Kappe. Grundlage ist die am 29. November 1267 beurkundete Ersterwähnung im Zusammenhang mit einem Gebietstausch. Was genau damals geschah und welche Zeiten folgten zeigten Nachwuchsdarsteller vom Strittmatter-Gymnasium in drei Szenen aus der Geschichte.

Markgraf Johann II (Paul Jahn) und Bischof Heinrich I (Jannis Poltier) unterzeichnen die Urkunde über den Tausch von Kommunen. Quelle: Helge Treichel

In die Geburtstagsfeier der fünf Zehdenicker Ortsteile war ein ökumenischer Gottesdienst eingebettet, der dem Anlass festlichen Glanz verlieh. Superintendent Uwe Simon spannte in seiner Predigt den Bogen vom großen Jubiläum der Reformation bis zu den Höhepunkten „der eigenen kleinen Welt“. Viele Menschen erleben genau darin ihre glücklichsten Momente, aber auch ihre schwersten Stunden. Bis ins Jahr 1789 ließen sich Familiengeschichten im Kirchenbuch zurückverfolgen. Neben ihm ergriffen der katholische Pfarrer Thomas Höhle und – für viele überraschend – der genesene evangelische Pfarrer Günther Schobert das Wort.

Die Festveranstaltung in der Sophienkirche in Zabelsdorf. Quelle: Helge Treichel

Die Festansprache hielt Zehdenicks Bürgermeister Arno Dahlenburg (SPD), der zahlreiche Gäste begrüßte. Und er zog zugleich Parallelen von der „Absichtserklärung“ 1267 zu jener zwischen Landkreis und Stadt in der Gegenwart. Auch die neuerliche Absichtserklärung zur Neuordnung der Schullandschaft könnte dereinst in die Geschichte eingehen, sofern sie noch endgültig beschlossen wird. Sie soll sämtliche Schulabschlüsse am Bildungsstandort Zehdenick ermöglichen. Denn die Stadt habe eine außerordentlich positive Entwicklung genommen, die in Prognosen so nicht erwartet wurde. „Wir sind inzwischen Zweiter“, sagte Dahlenburg mit Blick auf die zweite Reihe um die Metropole Berlin herum. Der Zuzug übersteige die Wegzüge. Ein Drittel der Bauanträge stamme aus den Ortsteilen. Folge: Der Kitabedarf musste nach oben korrigiert werden, die Arbeitslosenquote sank von 25 auf unter zehn Prozent. Abgesehen vom Sonderfall Liebenwalde, liege Zehdenick auf Platz fünf der umsatzstärksten Kommunen in Oberhavel.

Milena Lebus (14) spielte „Heimat“ von Johannes Oerding und „Die Gedanken sind frei“. Quelle: Helge Treichel

Diese Entwicklung unterstrich Landrat Ludger Weskamp (SPD), indem er die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Zedenick (3000) mit denen in seiner Heimatstadt Hohen Neuendorf verglich: 3600. In Hohen Neuendorf leben allerdings 26 000 Einwohner, in Zehdenick rund 14 000.

Landrat Ludger Weskamp während seines Grußwortes. Quelle: Helge Treichel

Gespendet wurde an diesem Tag für die ab Sommer geplante Kirchensanierung, für die bereits 19.686,23 Euro gesammelt wurden. Im ersten Bauabschnitt soll der vom Schwamm befallene Turm für rund 195 000 erneuert werden, im zweiten und gegebenenfalls dritten das Kirchenschiff für 282 000 Euro. Der Kirchenkreis steuert im ersten Schritt 60 000 Euro bei, das Land den übrigen Teil.

Bürgermeister Arno Dahlenburg während seiner Festrede. Quelle: Helge Treichel

Das Festjahr geht nach diesem Auftakt weiter mit der Jubiläumsveranstaltung am 24. Juni in Badingen. Dort wird es sogar einen Festumzug geben. Die Mildenberger planen für den 15. Juli einen Tag der Vereine und bereiten für September ihren Bauernmarkt vor. Ein Gemeindefest mit Überraschungsgast und Disco planen die Kapper für den 19. August. In Bergsdorf wird unter dem Festgedanken am 23. September das Erntefest mit Umzug, Tanzabend und Feuerwerk gefeiert und wenige Wochen später auch die gemeinsame Abschlussveranstaltung aller Ortsteile. Termin dafür ist der 29. November, dann im Mühlenhauptmuseum.

„Es hat zwar viel Arbeit gemacht, aber es war toll“, resümiert Emil Beuth die Festveranstaltung. Der 67-Jährige ist seit drei Jahren Ortsvorsteher in Zabelsdorf.

Merve und Emil Beuth nach der Festveranstaltung. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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