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34 Hektar Wald in Flammen

Katastrophenschutz-Übung in der Schorfheide 34 Hektar Wald in Flammen

Das Feuer breitet sich rasend schnell aus. Diesen Ernstfall haben 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und DRK angenommen, die am Sonnabend bei einer Katastrophenschutzübung in Kappe stattfand. Die Landkreise Oberhavel und Barnim führten die Übung gemeinsam durch.

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Wasser marsch in der Schorfheide: 200 Einsatzkräfte bekämpfen bei einem simulierten Waldbrand die Flammen.

Quelle: Cindy Lüderitz

Kappe. Mit 20 Waldbränden innerhalb von drei Wochen liegt Oberhavel in der Brandenburger Waldbrandstatistik derzeit an zweiter Stelle. Abwegig war das Szenario einer gemeinsamen Katastrophenschutzübung der Brandschutzeinheiten aus Oberhavel und Barnim am Sonnabend in Kappe also nicht.

200 Einsatzkräfte rückten am Vormittag in die Schorfheide aus, um einen simulierten Waldbrand größeren Ausmaßes unter Kontrolle zu bringen. Unter weitestgehend realistischen Bedingungen: Trockenheit, Gefahrenstufe IV, schwieriges Gelände. Dazu gedacht: Wind aus nordöstlicher Richtung. Erschwerend: das Kapper Funkloch.

32 Hektar Wald stehen bereits in Flammen, das Feuer breitet sich aus. Der lange Zug der Tanklöschfahrzeuge – im Fachjargon auch Kfz-Marsch genannt – wälzt sich unterdessen einmal durch den halben Kreis: von der Sammelstelle in Oranienburg bis kurz vor die Kreisgrenze bei Kappe. Mit etwas Verspätung trifft die Kolonne an der Einsatzleitstelle am Forsthaus ein. In der Kommandozentrale werden schon Lagepläne studiert und Einsatzskizzen vorbereitet. Der Voralarm war bereits am Freitagnachmittag ausgelöst worden. Ein Katastropheneinsatz hat in der Regel auch eine Vorlaufzeit.

20 Minuten nach der Einweisung ploppen die Schläuche entlang der Waldwege auf, jetzt fließt das Wasser hindurch. Die Feuerwehrleute stehen zwischen Heidelbeeren und Zecken-Farn an der gedachten Verteidigungslinie und lassen das Wasser laufen. Die Tanklöschfahrzeuge zirkulieren im Kreisverkehr um den Brandherd, immer zwischen Auftanken und Ablassen. „Es darf keinen Stau geben“, sagt Zehdenicks Stadtbrandmeister Gerd Ritter, zugleich Einsatzleiter der Übung.

Einen Waldbrand dieser Größenordnung habe es in der Region schon lange nicht mehr gegeben. Das sei auch der neuen Technik und dem Fassungsvermögen moderner Tanklöschfahrzeuge zu verdanken. Mit bis zu 8000 Litern, die zur Verfügung stünden, könne ein stabiler Erstangriff gefahren werden, erklärt Ritter.

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200 Einsatzkräfte rückten am Sonnabend in die Schorfheide aus, um einen Waldbrand zu bekämpfen. Abwegig war das Szenario nicht. In den vergangenen Tagen gab es schon die ersten kleineren Waldbrände in der Region. Bei der Übung in Kappe wurde das Zusammenspiel der Katastrophenschutz-Einheiten geprobt. Die Landkreise Oberhavel und Barnim führten die Übung durch.

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Neben der Brandschutzeinheit Oberhavel, für die auch im Ernstfall aus knapp 20 Ortswehren Leute und Technik zusammengezogen werden, waren an der Übung die Kollegen aus dem Barnim, der Löschzug „CAFS“, das DRK, das THW und Fachberater des Landesforstbetriebes beteiligt. Die Forstmitarbeiter helfen vor allem mit ihrer Ortskenntnis. Sie wissen, welche Wege der schweren Technik standhalten, wo Wasser ist und welche wertvollen Baumbestände zuerst gerettet werden müssten. Für die Löschübung bedienen sich die Einsatzkräfte im Döllnfließ und im Faulen Fließ. Die Pumpen laufen nicht auf Anschlag. Der Pegel beider Gewässer hat aufgrund der Trockenheit schon genug gelitten.

Die Situation in den Wäldern sei verheerend, sagt Frank-Michael Hintze, Leiter der Oberwaldförsterei Neuendorf. Insbesondere die frisch gepflanzten Aufzuchten litten unter der Trockenheit. „Jeder Funke bedeutet Gefahr.“ Von den 20 Bränden der vergangenen Tage sei nur in einem Fall eine Selbstentzündung bestätigt. „Mindestens zehn der anderen Brände wurden zielgerichtet gelegt“, so Hintze.

Uwe Kaptaina verfolgt die Übung mit kritischem Blick. Der Fachberater des THW-Ortsverbandes Gransee ist das Bindeglied zwischen der blauen Helfereinheit und den anderen Zügen. Er übersetzt auch Kommandos. Seine Einheit muss eine Wasserstrecke aufbauen. Auf unbekanntem Terrain, navigiert wird nach Karte. Die schweren THW-Gefährte rumpeln über die schmalen Waldwege. Trotz der Enge gehen die Arbeiten flüssig. „Der Aufbau der Strecke lief sehr gut, innerhalb von 20 Minuten war Druck auf der Leitung. Für eine Distanz von 600 Metern war das richtig gut“, resümiert Kaptaina später. Es gebe immer Dinge, die verbessert werden könnten. Aber dafür seien Übungen da. Nach zwei Stunden beendet Gerd Ritter den Einsatz: „Wasser halt, zum Abmarsch fertig.“

Von Cindy Lüderitz

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