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Junge Karpfen eingesetzt

Oranienburg Junge Karpfen eingesetzt

Nachdem die vier Tonnen junge Karpfen wegen eines Defekts am Speziallaster im Oktober verendet waren, ist die neue Fuhre für die Gewässer in Oberhavel des Kreisanglerverbandes nun gut angekommen. Am Freitagmorgen sind die Karpfen eingesetzt worden. Jungtiere im Wert von rund 18 000 Euro.

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Schon ganz schön stattlich: Die Karpfen bringen schon um die 500 Gramm auf die Waage.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburg. Im zweiten Anlauf ging alles glatt: Vier Tonnen junger Karpfen sind am Freitagmorgen an der Saubucht am Lehnitzsee in Oranienburg entladen worden. Lebend und putzmunter. Der Schock vom 14. Oktober steckte nicht nur Olaf Wusterbarth noch in den Knochen. An diesem Tag war die jährliche Lieferung von Jungfischbesatz angerollt. Während die lebende Fracht im Zugwagen die Fahrt gut überstanden hatten, waren die Karpfen im Anhänger – bestimmt für den Besatz der Gewässer des Kreisanglerverbandes Oberhavel – alle tot. Die Sauerstoffversorgung war ausgefallen. „Es war wohl ein älterer Lkw, in dem es im Cockpit keine Überwachung für die Technik des Hängers gab“, erklärt Olaf Wusterbarth, 1. Vorsitzender des Kreisanglerverbandes. „Das war sehr tragisch, kann aber passieren. Ein Verlust von 10 000 bis 12 000 Euro“ schätzt er. Den hat der Landesverband zu beklagen, der die jährliche Lieferung auch nach Oberhavel aus Mitgliedsbeiträgen finanziert.

Am Freitag nun ging alles gut. Kurz nach 8 Uhr wurden die ersten Hänger beladen: Vier Tonnen „zweisömmrige“ Karpfen für rund 18 000 Euro, die von den Angelfreunden an der Saubucht in Empfang genommen und umgehend zu den Angelgewässern weitertransportiert wurden. Sie sollen nun im Oder-Havel-Kanal, im Voßkanal bei Liebenwalde, im großen und kleinen Plötzsee, im Beetzer See im Mühlenbecker See, im Lubowsee und natürlich im Lehnitz heranwachsen, und irgendwann an die Angel gehen. „Das Mindestmaß sind 35 Zentimeter bei Karpfen, die man herausholen darf“, so Wusterbarth.

Die Tiere, in der Teichwirtschaft von Jürgen Kittner in Kodersdorf in Sachsen herangezogen, sind bis 700 Gramm schwer. „Ein tolle Qualität, das sieht man daran, dass die Flossen keinerlei Verletzungen haben, die Tiere nicht ständig kollidiert sind. Die Karpfen werden sich bei uns sauwohl fühlen“, so André Stöwe, Leiter der Geschäftsstelle des Kreisanglerverbandes in der Heidelberger Straße, der gestern in zünftigen Wathosen die glitschige Fracht vom Hänger in die Transportbehälter umfüllen half.

Auf fünf Grad haben sich die Gewässer bereits abgekühlt: Für die Karpfen genau richtig. Während sie im Sommer umherziehen, stünden sie in den Wintermonaten auf dem Grund der Gewässer. Angelzeit sei jetzt aber trotzdem noch: „Die Tiere fressen sich vorm Winter noch voll, sind deshalb unterwegs“, so Stöwe. Karpfen können bis zu 40 Jahre alt werden und dabei durchaus 50 Pfund auf die Waage bringen. 40-Pfünder sind auch schon im Lehnitzsee an den Haken gegangen.

Dass die Seen in Oberhavel immer klarer würden, sei gar nicht so von Vorteil: „Gerade Zander lieben es eher trübe. Sie brauchen das Planktonangebot.“ Zudem befördert der hohe Lichteinfall das Algenwachstum. Gerade in der Saubuch sei es am Ufer nur noch knietief „und im Sommer ist hier alles ein einziger grüner Algenteppich“, so Fabian Kulow.

In der kommenden Woche sollen noch rund 800 junge Zander eingesetzt werden. Ein ziemlich teuerer Spaß: Während ein Kilogramm „Nachwuchskarpfen“ etwa 4,50 Euro kostet, so sind für einen einzigen jungen Zander 7,50 Euro zu berappen.

Übrings seien die „Drei-Sommer-Karpfen“ in der Küche besonders beliebt. Na dann, Petri Heil!

Von Heike Bergt

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