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500 Geflüchtete theoretisch obdachlos

Oberhavel 500 Geflüchtete theoretisch obdachlos

Die Städte im Kreis bereiten sich unterschiedlich auf die Unterbringung von Menschen ohne Obdach vor. Rein theoretisch sind auch mehr als 500 Geflüchtete ohne Obdach, weil sie – nach ihrer Anerkennung – kein Recht mehr auf Unterbringung durch den Landkreis hätten.

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Symbolbild, in der Oranienburger Notunterkunft entstanden.

Quelle: Enrico Kugler

Oberhavel. 20 Betten hat die Notunterkunft für Obdachlose in Oranienburg ( MAZ berichtete). Doch wie sieht es in den anderen Städten, Gemeinden und im Amt Gransee und Gemeinden aus – wo bringen sie Menschen ohne Bleibe unter. In Birkenwerder, Glienicke, Hohen Neuendorf, Mühlenbecker Land, Oberkrämer und Velten werden im Bedarfsfall Privatquartiere angemietet.

Die Städte Fürstenberg und Zehdenick halten Wohnungen vor; die Wasserstadt eine, die Havelstadt zwei. Gransee hat für Obdachlose drei Einzelzimmer „vorrätig“, in Hennigsdorf gibt es eine Obdachlosenunterkunft. Sollten die Betten nicht reichen, werden Ferienwohnungen angemietet – so wie in Kremmen. In Leegebruch und Liebenwalde gibt es je eine Obdachlosenwohnung. Keine Vorbereitungen trifft das Löwenberger Land. Grund: Seit 20 Jahren gab es keinen Fall mehr von Obdachlosigkeit.

Kreis beugt Obdachlosigkeit bei Geflüchteten vor

Ein besonderer Fall sind anerkannte Flüchtlinge, die keine Wohnung finden, aber auch keinen Anspruch mehr auf Unterbringung durch den Kreis haben. „Wir unterstützen gerade diesen Personenkreis, damit keine Obdachlosigkeit entsteht“, so Constanze Gatzke aus der Pressestelle des Landkreises. Derzeit leben mehr als 500 Personen in Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber. Theoretisch wären sie obdachlos, würde der Landkreis ihnen nicht unter die Arme greifen.

Der Kreis ist mit Obdachlosigkeit auf drei Ebene konfrontiert. Droht der Verlust der Wohnung durch Kündigung, informieren Mitarbeiter des Jobcenters und des Fachbereichs Soziales und Integration. Auch die Schuldnerberatung wirkt unterstützend. Wenn der Wohnungsverlust eintritt, reagieren die Ordnungsbehörden. Sie kommen zum Einsatz, da laut Gesetz Obdachlosigkeit eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt. Die Sozialbehörden des Kreises übernehmen Kosten der vermittelten Unterkunft.

Dauercamper können Sozialhilfe beantragen

Auch bei freiwilliger Obdachlosigkeit greifen Sozialleistungsbehörden. So kann Dauercamping „finanziert“ werden. Sozialhilfe erhält aber nur, wer sich nicht selbst helfen kann. „Kann der notwendige Bedarf für die Unterkunft, beispielsweise Pachtkosten, Trinkwasser, Propangasflaschen, nicht aus eigenen Mitteln bestritten werden und sind die weiteren Anspruchsvoraussetzungen erfüllt, besteht die Möglichkeit der Kostenübernahme“, so Kreissprecher Ronny Wappler.

Von Marco Winkler

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