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Von wegen einfach Stein auf Stein

Oranienburg Von wegen einfach Stein auf Stein

Er ist Brandenburgs Landesmeister bei den Maurern – bis Montagabend nahm Domenic Dörband nun an der Deutschen Meisterschaft der Maurer in Mölln teil. Alle haben mit ihm gezittert. Das Ergebnis stand erst am späten Abend fest.

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Landesmeister Domenic Dörband (r.) mit seinem Ausbilder Kevin Schulz, der 2010 ebenso die Landeskrone dieses Handwerks trug.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Das Einzige, was ihn nervös machen könne, sei der andauernde Blick der Prüfer auf seine Hände. Das haben sie hoffentlich nicht geschafft und Domenic Dörband ist gestern Abend ganz weit vorn gelandet. Der Brandenburger Landesmeister der Mauerer hat von Sonntagvormittag bis Montagabend am 65. Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks in Mölln teilgenommen. Sozusagen die Deutsche Meisterschaft, organisiert vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe. Dort stellten sich unter anderen die 16 besten Maurer aller Bundesländer der Jury.

Für Brandenburg war es Domenic Dörband aus Sonnenberg bei Gransee, der sein Handwerk von der Pike auf im Baugeschäft von Gustav Henschel in Zehdenick gelernt hat, die überbetriebliche Ausbildung erfolgte im Lehrbauhof in Oranienburg. Seit Sommer ist er Geselle in der Firma Henschel.

Maurer, das wollte der 20-Jährige schon immer werden. Damit in die Fußstapfen seines Vaters treten. Obwohl er im Alltag eher auf vielen privaten Hausbaustellen Stein auf Stein unterwegs ist, ist „mauern für mich eine Kunst“. Und die Fingerfertigkeit dafür erlangt man nur bei dieser Alltagsarbeit. „Beides bedingt sich“, so Dörband. Ein Zuckerschlecken sei es nicht, bei Wind und Wetter draußen auf der Baustelle zu stehen. Trotzdem: „Das Schönste am Beruf ist, sagen zu können, da warst du dabei, das Haus hast du mitgebaut. Spuren zu hinterlassen.“ Und es werden mit jeder Baustelle mehr. „Und wenn die Kunden zufrieden sind, mehr Lob kann man nicht haben.“

Auf den Vergleich der Besten in Mölln in Schleswig-Holstein hatte sich Domenic Dörband drei Tage im Lehrbauhof in der Dr.-Heinrich-Byk-Straße vorbereitet. Und war bei seinem Lehrmeister und Ausbilder Kevin Schulz in besten Händen. Schließlich war dieser vor sechs Jahren der beste Maurer Brandenburgs und gibt sein Wissen nun als Ausbilder im Lehrbauhof weiter.

Der forderte beim „Extremtraining“ von seinem Schützling alles. Die hohe Schule der Maurerhandwerkskunst. Das Übungsobjekt bestand aus einer Eckmauer aus Kalksandsteinen, akkurat verfugt. Daran angebracht die Jahreszahl 2016 und ein stilisierter Funkturm von Bad Segeberg – alles aus Klinkersteinen. Bei solchen Wettbewerben sind nicht selten Wappen oder Sehenswürdigkeiten der Austragungsorte und Regionen nachzubauen. Das alles ist plastisch herausgearbeitet. „Da muss jeder Stein exakt zugeschnitten sein und man muss das Ganze optisch in Einklang bringen“, so Kevin Schulz. Bei der Prüfung geht es dann darum, für das zu mauernde Bauwerk die Zeichnung richtig zu lesen, eine Grundriss herzustellen und dann sein Handwerk unter Beweis zu stellen. Insgesamt über 17 Stunden an zwei Prüfungstagen. Klar dürfe es auch mal Verschnitt geben, „aber gern sieht das die Jury nicht“, so Schulz, der natürlich auch nicht helfen darf, „sonst wird man disqualifiziert“, so Schulz, der wohl genauso aufgeregt ist wie der „Meisterschüler“.

Ob der nun auf den oberen Treppchen gelandet ist oder nicht – fest steht: Bei einer Note 2 gibt es finanzielle Förderung für die Weiterbildung. Das käme Domenic Dörband sicher sehr zu passe, denn er will recht bald seinen Meister machen.

Von Heike Bergt

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