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Konzert für die „Geigenkinder vom Himalaya“

Oranienburg Konzert für die „Geigenkinder vom Himalaya“

Ein Jahr lang hat der gebürtige Thüringer Henri Kühnert, der heute in Berlin lebt und seit 2012 in der Edener Musikwerkstatt Geige unterrichtet, in der Schule der Jesuiten „Gandhi Ashram“ in Indien gewirkt. Ein wirtschaftliche schwache Region, in der die Musik den Kindern die Welt eröffnen soll.

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Der Leiter der Edener Musikwerkstatt Yannick Wirner mit dem Musikpädagogen Henri Kühnert (l.) mit zwei Geigen für die Jüngsten. Und Geigenschülern im Himalaya.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Gesucht hatte Henri Kühnert einen Ort, an dem er als Musikpädagoge für Violine ganz uneigennützig die Musik und die Geigenkunst in die Welt tragen kann. Gefunden hat er ihn bei den Jesuiten im Himalaya. In einer Schule der Gemeinschaft in der Stadt Kalimpong nahe Darjeeling im Nordosten Indiens. In rund 1000 Metern Höhe an einer steilen Felswand. Im Sommer nun ist er nach einem Jahr als Freiwilliger im Programm „Jesuit Volunteers“ für Deutschland, Österreich und der Schweiz zurückgekommen. Unterrichtet wieder als Violinenlehrer an der Edener Musikwerkstatt und hat nun ein Konzert organisiert, dessen Einnahmen der Schule „Gandhi Ashram“ und damit „seinen Geigenkindern“ im Himalaya zugute kommen sollen. Es findet am Sonnabend, 19. November, ab 18 Uhr im Orangesaal des Schlosses statt. Der Eintritt kostet sieben Euro, ermäßigt sechs.

Henri Kühnert (29) aus Berlin arbeitet seit 2012 in der Musikwerkstatt. „Irgendwann hatte ich das Gefühl, ich muss mal weg, muss was besonderes bewegen.“ Im Sommer 2015 brach er auf nach Kalimpong. Ein wirtschaftlich schwache Region, in der sich viele als Lastenträger, Reisproduzenten und vor allem Tagelöhner verdingen müssen. In der von den Jesuitenmission getragenen Schule lernen 250 Kinder bis zur 8. Klasse. „Die Musik soll helfen, sie aus dem sozialen Umfeld zu holen, ihnen über die Musik eine Perspektive gegeben“, beschreibt Kühnert. Entgegen indischer Tradition wird kein Schulgeld erhoben, ist keine Schulkleidung Pflicht. Ab zweiter Klasse bekommen alle Kinder eine Geige in der Hand, lernen ab der 4. Klasse viermal die Woche 40 Minuten auf dem Instrument – auch Bratsche, Cello oder Klavier sind möglich. „Es ist verblüffend, dass sie nepalesische Musik ebenso lieben wie europäische Klassik“, so Kühnert. Inzwischen fährt das 50-köpfige Schulorchester auf Tourneen. „Sie eröffnen den Kindern die Welt, schaffen Träume für ihre Leben.“ Eine Erfolgsgeschichte ist die der Schülerin Kushnita Bishbarkama, die inzwischen in Deutschland Musik studiert.

Bei einem Erdbeben 2011 hat die Schule schweren Schaden genommen. Eine neue ist im Bau.„Die Baustelle ist schon bezogen, weil es am alten Standort zu gefährlich war“, so Kühnert. Alles wird per Hand gebaut, ohne schwere Technik. „Die Finanzierung steht längst nicht und jeder Euro ist wichtig.“ Am Sonnabend ab 18 Uhr spielen die Musikschüler aus Eden, ihre Lehrer und das Kinderorchester „Conertino“ deshalb Schumann, Schubert, Kreisler. Musik, die auch in Kalimpong geübt wird. Karten gibt es in der Musikwerkstatt im Struveweg, an der Schlosskasse und an der Abendkasse.

Blog: https://geigenkinder.wordpress.com

Von Heike Bergt

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