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AWU nimmt die Spannung raus

Energiesparprojekt in Velten AWU nimmt die Spannung raus

Mit einem sogenannten Spannungsregler werden Beleuchtung, Computer und Maschinen auf dem Hof des Entsorgers AWU in Velten von der Normalspannung, etwa 230 Volt, auf tagsüber nur 215 Volt heruntergesetzt. Pro Jahr spart das Unternehmen damit laut Hochrechnung rund zehn Prozent seines Energieverbrauchs ein.

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Stellen den Spannungsregler vor: Jens Gockel (l.) und Steffen Schäperkötter von MBG.

Quelle: Foto: Marco Paetzel

Velten. Es ist ein unscheinbarer grauer Kasten, der im Hausanschlussraum der Veltener AWU seine Arbeit tut. Im Inneren des Spannungsreglers mit dem Namen „Power Sines“ werkeln Transformatoren, die die Spannung aus dem Stromnetz reduzieren. Statt der üblichen etwa 230 Volt laufen Beleuchtung, PCs oder Schweißanlage auf dem AWU-Gelände tagsüber nur mit 215 Volt. „Wir haben in der Schweißerwerkstatt mit neuen LED-Leuchten dennoch ein Überangebot an Licht“, so Standortleiter Christoph Rippchen. Er habe bislang noch nicht festgestellt, dass etwas nicht funktioniere, auch die PCs liefen mit weniger Spannung tadellos.

Die Bilanz klingt nicht schlecht: Knapp zehn Prozent Energie spart die AWU innerhalb eines Jahres voraussichtlich ein, der Stromverbrauch sinkt um 30 000 Kilowattstunden. Das bedeutet eine Ersparnis von rund 5100 Euro, und fast 16,7 Tonnen Kohlenstoffdioxid. „Das basiert nicht auf neuesten Erkenntnissen, sondern die Funktionsweise ist seit Jahren bekannt“, sagt Jens Gockel, Geschäftsführer das Berliner Unternehmens Mastbau Gärtner (MBG). Jürgen Kafka, Hennigsdorfer CDU-Stadtverordneter und Energieberater, hatte Gockel und seinen Energiesparkasten der AWU vermittelt. In weniger als fünf Jahren soll sich die Anschaffung des Gerätes lohnen, dann übersteigt die Energieersparnis den Anschaffungspreis, glaubt AWU-Mann Christoph Rippchen.

Die Testphase, die im September 2015 begonnen hatte, ist vorbei. Gestern präsentierten AWU und MBG die neue Technik. Und das vor illustrer Runde. Gekommen waren etwa Egmont Hamelow, Leiter des Bereichs Bauen, Wirtschaft und Umwelt in der Kreisverwaltung, Thomas Bethke, Chef der Hennigsdorfer Stadtwerke, Götz von Arnim, Chef des Klima-Kompetenzzentrums oder Dirk Asmus, Leiter des Hennigsdorfer Bauamts.

Die Technik, erklärte Jens Gockel, lohne sich auch für Straßenbeleuchtung in Kommunen. In Erfurt kommen die Spannungswandler von MBG in diesem Bereich zum Einsatz, hier wird die Spannung für die Natriumdampf-Lampen auf nur 195 Volt heruntergeregelt und so fast 40 Prozent Energie eingespart. Auch mit modernen LED-Lampen, die die Kommunen zunehmend für die Straßenbeleuchtung nutzen, ließe sich auf diese Weise Energie einsparen. Wie viel genau, das werde in einer Studie der TU Berlin gerade ermittelt, erklärte Gockel. Auf jeden Fall würde die niedrigere Spannung dabei helfen, die Lebensdauer von LED-Lampen erheblich zu verlängern, weil die Bauteile sich während des Betriebes nicht so stark erwärmen.

Ohne Spannungsregler kämen oft sogar bis zu 250 Volt aus dem Netz, das liege vor allem an der unsteten Energie der Erneuerbaren, erklärte Jens Gockel. Diese hohe Spannung verkürze die Lebensdauer von LEDs und anderen Geräten zusätzlich. Mit dem Spannungsregler, könne man dagegen eine konstante Volt-Zahl erzeugen, die die Geräte länger leben lasse, warb Gockel. Mit Erfolg. Hennigsdorfs Bauamtsleiter Dirk Asmus interessierte sich sehr für die Technik, in Hennigsdorf werden die Straßenzüge seit Jahren auf LED umgestellt. Das mit der längeren Lebensdauer sei ein gutes Argument, sagte Asmus.

Von Marco Paetzel

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