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Oberhavel 82-Jähriger muss lebenslang hinter Gitter
Lokales Oberhavel 82-Jähriger muss lebenslang hinter Gitter
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15:19 28.02.2017
Quelle: dpa
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Neuruppin

Wie eine Hinrichtung: So wirkte die Art und Weise, in der der 82-jährige Jürgen F. aus Glienicke Nordbahn seine Mieterin tötete, auf den Richter Udo Lechtermann und die 1. Große Strafkammer des Landgerichtes Neuruppin. Wegen heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen verurteilte das Landgericht Neuruppin den Angeklagten am Dienstag zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Bis Juli 2016 hatte der Fotograf ein „beanstandungsfreies“Leben als Ehemann und Familienvater geführt. Geprägt von Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg nahmen Immobilien für ihn einen hohen Stellenwert ein. „Der Erwerb von Eigentum war für ihn wichtig, genauso wie das Eigentum seinen Kindern und Enkelkindern weiterzugeben“, so Lechtermann. Der Angeklagte sei ein Mann der Tat, der sich von Widrigkeiten nicht beeinflussen lasse. „Er versucht, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und in seinem Sinne zu beeinflussen. Das ist Segen und Fluch zugleich.“

Selbstjustiz eines Selbstgerechten

Das Unheil nahm seinen Lauf, als Jürgen F. 2011 das Grundstück an der Koebisstraße mit einem Vorder- und einem Hinterhaus von Familie K. erwarb. Das Hinterhaus sicherten sich K.s. zur Eigennutzung Es gab einen Mietvertrag mit dem Schwiegersohn des Ehepaares K., der das Haus an diese untervermietete. Den Vertrag kannte der Angeklagte.

Aber„er war der Meinung, der Vertrag sei sittenwidrig“, so Lechtermann. Die beiden Parteien beschuldigten sich gegenseitig, das Verhältnis wurde zusehens angespannter. Der Angeklagte, so das Gericht, sah Mieterin Hannelore K. als treibende Kraft in einem gegen ihn gerichteten Komplott. Seine Versuche, das Ehepaar aus dem Haus zu klagen, scheiterten. Nach dem Motto „Wenn ich mein Recht nicht kriege, muss ich es mir anderweitig verschaffen“, reiften nach Überzeugung des Gerichts bei Jürgen F. Mordpläne. Mehrfach bedrohte er Hannelore K. mit dem Tod. „Es ist eine gewisse Tragik, dass nicht auf diese Drohungen reagiert wurde“, sagte Lechtermann. Das Ehepaar habe zwar in einer ständigen Angst gelebt, aber nicht mit Mordanschlägen gerechnet, ein „bedauerlicher Irrtum“.

Täter hielt Mieter für verabscheuungswürdig

Jürgen F. hielt seine Untermieter für „verabscheuungswürdig, für Leute, die sich auf Kosten des Staates bereicherten“. Als er dann voriges Jahr noch für Anwaltskosten der Gegenseite in Anspruch genommen wurde, eskalierte die Situation. Am Morgen des 11. Juli , da waren sich die Richter sicher, hat Jürgen F. die kleine, zierliche Frau abgepasst, sich zuvor mit einem angeschliffenen Küchenmesser bewaffnet und auf die völlig überraschte Frau mindestens fünf Mal eingestochen.

„Er hat sich anschließend offen zu seiner Tat bekannt“, so Lechtermann . Von einer verminderten oder gar aufgehobenen Schuldfähigkeit konnte laut psychiatrischem Gutachter keine Rede beim Angeklagten sein. Dem schloss sich das Gericht an. „Er war seinem Alter entsprechend in bestem körperlichen und geistigem Zustand.“

Die Frage nach einem Motiv konnten sich die Richter nur so erklären: „Jürgen F. hat seine aufgestaute Wut in einer Bestrafung an seinem Opfer abreagiert.“ Der Angeklagte habe sich nicht mit den Urteilen abfinden wollen und Selbstjustiz angewendet. „Da steckt eine unduldsame Selbstgerechtigkeit hinter.“ „Es gibt für diese Tat keine andere Strafe als lebenslänglich“, so Lechtermann. Das wird bei Jürgen F. so sein.

Von Dagmar Simons

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