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800 Jahre Oranienburg Sieben Künstlern bei der Arbeit zusehen
Lokales Oberhavel 800 Jahre Oranienburg Sieben Künstlern bei der Arbeit zusehen
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16:08 19.04.2016
Putzt ihr Kunstwerk: Karin van der Molen beschäftigte sich mit der Flugzeugindustrie. Quelle: Marco Winkler
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Oranienburg

Als Karin von der Molen einen Kaktus sah, war der Niederländerin klar: Eine Pflanze wird ihr Beitrag zum deutsch-niederländischen Kunstprojekt sein. Keine normale natürlich. Ihre Eisenstahl-Installation wächst aus dem Grund neben der Stadtverwaltung. Die Stacheln sind stilisierte Flugzeuge. „Ich habe mich dafür mit der Flugzeugindustrie Oranienburgs beschäftigt“, erzählte sie am Dienstag. Mit ihrem „Der Stachel“ getauften Kunstwerk möchte sie aufzeigen, dass Oranienburgs Historie bis heute aktuell ist – und ab und an zusticht.

Anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt gestalten seit Dienstag sieben Künstler ihre Werke an den sich gegenüber liegenenden Havelufern zwischen Schloss und Bernauer Straße. Besucher können ihnen dabei über die Schulter schauen. Schon länger im Blickfeld Vorbeifahrender ist das „Zeitfenster“ von Egidius Knops. In seinen großformatigen Rahmen packt er die Geschichte der Kreisstadt: Louise Henriette und Verweise aufs Konzentrationslager. Selbst die holländische Verbindung ist zu sehen durch eine Windmühle und einen Orangenbaum.

Walter Gramming und Uschi Frank mit ihrer Installation. Quelle: Marco Winkler

Ganze sieben Mal ist der Name Oranienburgs in Micha Brendels Fahnen-Installation „Flagge zeigen“ zu lesen – in historischen Schriften. Ebenso abwechslungsreich zeigt sich Ria van Breejen. Sie kreierte ein positives Symbol für die Beziehung zwischen Oranienburg und Holland: ein goldener Löwe als Wappentier der Niederlande, dessen Hinterteil in einem Fischschwanz – wie auf dem Oranienburger Wappen – endet.

Wer an der Schlossbrücke vorbeifährt, dem fällt gleich ein Werk ins Auge: Die Installationen von Walter Gramming und Uschi Frank. Wie auf überdimensionierten Mikado-Stäbchen sind kreisrunde Porträts zu sehen. Auf einem spiegeln sich Erich Schmidt und Elvira Cohn. Er kam erst ins KZ Oranienburg, dann ins KZ Sachsenhausen. Nach seiner Amnestierung wurde er im April 1945 als Bürgermeister in Sachsenhausen eingesetzt. Elvira Cohn gelang es, ihren Mann Erich aus dem KZ zu holen, doch sie wurden zwangsgeschieden. Er musste auswandern, sie blieb. Kurz vor seiner Rückkehr ging sie in die USA. Schicksal. „Wir haben eng mit dem ehemaligen Gedenkstättenleiter Hans Biereigel zusammengearbeitet“, so Künstlerin Uschi Frank. Walter Gramming ergänzt: „Wir wollen die Sperrigkeit des Lebens darstellen.“ Fünf solcher Installationen wollen sie bis Freitag aufbauen.

Von Marco Winkler

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