Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Nicht nur Tulpen, Gouda und Pommes

9. Orangefest in Oranienburg Nicht nur Tulpen, Gouda und Pommes

Zum neunten Mal feierte Oranienburg mit Gästen am Sonntag das Orangefest vor dem und im Schloss sowie im Schlosspark. Es soll an die niederländische Herkunft von Louise Henriette erinnern. Dabei stellten die gut 3500 Besucher schnell fest: Holland kann nicht nur Tulpen und Käse, sondern viel mehr.

Voriger Artikel
Umbaupläne für Oranienburger Bahnhofsplatz
Nächster Artikel
Die Segel gesetzt

Königlicher Empfang: Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke mit Artistokrat Martin van Bracht und dem holländischen Gesandten Henk Voskamp.

Quelle: Marco Winkler

Oranienburg. Pommes. Erst Pommes, der Rest kann warten. Die frittierten Kartoffelspalten waren für die beiden Jungs Arne (6) und Ole (8) Pflicht. „Wir waren kaum hier, da wollten sie sofort zum Pommesstand“, erzählte Mutter Susann Pfennig auf dem 9. Orangefest am Sonntag. „Wir sind zwar Oranienburger, aber das erste Mal hier“, sagte sie. In den vorigen Jahren waren die Kinder noch so klein wie die Aufmerksamkeitsspanne kurz war. Jetzt könne die ganze Familie das Fest genießen.

Während ihr Mann sich durchs Schloss führen ließ, saß Susann Pfennig mit ihren Kindern neben der Bühne, auf der die Rikster Weber Gruppe aus Holland mit ihren Holzschuhen einen Sonnentanz zu imitieren schien. Und: es half. So langsam räumten die Wolken der Sonne Platz frei. Das „originale niederländische Tiefdruckwetter“, so Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke beim grauen Himmel am Vormittag, zog um die Mittagsstunde gen Heimat. Das könnte ferner an den Salutschüssen der Königlichen Schützengilde Luise Henriette von Oranien 1703 gelegen haben, die das Fest eröffneten.

cfc950aa-0a1a-11e6-9557-999f051b39a7

24. April 2016, Oranienburg: Zum neunten Mal feierten Oranienburger und Besucher das Orangefest. Es erinnert an die Namensgeberin der Stadt, Louise Henriette von Oranien, und ihre niederländische Herkunft.

Zur Bildergalerie

Wobei das Wetter eher zur Nebensache wird, wenn Oranienburg mit dem Orangefest an die lange Freundschaft zum Nachbarland erinnert. „Das heutige Fest zeugt von der gemeinsamen Geschichte und von enger Verbundenheit“, so Dr. Henk Voskamp, Gesandter der niederländischen Botschaft in Berlin.

Diese Nähe definiert sich vor allem übers Essen. Denn: Kulinarik verbindet bekanntlich. „Holländischer Gouda ist aus meinem Kühlschrank nicht wegzudenken“, sagte Helga Tutat schwärmend. „Und der gute Senf aus den Niederlanden, der muss stets vorhanden sein.“ Zusammen mit ihren Freundinnen Christa Altenkirch und Bärbel Lison war sie extra aus Brandenburg an der Havel angereist. „Wir sind im dortigen Karnevalsverein. Das ist eine unserer Kaffeefahrten“, so Bärbel Lison.

Die drei Damen trafen das Oranienburger Kurfürstenpaar (dargestellt von Vivienne Netzeband und Axel Petersen) kürzlich in Potsdam. „Da haben sie uns vom Orangefest erzählt und wir dachten, da müssen wir hin.“ Gesagt, getan. Mit Sektchen und Bratwurst verfolgten sie das Programm auf der Bühne, wo die Artistokraten mit einer Mischung aus barockem Prunk, Humor und Akrobatik das Publikum unterhielten.

Vom Stillleben bis zum lebendigen Markttreiben

Noch nicht in voller Pracht, aber dafür sicherlich ein Grund für mehrere Schloss-Besuche in den nächsten Wochen sind die Blumenarrangements des niederländischen Künstlers Geer Pouls. Seine lebendigen Stillleben zieren den Orangesaal, die Porzellankammer und die Rote Schlafkammer. Bis Mitte Mai werden die floralen Werke (Tulpen und Amaryllis) voraussichtlich zu sehen sein – bis sie vollends verblühen und zerfallen.

Auf die Lebendigkeit der Kreisstadt machte Landrat Ludger Weskamp (SPD) aufmerksam: „Lernen sie viel über Oranienburg, es lohnt sich“, warb er für die Sonderausstellung „800 Jahre Bötzow/Oranienburg“ im Kreismuseum. Weniger museal war der Markt geraten: Keramik, Strick, Tee, Lakritze, Pflanzen, Kunsthandwerk aus der Region. Angebote über Angebote. Nur eine Kleinigkeit fehlte. Zumindest, wenn es nach Carlo Heinrichs aus Fürstenberg geht: „Ich hätte mir wenigstens einen Reiseveranstalter gewünscht, bei dem ich meinen nächsten Holland-Urlaub buchen kann“, sagte er. Was noch fehlt? „Die Möglichkeit, etwas Oranges zu kaufen.“ Grund für diesen Wunsch: Aufgefordert waren Besucher, den „Tag in Orange“ mitzugestalten – mit einem Accessoire in eben dieser Farbe. Auch der Landrat und der Bürgermeister hatten Krawatten in Orange um.

Veranstaltet wurde das Orangefest von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, der Stadt Oranienburg und vom Landkreis Oberhavel.

Von Marco Winkler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus 800 Jahre Oranienburg