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Oberhavel Abgefahren und bildschön
Lokales Oberhavel Abgefahren und bildschön
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20:09 17.11.2017
Auch Julia Romana Ehlerts Mutter, die Style-Expertin Barbara Ehlert (l.), teilt die Leidenschaft für alte Autos. Quelle: Fotos: Ulrike Gawande/ Enrico Kugler
Velten

Der winterliche „Strietzelmarkt“ von 1910 des Landschaftsmalers Julius Otto Fritzsche hängt in der Nationalgalerie Dresden. Doch Fritzsche ist nicht irgendein Künstler, sondern ein Urahn von Julia Romana Ehlert aus Velten. Auch Urgroßvater und Oma verdingten sich künstlerisch, arbeiteten als Schilder- und Schriftenmaler im Hennigsdorfer Stahlwerk. Von ihnen hat die 34-Jährige wohl auch ihre künstlerische Ader geerbt. Denn besonders mit ihren ausdrucksstarken Automobilbildern hat sie sich mittlerweile einen Namen gemacht. Bis in die USA verkauft Ehlert ihre Kunstwerke. Sogar den schwarzen Rollys Royce des legendären Berliner Discothekenkönig Rolf Eden bannte sie auf Leinwand.

Julia Romana Ehlert aus Velten Quelle: privat

Doch woher kommt Julia Ehlerts Vorliebe für das Malen von Young- und Oldtimern? Schon als kleines Kind fühlte sich Ehlert, heute selbst Mutter eines kleinen Sohnes, in der Werkstatt ihres Vaters, wo er an alten Automobilen herumschraubte, wohler, als beim Spielen mit Puppen. „Ich bin mit Autos aufgewachsen, habe Benzin im Blut”, sagt sie. Mit einem alten EMW 340 von 1952 war die Familie oft unterwegs. Doch statt zum Schraubenschlüssel griff Julia Ehlert zum Pinsel. „Es begann mit Stillleben, Perspektivzeichnungen, später kamen Landschaften hinzu“, erinnert sie sich an die Anfänge ihrer Kunstleidenschaft. Sie schätzt die französischen Impressionisten wie Monet, mag Cézanne und ist von Frida Kahlos Persönlichkeit beeindruckt. „Am Bollhagen-Gymnasium hätte ich gerne einen Leistungskurs Kunst belegt, aber der wurde nicht angeboten.“ Also bildete sie sich autodidaktisch weiter. 2000/ 2001 nahm sie an der Sommerakademie des Hammer Gustav-Lübcke-Museums teil und belegte Kunstkurse unter anderem bei Uwe Müller-Fabian und Bernd Zimmer.

Julia Romana Ehlert im „Dixie“ ihrer Eltern. Quelle: privat

Im Jahr 2000 erstand erstmals ein Auto-Bild. Damals noch in Kohle als persönliches Geschenk für Freunde. Doch das Geschenk kam so gut an, dass sich Julia Ehlert auf die Darstellung von Fahrzeugen spezialisierte. Und begann Autos und Landschaften zu kombinieren. Oder Collagen zu erstellen, in die sie historische Originale wie Zeitungsausschnitte, Reklame oder private Fotos verarbeitete. Noch vor dem Abitur 2003 beteiligte sie sich an ersten Ausstellungen. So waren ihre Bilder in Österreich und auf Hiddensee ebenso zu sehen, wie im Berliner „Ritz-Carlton“, im Aqua-Dom zum 60. Europatreffen des Triumph-Automobilclubs, im BMW-Werk, bei Daimler-Chrysler, im Porschezentrum, auf Schloss Diedersdorf oder im „Meilenwerk“ Berlin.

Ein Bild von Julia Romana Ehlert aus Velten Quelle: Ulrike Gawande

Die meisten ihrer Werke sind Auftragsbilder. Gerade erst hat sie für die Firma Mercedes-Dressel in Berlin einen Kalender für 2018 fertiggestellt, in dem sie alte Berliner Ansichten, in Aquarelltechnik gemalt, mit Oldtimern der Hausmarke kombiniert hat. Parallel aber gibt sie auch einen eigenen Kalender mit Bildern des vergangenen Jahres heraus. „2017 war sehr amerikanisch, 2018 wird mit Triumph, MG, Rolls Royce und Aston Martin eher englisch“, verrät die Künstlerin, die von 2004 bis 2008 ihr Studium der Diplom-Logopädie in Schwerin und in den Niederlanden absolvierte. „Mit der Malerei habe ich mir mein Studium finanziert.“

Julia Ehlert in der Veltener Logopädiepraxis. Quelle: Enrico Kugler

Seit 2014 zeigt sie in der „Neuen Galerie Velten“ in der Viktoriastraße nicht nur ihre Kunst, sondern behandelt auch Patienten mit Sprachschwierigkeiten. Auch das Erstellen von Gutachten für Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche oder Legasthenie gehört zu ihren Aufgaben. Doch bis Frühjahr 2018 widmet sich Ehlert während ihrer Elternzeit vor allem der Kunst. Jährlich entstehen 50 bis 60 Bilder. Das Größte misst fünf Quadratmeter. Pure Landschaften wären ihr heute zu langweilig, so die Blondine. „Technik muss dabei sein.“

Julia Romana Ehlert mit ihren Collagen. Quelle: Ulrike Gawande

Die Malerei sei für sie ein „Ventil der Seele“. Ihre Bilder zeigen neben Äußerem auch Emotionen und Gedanken. „Meine Bilder sind ein momentanes Abbild der Realität.“ Dabei sei ihre Philosophie „junge Leute für Oldtimer zu begeistern“. Auch ihren Mann Malte hat sie über die Liebe zu Autos gefunden. Mit ihm genießt sie Ausfahrten im Dodge Charger von 1973. „Ich mag den Komfort und den Charme amerikanischer Autos. Sie sind groß, sportlich, spritzig und haben eine tolle Form.“ Mehrmals im Jahr geht es zu Autotreffen in der Region. Egal ob zu Classic Days auf dem Ku-Damm oder in Paaren. Stets im Gepäck hat sie ihre automobilen Kunstwerke.

www.berlinkunstwerk.de

Von Ulrike Gawande

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