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Oberhavel 63 unbegleitete minderjährige Ausländer im Kreis
Lokales Oberhavel 63 unbegleitete minderjährige Ausländer im Kreis
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14:31 06.01.2016
Das Schullandheim Waldhof Zootzen im Nordkreis. Quelle: Uwe Halling
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Oberhavel

63  unbegleitete minderjährige Ausländer, so werden sie vom Bundesinnenministerium bezeichnet, leben in Oberhavel. 42 von ihnen sind in stationären Einrichtungen von Jugendhilfeträgern untergebracht. Die anderen leben in Gemeinschaftsunterkünften, meist gemeinsam mit älteren Geschwistern.

Diese Zahlen gab die Fachbereichsleiterin für Jugend in der Kreisverwaltung Oberhavel, Regina Rubach, jetzt im Ausschuss für Jugendhilfeplanung bekannt. Neun Sozialarbeiter für den Aufgabenbereich Hilfe zur Erziehung, vier davon sind schon eingestellt, kümmern sich um Deutschkurse, Schulbesuch und Beschäftigung der Jugendlichen. Außerdem hätten die Sozialarbeiter natürlich mit anderen Zielgruppen zu tun _ mit deutschen Kindern und Jugendlichen und mit Asylbewerberfamilien.

Für Entlastung in der Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern soll demnächst das Schullandheim Waldhof Zootzen bringen. Die Genehmigung, hier 46 ausländische Jugendliche unterzubringen, ist jetzt erteilt worden. Der Landkreis verhandelt mit einem Träger, der die Einrichtung betreiben soll. Eine Clearingstelle wie ursprünglich geplant werde Zootzen aber nicht, so Rubach. Dafür könne der freie Träger nicht das Personal stellen. Doch immerhin habe der freie Träger eine Psychologin eingestellt. Diese, ebenso wie die Sozialarbeiter, würden die Jugendlichen intensiv befragen und wichtige Angaben, zum Beispiel zum Alter und zu den Eltern, notieren. Zu klären sei stets auch, ob es erwachsene Verwandte der Jugendlichen in Deutschland gebe, die sich dann ebenfalls kümmern müssten.

Im Landkreis Oberhavel sind unbegleitete minderjährige Ausländer derzeit in Einrichtungen von sieben freien Trägern untergebracht. 160 weitere Jugendliche würden 2016 erwartet, so Rubach. Auf Nachfrage der Abgeordneten in Ausschuss berichtete die Fachbereichsleiterin: „Die jugendlichen Ausländer verschwinden nicht schnell wieder aus den Einrichtungen in Oberhavel. Sie sind recht willig, sich hier einzuleben.“

Jeder minderjährige Ausländer erhält einen Vormund, meist bestellt das Amtsgericht Oranienburg das Jugendamt. „In Ermangelung einer Alternative“, sagt Familienrichter Kim Jahnke. Es gebe kaum ehrenamtlich tätige Vormünder. Zur Entlastung des Jugendamtes würden diese gesucht. Sie sollten die Jugendlichen bei Behördendingen unterstützen und ihre Ratgeber sein.

Wann genau das Schullandheim in Zootzen für ausländische Jugendliche eröffnet wird, konnte Rubach im Ausschuss nicht sagen.

Von Marion Bergsdorf

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