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Ab Mitternacht läuft der Backofen auf Hochtouren

MAZ auf Nachtschicht Ab Mitternacht läuft der Backofen auf Hochtouren

In unserer Serie „Auf Nachtschicht“ ist die Redaktion zu Gast bei der Bäckerei Plentz in Schwante. 1300 Brote und viele hundert Brötchen werden dort in einer Nacht gebacken. Ohne eine gut durchorganisierte Planung funktioniert das nicht.

Schwante. Es ist kurz vor zwei Uhr nachts. Der Ofen am Firmenhauptsitz der Bäckerei Plentz läuft bereits auf Hochtouren, als das MAZ-Team zur Nachtschicht in der Backstube ankommt. Am Ende der Schicht werden dort allein 1300 handgefertigte Brote und viele hundert Brötchen knackig braun gebacken worden sein. Hinzu kommen hunderte Teilchen, Kuchenstücke und Torten in der Konditorabteilung nebenan.

Ohne eine gut durchorganisierte Planung funktioniert das nicht. Null Uhr fangen die ersten Mitarbeiter an, wird Teig angesetzt und vorbereitet, werden die ersten Brötchen geformt. „Ein gutes Brot, ein guter Geschmack, das braucht Zeit“, erklärt Karl-Dietmar Plentz, der als Urenkel des Firmengründers die Bäckerei inzwischen in vierter Generation führt. „Und die Zeit nehmen wir uns.“ Mancher Teig müsse bis zu 48 Stunden gehen. Wert legt er auch auf „Regionalität. Die muss erhalten bleiben. Sonst geht etwas verloren, was für die Menschen hier wichtig ist“.

Punkt 3:09 Uhr rollt der erste Lieferwagen voll bepackt vom Hof. Fünf Filialen müssen neben dem Firmensitz in Schwante beliefert werden. Das „Haus des Brotes“ am Veltener Bahnhof öffnet bereits um 5 Uhr. „Da warten die ersten Kunden bereits auf ihre frischen Brötchen“, weiß Plentz.

Auch Großkunden beliefert die Bäckerei, deren Inhaber sich in der Region nicht nur mit seinem Handwerk, sondern auch seinem Engagement einen Namen gemacht hat. Ob Kirche, Schulen oder der Verband des Bäckerhandwerks. Wenn Hilfe gebraucht wird, packt Karl-Dietmar Plentz an.

Nachtschichtleiter Marvin Voß liebt seinen Beruf und kann sich keinen anderen vorstellen

Nachtschichtleiter Marvin Voß liebt seinen Beruf und kann sich keinen anderen vorstellen. Trotz oder gerade wegen der frühen Arbeitszeiten.

Quelle: Julian Stähle

Aus der Backstube hat sich der Senior inzwischen zurückgezogen, er kümmert sich lieber um das Marketing. Auch, weil sein Arbeitstag damit nicht mehr tagein tagaus um Mitternacht beginnt. „Das frühe Aufstehen ist in diesem Beruf nicht wegzudiskutieren“, meint er. „Doch wir suchen immer nach Möglichkeiten, Arbeitszeiten zu optimieren und überlegen, wo wir in der Nachtschicht noch Zeiten wegreduzieren können, um die Bedingungen für unsere Angestellten zu verbessern“. Allerdings sehe er auch Vorteile: „Man hat sehr früh Feierabend“. Heilig ist dem fünffachen Vater der Sonntag. „Deshalb werden wir auch zukünftig an diesem Tag nicht öffnen.“

Während sich Plentz Zeit für das MAZ-Team nimmt, ackern seine Kollegen im Akkord. In der Backstube herrscht bei sengender Hitze eine klare Aufgabenteilung: Teig ansetzen, portionieren, formen, den Ofen bedienen, Vorbereitung des Transports. Still und emsig arbeiten Bäcker und Lehrlinge, ein Zahnrad greift ins nächste. Schichtleiter Marvin Voß kümmert sich seit Mitternacht um den Brötchenteig und gleichzeitig darum, dass alle Schichtabläufe funktionieren. Einen anderen Arbeitsrhythmus kann sich der 37-Jährige nicht vorstellen: „Ich will es auch gar nicht anders. So habe ich genügend Zeit für meine beiden Kinder“. Ähnlich sieht es Markus Hellriegel. Der 24-Jährige steht am Ende seines zweiten Ausbildungsjahres. „Ich finde es nicht schlimm, nachts zu arbeiten, wenn alle anderen schlafen. Mir war das vorher zwar gar nicht so bewusst, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt. Und es ist einfach ein toller, handwerklicher Beruf. Am Ende des Tages kann man sehen, was man mit seinen eigenen Händen erschaffen hat.“

Von Nadine Bieneck

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