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50 „Frostis“ schwimmen 800 Meter für 800 Jahre

Neujahrsplanschen in der Havel 50 „Frostis“ schwimmen 800 Meter für 800 Jahre

Mit Musik, Verkleidung und viel Tamtam werden die Frauen und Männer von „Frostis Fun Crew“ am 9. Januar auf sich aufmerksam machen. Sie steigen um 11 Uhr am Schlosshafen in die Fluten der Havel und schwimmen bis zum Bollwerk. Und hoffen natürlich auf frostige Temperaturen.

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Beim Temperaturmessen an der Havel: Gaby Thalmann, Sandro und Siegfried Blüthgen (v. l.) sind drei der hartgesottenen Bader.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Endlich Temperaturen um den Gefrierpunkt! Die „Frostis Fun Crew“ wird’s freuen, denn sie hat sich dem Eisbaden oder zumindest dem Schwimmen in kalten Fluten verschrieben. Die Truppe um Siegfried Blüthgen (63) und seine Söhne Sandro (39), Marian (41) und Kevin (34) frönt dieser ganz besonderen Leidenschaft schon seit etlichen Jahren. Und friert offenbar gern gemeinsam.

Seit drei Jahren steigen sie in den ersten Tagen im neuen Jahr in die kalten Havel-Fluten. Beim ersten Mal 2013 waren sechs Schwimmer dabei und es gab heftigen Frost. „Draußen minus 14 Grad, ich hatte Eiszapfen im Bart“, erinnert sich Sandro Blüthgen. 2015 dann ging ein gutes Dutzend Schwimmer an den Start. Da war es allerdings sehr mild, so Siegfried Blüthgen. Und diesmal umfasst das Team stattlichen 50 Frauen und Männer – nicht nur aus Oranienburg.

Gezogen hat sicherlich auch der besondere Anlass: Als Auftakt fürs Jubiläumsjahres 2016, in dem Oranienburg 800 Jahre alt wird, stürzen sie sich unter dem Motto „800 Meter für 800 Jahre“ in die Fluten. Und das am kommenden Sonnabend, 9. Januar. Um 11 Uhr ist Start am Schlosshafen. Von dort geht es bis zum Bollwerk am Hotel an der Havel. Beim Wassersportclub Möwe ziehen sich die „Kaltbader“ um, zwängen sich in ihre Neopren-Anzüge, laufen von dort mit viel Klamauk zum Schlosshafen. Unterstützung bekommen sie dabei vom Gesangsverein aus Schmachtenhagen und den Lehnitzer Karnevalisten. Die „Frostis Fun Crew“ hofft natürlich auf viel Publikum an der Strecke und Anfeuerungsrufe. Es ist auch für Verpflegung der Zuschauer am Bollwerk mit Grillwürsten, Erbsensuppe, Kaffee , Eierpunsch und Kakao für die Kinder gesorgt. Verkleidung bei den Schwimmern ist ebenso erwünscht wie bei den Zaungästen am Ufer.

Den Sprung ins kalte Wasser wagt übrigens auch der Große Kurfürst alias Axel Petersen. Allerdings eben in Badehose und ohne Perücke und langen Mantel.

Feuerwehr, Wasserschutzpolizei, DRK und Wasserwacht begleiten die Akteure und betreuen sie, damit niemand auf der Strecke bleibt. Sandro Blüthgen rechnet damit, dass die Frostis rund 40 Minuten im Wasser sind, um die 800 Meter zu absolvieren. Wie, das bleibt jedem selbst überlassen, ob kraulend, brustschwimmend oder sich treiben lassend. Beim WSC können sie sich dann alle aufwärmen und duschen. Siegfried Blüthgen schwört auf eine heiße Brühe – noch am Ufer gereicht.

„Es ist unser ganz besonderer Startschuss ins Jubiläumsjahr, so Siegfried Blüthgen, der auf viele Zuschauer hofft. Dieses Anbaden im neue Jahr wollen die Frostis zu einer guten Tradition in Oranienburg werden lassen. Als „Eisbader“ versteht sich die Truppe nicht. Löcher ins Eis hacken und dann baden gehen, nein das sei nicht ihr Ding. Sie begrüßen mit der ungewöhnlichen Erfrischung das neue Jahr. Wie sie sich auf den Kälteschock vorbereiten? „Gar nicht. Das ist einfach eine Kopfsache. Rein und los“, beschreibt Blüthgen. Um an letzten Januar-Wochenende sind etliche der Crew dann wieder bei Donauschwimmen in Neuburg dabei.

Von Heike Bergt

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