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Ärger mit Hunden im Wald

Bergfelde Ärger mit Hunden im Wald

Eine Bergfelder Hundehalterin und ihre Tiere wurden bereits mehrfach von nicht angeleinten Vierbeinern im Wald attackiert – trotz Leinenpflicht. Sie wünscht sich mehr Rücksichtnahme und Kontrollen.

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Die 27-jährige Hundehalterin mit Husky Angel (l.) und Cooper, einem stattlichen Alaskan Malamute.

Quelle: Helge Treichel

Bergfelde. Seitdem sie Ende Juni mit einem demolierten Fahrrad in den Brennnesseln landete, meidet Caroline S.* das Bergfelder Waldgebiet rund um den Herthasee. Ein freilaufender Hund hatte sie vom Rad gerissen. Bereits mehrfach wurden sie und ihre Hunde im Wald attackiert. Einmal konnte sie gerade noch vom Rad springen, als ein vom Jagdfieber auf ein Kaninchen gepackter Hund vor ihr vorbeischoss. Sie kam bislang unverletzt mit dem Schrecken davon. Aber nach dem jüngsten Vorfall schrieb sie ans Ordnungsamt in Hohen Neuendorf. Von dort wurde sie an die Forstbehörde verwiesen. Ordnungsbehördliche Belange des Waldes würden in deren Zuständigkeit fallen, so die Begründung. Also wandte sich die 27-Jährige an die mitgelieferte Adresse.

Auch solche kleinen Kunststückchen haben die Lieblinge von Caroline S

Auch solche kleinen Kunststückchen haben die Lieblinge von Caroline S. drauf.

Quelle: Helge Treichel

Die Antwort hat sie ein bisschen sprachlos gemacht. Die Situation sei der unteren Forstbehörde bekannt, heißt es in dem Schreiben. „In Schildow und Glienicke/N. ist es noch viel schlimmer“, schreiben die Förster. Die Revierleiter würden Flächen von jeweils rund 10 000 Herktar Größe betreuen „und können nicht jedes einzelne Waldgebiet kontrollieren“. Und dann kommt das, was die Bergfelderin fassungslos macht: „Wir sehen auch für Waldflächen die Ordnungsämter mit in der Pflicht. Schließlich müssen die Hundehalter dort die Hundesteuer entrichten. Was machen die Gemeinden eigentlich mit den Einnahmen?“

„Hier schieben sich die Behörden gegenseitig die Zuständigkeit in die Schuhe und niemand will helfen“, stellt Caroline S. fest und wendet sich verärgert an die MAZ. Genauso ärgert sie sich aber auch über Hundehalter, die ihre Tiere trotz der Hinweisschilder zur Leinenpflicht frei im Wald laufen lassen. „Und wenn diese dann andere Tiere angreifen, heißt es immer: ,Ach das hat er ja noch nie gemacht!’“ Der Halter jenes Hundes, der sie vom Fahrrad gerissen hatte, habe nicht einmal den Anstand besessen, ihr aufzuhelfen oder nach dem Befinden zu fragen. Er habe seinen Spaziergang völlig unbeeindruckt fortgesetzt. Diese Situation ist für die junge Frau unerträglich.

So sieht es aus, wenn Cooper und Angel mit dem Dogscooter trainieren

So sieht es aus, wenn Cooper und Angel mit dem Dogscooter trainieren.

Quelle: privat

Über den reflexartigen Vorwurf, sie sei eine Hundehasserin, ist Caroline S. erhaben: Sie und ihr Mann halten einen zweijährigen Alaskan Malamute und einen im Oktober 2016 geborenen Husky. Gern würden sie ihren Dogscooter von den beiden durch den Wald ziehen lassen. Wegen einiger rücksichtsloser Hundehalter mussten sie inzwischen auf hartes Straßenpflaster ausweichen – und in die Prignitz, wo die Eltern wohnen. Sie wünschen sich mehr Rücksichtnahme.

„Muss eigentlich immer erst etwas Schlimmes passieren, damit die Verantwortlichen aktiv werden“, fragt Caroline S. und verweist auf die zahlreichen Kindergruppen, die sich im Wald aufhalten. Der Förster hatte sie in seiner Antwort davor gewarnt, Hunde mit dem Rad auszuführen. Durch vielfältige Ablenkungen könne es zum Sturz kommen. Und falls sie noch einmal durch andere Hundehalter so in Bedrängnis gebracht wird, könne sie auch eine Anzeige bei der Polizei machen.  *Name geändert

Gesetzliche Grundlagen

In Brandenburg gelten die Hundehalterverordnung und das Landeswaldgesetz. Letzteres besagt: „Hunde dürfen nur angeleint mitgeführt werden.“ Eine Ausnahme bilden Jagdhunde während ihres Einsatzes und Polizeihunde. (§ 15)

Ein Verstoß gegen die Leinenpflicht gilt als Ordnungswidrigkeit. Hierbei werden Bußgelder verordnet.

Geldbußen bis zu maximal 50 000 Euro können dabei anfallen. Generell fällt der Betrag jedoch um einiges geringer aus.

Von Helge Treichel

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