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Schals für Obdachlose

Malz Schals für Obdachlose

Sie sehen hin, wo andere weggucken: Die sechs Malzer Strickfrauen haben am Mittwochnachmittag Schals als Weihnachtskalender an die Betreuerin im städtischen Obdachlosenhaus übergeben. 24 Säcken mit süßem Inhalt haben sie angebracht – und nach Heiligabend wärmt der Schal dann allein weiter.

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Frauen mit Herz am rechten Fleck: Die Strickerinnen um Marga Schlag (l.) mit Gabriela Trümner vom Obdachlosenhaus (r.)

Quelle: Enrico Kugler

Malz. Wo andere wegsehen, schauen sie hin: Die Malzer Strickfrauen haben am Mittwochnachmittag Schals an die Betreuerin der Johanniter Unfallhilfe im städtischen Obdachlosenhaus, Gabriela Trümner, übergeben. Und es sind Spezialanfertigungen. Denn mit kleinen Spießen sind an jedem Schal 24 kleine Säckchen mit süßem Inhalt angebracht. Und wenn Heiligabend vorbei ist, dann wärmen die Schals weit über den Advent hinaus.

„312 Säckchen an 13 Schals! Fragt nicht, wie es in meinem Kopf aussieht“, sagt Marga Schlag und lacht. Die Ideengeberin war auch die Gründerin der „Malzer Strickfrauen“ vor vier Jahren, die sich seitdem einmal in der Woche treffen. Es sind Ingrid Weber aus Hennigsdorf, „die Socken im D-Zug-Tempo fertig hat“, so Marga Schlag, Bärbel Borchert, Lotti Winkler, Kerstin Kind und Renate Kanter aus Liebenwalde, die immer wieder Wolle spendet. Sie brachte gestern eine gehäkelten Pinguin samt Mütze mit. „Patrick“ ist ab sofort das Maskottchen der wöchentlichen Strickrunde. Ihnen allen wollte Marga Schlag einmal danke sagen und tat’s durch Blumen. Dafür, dass sie das Herz am rechten Fleck tragen und ihnen Hilfe ein Bedürfnis ist, bedankte sich auch die SPD-Bürgermeisterkandidatin Jennifer Collin, der Marga Schlag über die Partei verbunden ist.

Natürlich kann keine der Frauen nun einen Tag die Nadeln aus der Hand legen. Und so haben sie schon kistenweise Socken, Babysachen, Pullover, Westen und Taschen gestrickt. Immer für den guten Zweck: Regelmäßig bedenken sie die DRK-Kleiderkammer, im Dezember erstmals das Arbeitslosenzentrum, sie stricken mit Flüchtlingsfrauen im Eltern-Kind-Treff und beschenken seit vier Jahren das Obdachlosenhaus in der Greifwalder Straße 7. „Zu Weihnachten gibt es wieder Socken“, kündige Marga Schlag schon mal an.

Bis zu 20 Betroffene finden im Obdachlosenhaus ein Dach über dem Kopf. Im Moment sind es 13. „Zunehmend junge Frauen und auch Schwerkranke“, bedauert Gabriela Trümner, die die Obdachlosen seit neun Jahren betreut und weiß: „Sie freuen sich bestimmt über die Kalender. So etwas haben viele seit Jahren nicht gesehen.“

Von Heike Bergt

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