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Oberhavel Abschied von „Mama“
Lokales Oberhavel Abschied von „Mama“
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18:34 12.05.2017
Leokadia Korzelska besuchte Hennigsdorf zum letzten Mal im September 2015. Quelle: Foto: Archiv/ Paetzel
Hennigsdorf

„Sie musste sich nicht lange quälen“, sagt Udo Hoffmann von den SPD-Senioren. Schon am 20. April ist Leokadia Korzelska, ehemalige polnische Zwangsarbeiterin bei AEG, mit 93 Jahren gestorben. Am 28. April reiste eine siebenköpfige Delegation der SPD-Senioren Hennigsdorf zur Beerdigung nach Warschau. In Vertretung von Bürgermeister Andreas Schulz wurde ein Trauerkranz niedergelegt. „Unser Besuch ist von der Familie mit herzlichem Dank zur Kenntnis genommen worden“, so Hoffmann.

Zu Hennigsdorf hatte Korzelska in ihren letzten Jahren eine enge Verbindung: Seit 2006 besuchte sie die Stadt wieder regelmäßig. Damals hatte sie bei der Suche nach dem ehemaligen Lager den damaligen SPD-Stadtverordneten Ekki Hinke auf der Straße getroffen. Sie verstanden sich, Hinke durfte sie fortan „Mama“ nennen. „Jetzt hast du viele Kinder in Hennigsdorf“, sagte Hinke bei ihrem letzten Besuch im September 2015, damals hatte Leokadia Korzelska einer Gruppe der Diesterweg-Schule aus ihrem Leben erzählt.

Die Polin hat hier die schlimmste Zeit ihres Lebens verbracht, von 1942 bis 1945 musste sie Zwangsarbeit in den AEG-Fabriken leisten. Bis zu 28 Frauen schliefen in Doppelstockbetten in einem Raum. Um vier Uhr morgens wurden sie geweckt, gut einen Kilometer dauerte der Fußmarsch in die Fabrik in Holzpantinen. Zwölf Stunden lang stellten sie jeden Tag Isolierstoffe her. „Es war heiß und hat gestunken“, so Korzelska 2015. Der Kontakt zur Familie soll auch nach Korzelskas Tod erhalten bleiben, sagt Udo Hoffmann. Gemeinsam unternehmen die SPD-Senioren mit den Polen jedes Jahr kleine Reisen. Im Herbst geht es nach Hamburg.

Von Marco Paetzel

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