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Mit der Handglocke ans andere Ende der Welt

Adventsläuten in Klein-Mutz Mit der Handglocke ans andere Ende der Welt

Das Klein-Mutzer Adventsläuten wird immer beliebter. Von weit her kommen Besucher, um das Chorbimmeln am Lagerfeuer zu erleben. Die weiteste Anreise hatte diesmal Peita Orlowski. Sie kommt aus Australien.

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Die Kinder hatten beim Bimmeln am Glocken-Galgen ihre helle Freude.

Quelle: Uwe Halling

Klein-Mutz. 15 000 Kilometer waren nicht zu toppen. Diese Strecke ist die kleine goldfarbene Glocke mit der Aufschrift „Burgwall“ in der Handtasche von Peita Orlowski geflogen und war damit am Sonnabend in Klein-Mutz das am weitesten angereiste Exemplar. Erstmals wurden beim inzwischen sechsten Adventsläuten im Zehdenicker Ortsteil Glocken prämiert. Das größte Exemplar hatte Dieter Mader von Zuhause mitgebracht – eine echte Schweizer Kuhglocke, die man schon mit beiden Händen umfassen muss. Der Mutzer ist mit der Veranstaltung zum Glockensammler geworden. „Von dort, wo wir sind, bringen wir jetzt immer eine Glocke mit oder lassen mitbringen“, so Mader. In ein paar Jahren ist seine Sammlung vielleicht so groß, das er ein Glockenmuseum eröffnen kann.

Für das klangvolle Schauspiel haben die Klein-Mutzer diesmal sogar einen Glocken-Galgen aufgebaut. Waldemar Schulz zimmerte den stabilen Holzrahmen und montierte Haken in den Balken, an den die Besucher ihre Bimmeln hängen und bewundern lassen konnten. Mehr als 20 kleine und große Glocken wurden dort aufgereiht. Höhepunkt des Abends war das Spiel des vielstimmigen Glockenchores – der Advent ist eingeläutet. Die Australierin Peita Orlowski kennt das nur aus Deutschland. „Bei uns wird der Advent nicht so zelebriert. Wir haben auch keinen Nikolaustag und keinen Heiligabend“, sagt sie.

Als sie im vergangenen Jahr in Klein-Mutz zu Besuch war, staunte sie beim Adventsläuten über die vielen Instrumente und nahm sich fest vor, beim nächsten Mal mit zu klingeln. Die Glocke aus Burgwall ist ein Geschenk von Freunden aus Zehdenick. „Ich sammle Glocken, ich mag das Klingeln“, erklärt die Frau aus der Nähe von Brisbane. Neben der Glocke der Australierin hatten auch andere Exemplare einige Kilometer zurückgelegt, um in Klein-Mutz zu spielen. Hamburger und Lübecker sowie Gäste aus Süddeutschland waren dabei.

Die Glocken sind längst nicht bei allen nur Dekoration. Bei Bert Kronenberg auf dem Hollerhof wird damit „gearbeitet“. „Wir läuten bei Arbeitseinsätzen mit der Glocke die Pause ein und bei Veranstaltungen den Beginn“, sagt er. Seine Feuerwehrglocke ist ein Geschenk aus Bayern und wäre die größte des Abends gewesen. Aber sowohl Kronenberg als auch Ortsvorsteher Bernd Gotthardt verzichteten als Veranstalter auf eine Prämierung. Auch die imposante Kirchenglocke – immerhin eine Musterglocke aus der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin – startete außerhalb der Konkurrenz. Unter der Last des Eisens wäre der Glocken-Galgen vermutlich auch zusammengebrochen.

Von Cindy Lüderitz

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