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Ärger mit Falschparkern

Oranienburg Ärger mit Falschparkern

Jörg Haid und Susen Straßburg sind auf den Rollstuhl angewiesen. Und ihr Auto. Sie wohnen in der Bernauer Straße und haben jeweils einen personengebundenen Parkplatz in der Liebigstraße. Doch manchem ist das egal, sie parken dort trotzdem. Und beschimpfen die Oranienburger auch noch rüde.

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Susen Straßburg und Constanze und Jörg Haid (v. l.) wohnen auf dem Boulevard, in der Liebigstraße haben sie ihre Parkplätze.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Was Constanze und Jörg Haid sich schon alles anhören und gefallen lassen mussten von Autofahrern, die einfach ihren Behindertenparkplatz blockiert haben, das ist einfach hanebüchen! Das reiche von „der Krüppel braucht den nicht“ bis „du Schlampe such’ dir einen anderen Parkplatz“, berichtet Constanze Haid. Sobald sie zum Einkaufen oder zum Arzt losfahren und zurückkommen, sei ihr Parkplatz in der Liebigstraße „in 99 Prozent der Fälle“ besetzt. Das brachte wohl jetzt das Fass zum Überlaufen. „Wir haben uns unsere Behinderung schließlich nicht ausgesucht“, ärgert sich Jörg Haid. Man sei doch schon genug gehandicapt, ärgert er sich über rücksichtslose Zeitgenossen, die sich gar keine Gedanken darüber machen, welche Folgen das für die betroffenen Rollifahrer hat, wenn man ihren Parkplatz blockiert.

Wie Jörg Haid hat auch Susen Straßburg einen personengebundenen Behindertenparkplatz an der Liebigstraße. Seit 2014. Das steht groß dran. Sogar mit der Nummer der Genehmigung. Ihr Parkplatz ist extrem groß, denn die Berufstätige Frau muss an der Seite ihres T5-Busses eine Rampe anlegen, um mit dem Rollstuhl das Gefährt verlassen zu können. Mehr als einmal konnte sie das nicht. „Entweder dachte jemand, es sind zwei Parkplätze und der freigebliebene Rest wird schon reichen oder es interessierte einfach nicht“, ist auch sie erbost.

Mehrfach habe sie schon das Ordnungsamt (bis 16 Uhr) oder danach die Polizei angerufen. „Doch bis jemand da ist und ein Abschleppwagen gerufen wird, sind schon mal bis zu vier Stunden vergangen“. Stunden, die sie im Auto warten muss. Vor allem im Winter sei das gar nicht lustig. „Und dann sollte ich selbst den Abschleppwagen rufen, das kostet 135 Euro.“

Die beiden Rollstuhlfahrer aus der Bernauer Straße wünschen sich in erster Hinsicht eines: Rücksichtnahme. Leider erlebten sie stattdessen unhöfliche, gar beleidigende Kommentare, wenn sie Parksünder zur Rede stellen. „Die sollten einfach stärker und konsequenter bestraft und abgeschleppt werden. 35 Euro sind zu wenig“, sind sich Jörg Haid und Susen Straßburg einig. Ihr Wunsch: elektrisch versenkbare Poller, um Falschparken zu verhindern und größere Aufschriften auf dem Parkplatz. „Klar, Poller sind teuer, aber es gibt 19 personengebundene in der Stadt. Wenn ein Poller 2000 Euro kostet, wäre das doch finanzierbar“, findet es Haid.

Die Beschilderung ordnet die Straßenverkehrsbehörde an, so Stadtsprecherin Susanne Zamecki. Das Ordnungsamt müsse mit Augenmaß entscheiden, ob der Abschleppdienst gerufen wird. Denn nicht selten stünden ebenso Behinderte auf dem Parkplatz, ohne allerdings ihren Ausweis sichtbar auszulegen. „Trotzdem haben sie natürlich kein Recht, auf dem personengebundenen Platz zu stehen“, so Zamecki. Elektropoller seien zu teuer, müssten ja aus dem Haushalt bezahlt werden. Es bleibe nur: „Mehr Aufklärungsarbeit und Kontrollen durch das Ordnungsamt. Das sollte in jeden Fall gerufen werden. Dann wird geprüft, wem das Auto gehört und gegebenenfalls abgeschleppt!“

Von Heike Bergt

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