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35 Jahre Meister: Harald Wudick

Grüneberg 35 Jahre Meister: Harald Wudick

Harald Wudick hat einen festen Kundenstamm, der kommt aus der Region, aber auch aus entfernteren Orten wie Neustadt oder Kyritz. In der Regel sind es Firmen, Agrar- oder Fuhrunternehmen, die Kunden sind bei der „Kfz-Elektrik Wudick“ in Grüneberg. Vor 35 Jahren machte Harald Wudick seinen Meister.

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Harald Wudick in seiner Werkstatt in Grüneberg.

Quelle: Stefan Blumberg

Grüneberg. Auf seiner Werkbank türmen sich Dosen, kleine Kisten, Kartons mit Schräubchen, Federn, Stiften, also diversen Ersatzteil(ch)en. Schraubenzieher, Zangen, Hämmer hängen geordnet an der Wand. Schraubstock, elektrische Geräte, Ölflaschen fehlen auch nicht. Die Werkbank ist die Seele von „Kfz-Elektrik Wudick“ aus Grüneberg.

Hier vollbringt Harald Wudick Tag für Tag kleine handwerkliche Meisterleistungen. Seine Spezialstrecke: Reparatur von Lichtmaschinen und Anlassern. Vom Moped bis zum Traktor. „Ich musste mir eine Nische suchen“, sagt Harald Wudick. Deshalb, weil die Fahrzeuge immer moderner werden, mit Software versehen sind. „Die Investition würde zu teuer werden, um mir die technischen Geräte anzuschaffen“, sagt der 64-Jährige. Also konzentriert er sich seit Jahren auf Lichtmaschinen und Anlasser, auch wenn er hin und wieder elektrische Anlagen an Fahrzeugen repariert. „Aber das ist eher selten.“

Harald Wudick hat einen festen Kundenstamm, der kommt aus der Region, aber auch aus entfernteren Orten wie Neustadt oder Kyritz. In der Regel sind es Firmen, Agrar- oder Fuhrunternehmen. „Erst kam einer, dann noch einer – so ging es los“, beschreibt der Handwerker die Anfänge. Für die Unternehmen stelle sich im Schadensfall immer die Frage, ob sich eine Reparatur lohnt. Das Angebot des Herstellers ist, das alte Teil gegen ein neues einzutauschen. Das kostet. Es sei denn, man geht zu Harald Wudick, der die kaputten Anlasser oder Lichtmaschinen in der Regel reparieren kann. Zu einem Bruchteil des Neupreises. Er braucht dafür zwar auch Ersatzteile, aber eben kein komplett neues Gerät. Die bestellten Teile sind in der Regel in ein paar Stunden da. „Das ist natürlich anders als früher“, sagt er.

Harald Wudick weiß das, er machte schließlich eine Ausbildung zum Kfz-Elektriker beim Kraftfahrzeug-Instandsetzungsbetrieb Oranienburg und lernte seine Fertigkeiten von der Pike auf (1969 bis 1971). „Wir haben sogar noch Spulen selbst gebaut.“ Bei dem Oranienburger Betrieb blieb er über 20 Jahre. „Es war eine schöne Zeit“, erinnert er sich. Dort war es ihm auch vergönnt, eine Meisterausbildung zu machen (1981/82). Das ist jetzt 35 Jahre her. Am Samstag, 29. April 1982, hielt er seine Meisterurkunde in den Händen.

„Ich wollte mich eigentlich schon zu DDR-Zeiten selbstständig machen, ich durfte aber nicht“, erinnert sich der Grüneberger. Den Bedarf habe es damals gegeben, wurde ihm in Gransee gesagt. Aber die Materiallage sei schlecht gewesen. Deshalb wurde sein Ansinnen abgelehnt. „Nach der Wende war das ja alles kein Problem mehr“, so Harald Wudick, der sich am 1. August 1990 selbstständig machte – und es bis heute blieb.

Vom ersten Tag bot er seine Dienstleistungen in der Werkstatt in der Gartenstraße 13 an. Ganz allein. Das ist über all die Jahre so geblieben. Sicherlich könnte man auch mal eine andere Meinung brauchen. Aber ich kann ja jemanden anrufen und im Notfall nachfragen. Und bis jetzt habe ich das alles hinbekommen. Im Normalfall werden ihm die defekten Geräte gebracht, so dass er sich auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren kann. „Ich fahre selten raus. Ich möchte mich auch nur noch ungern unters Auto legen, um Reparaturen vorzunehmen“, so der Kfz-Elektriker.

Sein Fachwissen wird oft gebraucht, wenn es um Oldtimer geht. Ob er eine Gleichstrom- oder Wechselstrom-Lichtmaschine in den Händen hält, „ist für mich kein Thema“. Das ist es, was die Kunden an ihm schätzen: sein breites Spektrum an Wissen und dazu seine Flexibilität („Ich helfe auch mal an Wochenenden, wenn es nötig ist.“). Er repariert einen Trabanten genauso zielsicher wie einen Famulus oder K 700. Am liebsten hält er Bosch-Geräte in den Händen, „weil deren Qualität gut ist“. Sie seien gut durchdacht aufgebaut, gelötet, geschraubt und sehr reparaturfreundlich. Und da nicht alles ewig halte, sei sein Service ständig gefragt. Wie lange er die Dienste noch anbieten möchte, ist Harald Wudick nicht ganz klar. Im November wird er 65. Er will in Ruhe schauen, was danach noch möglich ist, auch gesundheitlich. „Ich hatte nie daran gedacht, dass ich überhaupt so lange durchhalten würde.“

Von Stefan Blumberg

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