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Oberhavel 50 Jahre Wassersportclub Möwe
Lokales Oberhavel 50 Jahre Wassersportclub Möwe
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20:01 23.10.2016
Das Wahrzeichen des Wassersportclubs: Möwe samt barbusiger Meerjungfrau. Quelle: Marco Winkler
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Oranienburg

50 Jahre; ein halbes Jahrhundert. Nicht viele Vereine, die einst von Enthusiasten mit Passion, Engagement und auch einer Portion unerschütterlichen Mutes aus dem Boden gestampft wurden, halten sich über eine so lange Zeitspanne. Der hiesige Wassersportclub Möwe hat es geschafft, hat durchgehalten. Am Sonnabend feierten Vereinsmitglieder und Ehrengäste das Jubiläum, unter anderem mit einer Feststunde.

Eckhard Nuß wollte dabei eigentlich nicht weit ausholen, sich nicht in Details der Vereinsgeschichte verlieren. Doch ein Rückblick gehört zu einem Fest wie eine Möwe an die See. Der Vereinsvorsitzende schaute sogar auf die Entwicklung der Badeanstalten im Großraum Lehnitzsee und Havel. 1887 entstand die erste in Oranienburg, schräg gegenüber des heutigen Sitzes der „Möwen“ am Louise-Henriette-Steg.

Gruppenfoto der Feierstunde. Quelle: Winkler

Der Verlauf der Havel war noch ein anderer, machte einen Bogen. „Erst 1910 wurde der Fluss begradigt“, so Eckhard Nuß. Nachteil: Der Hauptzugang zur Badeanstalt wurde gekippt. Doch Oranienburg handelte. 1912 errichtete die Stadt ein neues Freibad. Dort, wo jetzt das Vereinshaus der Clubmitglieder steht. „Zwölf Meter Ufer wurden abgebaggert.“ Probleme bereiteten die Sedimente. Viermal musste die Stelle entschlammt werden. Die Wasserqualität: eher schlecht. 1966, im Gründungsjahr des Wassersportclubs, zog die Hygieneinspektion Potsdam dem Badebetrieb dann den Stecker.

Am 20. Oktober im selben Jahr starteten die Möwen, damals noch ohne diesen Namen. Den gab sich der Verein erst 1990 nach der Neu-Gründung. „Wir wollten an die Tradition des Ortes anknüpfen“, so der Vereinsvorsitzende. 1920 siedelte sich hier ein Schwimmsportclub namens Möwe an. Den Traditionen kamen im Laufe der Jahre neue hinzu – wie der Möwe-Pokal, der 1996 erstmals ausgetragen wurde, und vor allem die Spezialisierung auf Schlauchboot-Slalomfahren. Meister: Jakob Simon. Das ist wörtlich zu nehmen. Der junge Mann wurde 2015 in Italien in seiner Altersklasse Weltmeister. Zuvor holte er Medaillen bei Deutschen und Europa-Meisterschaften.

Geburtstagsfeier auf dem Vereinsgelände. Quelle: Winkler

Die Jugendarbeit wird im Club groß geschrieben. Das bewundert Winfried Röcker, Präsident des Deutschen Motoryachtverbandes. Nur 10 Prozent der insgesamt 600 im deutschlandweiten Verbandsregister eingetragenen Vereine würden sich aktiv um den Nachwuchs kümmern. „62 Prozent der Motorbootsfahrer sind älter als 65 Jahre“, so Röcker. Deshalb will der Verband in die Jugend investieren. Die „Möwejugend“ sei mit ihren Bemühungen, den Sport weiter zu etablieren, beispielhaft. Als Präsent bekam Eckhard Nuß einen Check, der in die Jugendarbeit fließen soll.

„Für uns ist der Verein eine wesentliche Säule“, so Detlev von Jagow, Präsident des Landesverbandes Motorsport Brandenburg. Genau 32 Vereine gibt es im Land. Neun betreuen Jugendliche. „Damit liegen wir wohl über dem Landesdurchschnitt“, sagte er lächelnd Richtung Winfried Röcker. Jakob Simon bezeichnete er als einen „Leuchtturm der Leistungsfähigkeit.“

Er lobte die Vereinsarbeit allgemein. Und wenn die Friedenthaler Schleuse geöffnet wird in Zukunft, käme noch mehr Arbeit auf den Verein zu. „Die Schleusenöffnung ist eine gute Sache, es wäre der Weg in die Ruppiner Gewässer.“ Anschließend könnte der Kremmener Kanal wieder für Standardboote ausgebaut werden. „Ihr Verein hätte dann eine noch größere Bedeutung.“

Zu klein für eine starke Lobby

Um genau diesen touristischen Anschluss kümmert sich auch Winfried Röcker. „Wir sind aber zu klein für eine starke Lobby.“ Für mehr Rückendeckung hat sich der Deutsche Motoryachtverband jetzt dem Deutschen Olympischen Sportbund angeschlossen.

Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke stärkt dem Verein seit Jahren den Rücken. In einer ehemals düsteren Umgebung sei der Wassersportverein eine „grün-blaue Insel“ gewesen. Oranienburg arbeite daran, als „Stadt am Wasser“ wahrgenommen zu werden. „Dem Anliegen fühlt sich der Verein seit 50 Jahren verpflichtet“, so das Stadtoberhaupt. Die Mitglieder der Möwe würden begreifen, dass Wasser Lebensqualität ist.

Zum Abschluss wünschte er noch eine gute Nachbarschaft mit den Bauherren, die den alten Speicher nebenan sanieren wollen - und es klärte sich, warum die Fähnchen des Vereins kein Anker ziert. „Ab 1972 gab es hier Kanusport“, erklärte Eckhard Nuß. Viele Kanadier-Kanus, selbst gebaut. In Anlehnung daran trägt die blaue Möwe-Fahne ein gelbes Ahornblatt.

Jugendwartin mag Prinzessin Fantaghirò

Franziska Rost (29) ist seit 2015 Jugendwartin der Möwejugend. „Seit Anfang des Jahres bin ich jetzt voll dabei“, sagt die Mutter eines anderthalb-jährigen Kindes. Die Oranienburgerin war selbst 16 Jahre lang aktiv im Verein.

Momentan zählt die Jugend 17 Mitglieder zwischen sechs und 27 Jahren. Aufgaben hat Kindererzieherin Franziska Rost reichlich: Trainingseinheiten vorbereiten, Bojen auslegen, Boote aufs Wasser bringen. Diese wurden jetzt winterfest gemacht.

Im Winter steht die Arbeit aber nicht still. Franziska organisiert Treffen, „damit wir uns nicht aus den Augen verlieren.“ Baden im Schwimmbad, Spielen in der Turnhalle.

Auf der Internetseite der Jugend, www.möwejugend.de, verrät sie noch mehr. Lieblingsschauspieler: Vin Diesel, Lieblingsfilm: Prinzessin Fantaghirò.

Von Marco Winkler

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