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70 Jahre Messerschmiede

Leegebruch 70 Jahre Messerschmiede

Am 1. August ist es genau 70 Jahre her, als die Erfolgsgeschichte der Leegebrucher Messerschmiede begann. Viele der ehemals dort Beschäftigten erinnern sich noch lebhaft, teils auch wehmütig, an die Jahrzehnte des gemeinsamen Schaffens in der Messerschmiede, deren Geschichte außergewöhnlich ist.

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Lesefutter aus der Bibliothek

Viele Frauen arbeiteten in der Messerschmiede Leegebruch.

Quelle: Repro Sascha Funke

Leegebruch. Am 1. August ist es genau 70 Jahre her, als die Erfolgsgeschichte der Leegebrucher Messerschmiede begann. Doch wie bei vielen anderen Betrieben auch, kam es in Folge der politischen Wende von 1989 trotz verschiedener Rettungsversuche zu Verkauf, Entlassungen, Schließung und letztlich Abriss.

Nur eine, auf Initiative des Geschichtsvereins aufgestellte, Tafel am einstigen Standort Eichenallee (heute Lidl) informiert Vorübergehende an diese Vergangenheit. Viele der ehemals dort Beschäftigten erinnern sich noch lebhaft, teils auch wehmütig, an die Jahrzehnte des gemeinsamen Schaffens in der Messerschmiede, deren Geschichte außergewöhnlich ist. Denn dass die schon bald nach ihrer Errichtung auch international geschätzte Produktionsstätte zum Vorzeigebetrieb der DDR werden sollte, hatte wohl keiner der aus dem Sudetenland stammenden Gründer ahnen können.

Arbeit in der Messerschmiede

Arbeit in der Messerschmiede

Quelle: Repro Sascha Funke

Viele Vertriebene und Flüchtlinge fanden nach dem Zweiten Weltkrieg in Leegebruch eine neue Heimat, so auch Sudetendeutsche aus Nixdorf (heute das tschechische Mikulasovice), das schon seit Ende des 18.Jahrhunderts als Zentrum des böhmischen Messerschmiedehandwerks berühmt war. Einige dieser Nixdorfer Messerhandwerker hatten Werkzeuge von dort mitnehmen können. Und mit Material, das sie in den Trümmern der zerstörten Heinkelwerke fanden, bauten sie einen kleinen Betrieb auf.

Herstellung der Messer

Herstellung der Messer

Quelle: Ulrike Gawande

14 Männer und 2 Frauen gründeten dann am 1. August 1946 die Genossenschaft der Messerschmiede Leegebruch (GML), um mit 300 Mark Eigenkapital pro Kopf die Produktion zunächst mit Küchenmessern und Essbestecken zu starten. Als knapp zehn Jahre später die umstrittene Umwandlung zum Volkseigenen Betrieb erfolgte, arbeiteten hier bereits mehr als 200 Menschen, mehrheitlich Frauen.

Taschenmesser aus Leegebruch

Taschenmesser aus Leegebruch

Quelle: Ulrike Gawande

Vor allem ihre Taschen- und Jagdmesser waren Erfolgsgaranten, die bei der Leipziger Messe stets großen Anklang fanden und für steigende Exportzahlen sorgten. Staatsgeschenke für ausländische Politiker wurden in Leegebruch in Auftrag gegeben, ebenso kamen Bestellungen für hochwertige Messer aus Solingen, Würzburg oder Köln. Die Märkische Volksstimme berichtete über höchste Auszeichnungen in Form von Orden und Medaillen. Das feierte denn auch der ganze Ort, dessen alltägliches Leben in sozialen, kulturellen und sportlichen Belangen von Anfang bis Ende stark von der Messerschmiede befördert worden ist.

Die ehemalige Messerschmiede bevor sie abgerissen wurde

Die ehemalige Messerschmiede bevor sie abgerissen wurde.

Quelle: Repro Sascha Funke

Leegebruch und die Messerschmiede haben Geschichte geschrieben und die soll nun einen dauerhaften Erinnerungsplatz bekommen. Zur 2018 vorgesehenen Einweihung des neuen Gemeindezentrums werden sich die Leegebrucher an einer abwechslungsreichen und gewiss auch überraschenden Präsentation mit modernen Aspekten erfreuen können. Die Messerschmiede wird so auch in Zukunft nicht vergessen sein.

Von Ulrike Unger

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