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Oberhavel Abgetaucht ins Schlossgewölbe
Lokales Oberhavel Abgetaucht ins Schlossgewölbe
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00:36 08.03.2018
History Kids aus Leegebruch im Schlossgewölbe in Oranienburg Quelle: privat
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Leegebruch

Die Ausstellungsräume des Kreismuseums in Oranienburg sind geöffnet für alle Besucher, doch das Depot im Gewölbe des Schlosses ist fest verschlossen - es sei denn, die Leegebrucher History-Kids stehen vor der Tür. Mit Museumsleiterin Manuela Vehma stiegen sie hinab und staunten nicht schlecht. Nur fünf Prozent aller Sammlungsstücke werden öffentlich gezeigt und alle übrigen warten hier unten als Deponate auf ihren großen Auftritt in einer Ausstellung, sagte die Museumschefin.

10 000 Bücher in den Regalen

Rund 10 000 Bücher stehen in  Regalen, daneben gibt es Gemälde, Waffen, Porzellan, Fahnen und unzählige weitere Alltagsgegenstände zu sehen. Jedes Stück ist im Inventarbuch und auf Karteikarten eingetragen. Einige sahen sich die Kinder an. „Das ist aber in Sütterlin geschrieben, das könnt Ihr sicher nicht lesen“, meinte Vehma. Fast einstimmig kam Protest: „Doch, das haben wir schon geübt.“ Im Lesen war die Fachfrau allerdings schneller. Ehe sie später ein Kästchen öffnete, um den Inhalt zu zeigen, fragte sie nach einem Betrieb in Leegebruch, den es heute aber nicht mehr gibt. Dass es sich um die Messerschmiede handelte, wussten die History-Kids natürlich und bekamen zwei ausgefallene Taschenmesser zu sehen. Die waren typisch für Leegebruch und daran soll man sich auch noch in Zukunft erinnern können.

Eine Geschichte zu jedem Stück

Wie kommen aber die Sachen eigentlich ins Museum, fragten sich die kleinen Forscher. Manches werde gefunden, anderes bringen meist ältere Menschen vorbei, erzählte die Museumschefin, damit es für die Nachwelt aufgehoben werden kann. So schenkte eine Dame dem Kreismuseum ihr altes Kinderkleidchen. Da es nach dem Krieg kaum Stoff gab, hatte die einfallsreiche Mutter eine große Fahne genommen, das aufgenähte Hakenkreuz abgetrennt, ein Kleid für die Tochter daraus geschneidert und mit weißen Blümchen bestickt. Nur bei genauem Hinsehen ist die etwas dunklere Nahtstelle auf dem Stoff noch heute erkennbar. Solch kleine Geschichten gab es noch zu manch anderem Teil zu hören.

Auch die Eltern der History Kids waren beeindruckt

Eindruck auf die jungen Besucher machten die vielen Bücher mit ihren sichtbaren Altersspuren. Von Gesetzessammlungen bis zu Spielzeugkatalogen war alles vertreten, auch dicke Bände aus vergangenen Jahrhunderten. Die durften dann nur mit Handschuhen angefasst werden, wie es für die Arbeit in einem Archiv mit kostbaren Druckwerken selbstverständlich ist, ebenso wie schützende Kittel. All dies lag für die Nachwuchshistoriker bereit, die einen spannenden Nachmittag lang in eine andere Welt eintauchen durften. Auch die anwesenden Eltern nahmen eine Menge neuer Erkenntnisse mit. Im Namen der History-Kids dankten die Leegebrucher Projektleiterinnen Babett Wiechmann und Ulrike Unger der Museumschefin mit einem Blumenstrauß für den Blick in ihr Reich.

Von Ulrike Unger

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