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Ärger mit den Sickermulden

Straßenbau in Schildow Ärger mit den Sickermulden

Freud und Leid liegen dicht beieinander beim aktuellen Straßenbau in Schildow: So sehr die Anwohner den Ausbau und damit das Ende von Staubwolken, Schlamm und Schlaglöchern herbeigesehnt hatten, so enttäuscht sind einige vom Ergebnis. Das betrifft insbesondere die Tiefe und Position der Sickermulden.

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Familie Schmude aus der Bachstraße bekam die Sickermulde direkt vor die Hauseingangstreppe gebaut.

Quelle: Helge Trechel

Mühlenbecker Land. Die Bachstraße ist kaum wiederzuerkennen: Asphaltfahrbahn statt Sand, Sickermulden, wo bis Februar noch Bäume standen, neue Laternen. Doch so sehr die Anwohner den Straßenausbau und damit das Ende von Staubwolken, Schlamm und Schlaglöchern herbeigesehnt hatten, so enttäuscht sind einige vom Ergebnis.

Alwin Schuster, der schon die Baumfällungen kritisiert hatte, ärgert sich jetzt über die aus seiner Sicht zu breiten und zu tiefen Sickermulden. Als Gefahrenquelle seien diese nicht zu unterschätzen. Unverständlich sei auch, warum sie auf der selben Seite wie die Trinkwasserrohre und andere Leitungen angelegt wurden. Andere Anwohner berichten von einer unglücklichen Platzierung hinsichtlich des Zugangs zum Grundstück und zum Briefkasten. Besonders getroffen fühlt sich Familie Schmude, weil die Treppe vom Hauseingang direkt auf die Mulde zuführt.

 Die  Sickermulden vor dem Grundstück von Alwin Schuster in der Bachstraße

Die Sickermulden vor dem Grundstück von Alwin Schuster in der Bachstraße.

Quelle: Helge Treichel

Dass dies nicht glücklich ist, gibt auch Bauamtsleiter Hanns-Werner Labitzky zu. Eine Steglösung – wie bereits provisorisch angelegt – hält er für denkbar. Wenig begeistert zeigt sich davon der für Tiefbaubelange zuständige Rathausmitarbeiter Thomas Strahl. Er hält es für zumutbar, dass die Bewohner künftig einen kleinen Bogen laufen, zumal ja die Sickermulde schon in der Planung aufgeführt war. Mit der Zeit werde die Mulde ohnehin flacher. Priorität habe für ihn zunächst das Ergebnis: „Erst muss ich eine vernünftige Arbeit abliefern.“

Die Tiefe und Ausmaße der Mulden seien vom Planer nach den gesetzlichen Vorgaben berechnet worden. Grundlage sei ein alle fünf Jahre auftretendes Regenereignis. An dieser Stelle könne die Gemeinde auch keinen Einfluss nehmen. Ohnehin sei die Planung vor der Realisierung vom Bauordnungsamt des Landkreises zu genehmigen, wo die Berücksichtigung der Gesetzesvorgaben ebenfalls überprüft wird. „Das ist mitunter nicht schön, aber ökologisch im Sinne unseres Wasserhaushalts“, sagt Strahl.

 Vorbereitungen zum Straßenausbau in Schildow

Vorbereitungen zum Straßenausbau in Schildow.

Quelle: Helge Treichel

„Die Mulden müssen so gestaltet werden, dass man sie auch mit dem Rasenmäher pflegen kann“, findet dagegen Dieter Friedrich, der mit seiner Frau ein Eckgrundstück an der Fritz-Reuter-Straße/Schubertstraße bewohnt. Wenn die Mulden zu flach werden, müssten eben beidseitig der Fahrbahn welche angelegt werden. Das war auch in den 1990er-Jahren der Fall, als zum Beispiel die Mozart- und Haydnstraße ausgebaut worden waren, sagt Alwin Schuster. Aber da sei die Fahrbahn auch zu beiden Seiten hin abschüssig gewesen, entgegnet Thomas Strahl. Die jetzige Lösung in der Bach- oder Schu­bertstraße trage dem natürlichen Geländeprofil Rechnung, das vom Planer eigens vermessen worden sei. Dennoch entspreche diese einseitige Lösung auch der günstigsten Variante hinsichtlich der Leitungen. Denn die Trinkwasserrohre seien 1,3 bis 1,4 Meter tief in der Erde, die Strom- und Telefonleitung auf der anderen Seite aber lediglich 60 Zentimeter. Das sei zu flach für die Mulden. Für die Trinkwasserleitungen treffe das jedoch nicht zu, betont Strahl. Ohnehin sei mit dem Versorger Wasser Nord bereits vereinbart, dass die nun vielfach herausragenden Zugänge noch angepasst werden.

 Diese Straßen wurden bereits in den 1990er-Jahren ausgebaut

Diese Straßen wurden bereits in den 1990er-Jahren ausgebaut. Die flachen Sickermulden sind kaum erkennbar, funktionieren aber.

Quelle: Helge Treichel

Ein weiteres Ärgernis ist für einige Anwohner der Schubertstraße eine junge Eiche, für die eigens eine Aussparung in der Fahrbahn geschaffen werden soll. Da dieser Baum mit einer größeren Eiche konkurriert, wäre die Fällung sogar laut Baumschutzsatzung begründet, sagt Alwin Schuster. Im Gegensatz zu vielen anderen Fällungen im Zuge des Straßenbaus.

 Die junge Eiche soll gegen den Willen etlicher Anlieger erhalten bleiben

Die junge Eiche soll gegen den Willen etlicher Anlieger erhalten bleiben. Andere Bäume wurden dagegen rigoros gefällt. „Die Entscheidungen sind nicht nachvollziehbar“, kritisiert Alwin Schuster von der Bürgerinitiative „Baumschutz Kommunal“.

Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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