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800 Räder rollten durch die Stadt

Ein Vorgeschmack auf die Oranienburger Festwoche 800 Räder rollten durch die Stadt

Alles, was Räder hat, war als Fortbewegungsmittel für die Aktion der Turmcity zugelassen. Am Sonnabend rollten sogar mehr als 800 Räder durch die Innenstadt _ auf einer sieben Kilometer langen Strecke, auf der Autos nichts zu suchen hatten. Viele genossen erst die Tour und anschließend das Kinderfest auf der Wiese vorm Turm.

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Kay Duberow (Mitte), Geschäftsführer der Stadtservice Oranienburg GmbH als Betreiber des Turms, fährt in der ersten Reihe.

Quelle: Fritz Herman Köser

Oranienburg. Bevor der Spaß losgeht, fallen noch ein paar ernste Worte. Niemals das rote Fahrzeug überholen, mahnt die Stimme aus dem Lautsprecher. Den Anweisungen von Polizei und Ordnungshelfern sei unbedingt Folge zu leisten, fährt sie fort. Und bei kleineren Blessuren könne man sich an die DRK-Helfer wenden.

Zahlreiche Bürger hatten sich am Sonnabend vor der Oranienburger Turmcity eingefunden, um bei der Tour „800 Räder rollen“ mitzumachen. Gut sieben Kilometer durch Oranienburg, auf für den Autoverkehr gesperrten Straßen. Zudem gab es auf der Festwiese zum wiederholten Mal ein Kinderfest. Organisator war die Stadt-Service-Oranienburg.

Jeder Teilnehmer bekommt vorab noch ein Halsband mit einer Medaille und ein Los. „Beides ist pures Geld wert“, dröhnt es aus dem Lautsprecher. So wartet auf die Aktiven neben einem Rabatt für das Erlebnisbad noch die Chance auf zwei Fahrradhelme, Inliner mit T-Shirt und Hose oder gar der Hauptgewinn – eine Radreise in den Spreewald. Dann setzt sich die Kolonne endlich in Bewegung. Jung und Alt, auf Drahteseln, Rollern, Inlineskates, Skateboards oder mit dem Elektromobil. Alle fahren brav hinter dem roten Pick-Up hinterher.

Bär Blümchen und Elefant Trompete turnten gemeinsam mit den Kindern vor der Bühne

Bär Blümchen und Elefant Trompete turnten gemeinsam mit den Kindern vor der Bühne.

Quelle: Fritz Herman Köser

Doch auch für die Dagebliebenen gibt es kein Rasten oder Rosten, besonders nicht für die Kleinen unter ihnen. Dafür sorgen Jojo und seine zwei Maskottchen, Bär Blümchen und Elefant Trompete. Die Tiere turnen vor der Bühne vor, auf ihr gibt der Moderator Kommandos. Hände nach oben, Käsefüße nach vorne, befiehlt er. Nun den Allerwertesten nach hinten, „aber nicht pupsen“. Bewegung ist der Hit, wir werden super fit, ruft er ins Mikro. Schade, dass nicht alle Kleinen das so sehen, manche verstecken sich hinter dem Rücken der Eltern. Kein Problem, sagt Jojo, „die sammeln wir einfach ein“, und schickt die Maskottchen los. Nicht immer haben sie Glück. So schüttelt eine Mutter den Kopf und bewahrt die Tochter so vor der unfreiwilligen Sportstunde. Die Willigen hingegen bilden mit den Tieren bald eine Polonaise.

Ulrike Krüger motiviert Finn-Lucka Pehlke (vier Jahre alt) zu spannenden Experimenten

Ulrike Krüger motiviert Finn-Lucka Pehlke (vier Jahre alt) zu spannenden Experimenten.

Quelle: Fritz Hermann Köser

Einige Meter weiter lädt die Oranienburger Lebenshilfe zu einem „Sinnesparcours“ ein. Interessierte können so Einschränkungen erleben, etwa mit Hilfe von Kopfhörern Taubheit erfahren, sagt Geschäftsführerin Uta Gerber. Weiter hinten bietet das „Haus der kleinen Forscher“, ein Gemeinschaftsstand der IHK Potsdam und der Abfallwirtschaftsunion Oberhavel, spannende Experimente. Junge Baumeister entwerfen Spaghettitürme. Die gewagten Gebilde aus dicken Marshmallows und dünnen Nudeln fallen nicht zusammen, wackeln nicht einmal. Andere Kinder staunen über den Tornado, der plötzlich in einer Wasserflasche entsteht. „So wollen wir den Nachwuchs für Naturwissenschaften begeistern“, sagt Ulrike Krüger von der IHK Potsdam.

Es herrschte jedenfalls reger Andrang beim Kinderfest. Turm-City-Marketingleiter Werner Siegler zeigte sich auch über die Ausfahrt sehr zufrieden. Vermutlich waren es weit mehr als 800 Leute, schätzt er: „Ein toller Auftakt für die kommende Festwoche.“

Von Fritz Hermann Köser

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