Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel AfD füllt den Rathaussaal
Lokales Oberhavel AfD füllt den Rathaussaal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:50 02.12.2016
Andreas Galau (r.) bei seinem Auftritt im Rathaussaal in Birkenwerder. Quelle: Andrea Kathert
Anzeige
Birkenwerder

Die brandenburgische Landtagsfraktion der Alternative für Deutschland (AfD) hatte sich am Mittwochabend im Rathaussaal von Birkenwerder eingemietet. Fraktionsvorsitzender Alexander Gauland, der Oberhavel-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Andreas Galau sowie André Poggenburg, Fraktionsvorsitzender in Sachsen-Anhalt, hatten im Podium Platz genommen, um einen Bürgerdialog zu führen.

Eine Stunde zuvor versammelten sich vor dem Rathaus Bürger aus Birkenwerder, Gemeindevertreter, Mitglieder der Willkommensinitiativen und viele junge Menschen, um mit Luftballons, Musik und heißen Getränken zu verdeutlichen: Wir stehen für ein buntes Birkenwerder. Die etwa 100 Menschen hatten sich erst wenige Tage zuvor über soziale Netzwerke spontan zu diesem friedlichen Auftritt verabredet. „Wir wollen Gesicht zeigen“, meinte Dorothea Trebs, die für die Wählergruppe IOB in der Gemeindevertretung sitzt. „Die AfD ist da, die müssen wir auch wahrnehmen, es ist wichtig in einen Dialog zu kommen.“ Doch bunt sei schöner, als Ausdruck von Toleranz. Ein tolerantes Birkenwerder zu zeigen, sei wichtig.

Birkenwerder soll bunt sein, war das Motto vor dem Rathaus. Quelle: Enrico Kugler

Weil die Polizei vor dem Rathaus ein Versammlungsverbot ausgesprochen hatte, zogen einige Teilnehmer auf die andere Straßenseite. Von dort waren dann auch Sprechchöre einer Gruppe von jungen Leuten zu hören wie „Nazis raus!“.

Als kurz vor Beginn der AfD-Veranstaltung viele der Teilnehmer ins Rathaus wollten, mussten sie auf der Treppe kehrt machen. „Man hat uns gesagt, der Saal sei bereits voll, es passen nur 70 Leute rein“, sagte Ralf Ludewig, der mit seiner Frau Anke so wie die meisten draußen bleiben musste. Auch für einige Gemeindevertreter war das unverständlich. Doch die Abgeordneten selbst hatten einstimmig eine Satzung verabschiedet, dass das Rathaus vermietet werden darf.

Wegen des Einlasstopps blieb die AfD im Rathaussaal so gut wie unter sich. Andreas Galau zeigte sich überwältigt von dem großen Zuspruch und bedauerte, dass so viele draußen bleiben mussten. „Das nächste Mal müssen wir wohl eine Turnhalle mieten“, sagte er. Kurz darauf meinte Galau: „Diese Willkommensklatscher da draußen übernehmen keine Verantwortung.“ Dazu gehöre auch Inka Gossmann-Reetz. Die sei zu feige, sich der Diskussion zu stellen. Für seinen Satz „Zu bunt gehört auch blau“, erntete Galau den ersten großen Applaus.

Um kommunalpolitische Angelegenheiten ging es im Bürgerdialog zunächst weniger. Landes- und bundespolitische Themen wie Flüchtlingspolitik, Demokratieverfall, das Verhältnis zu Russland oder die Frage von Koalitionen hatten den Vorrang. „Wir gehören zu den wenigen, die Russland nicht nur auf Augenhöhe begegnen wollen, sondern es sogar in die europäische Friedensordnung einbeziehen wollen.“ Eindeutig auch die Haltung zu einer Juniorpartnerschaft: „Nein wir werden nicht in eine Koalition gehen, bei der wir nicht auf Augenhöhe mitbestimmen“, so Gauland. André Poggenburg wurde noch deutlicher: „Wenn die CDU eine Person wäre, dann wäre sie ein Charakterschwein.“ Und mit so was könne man keinen Pakt eingehen.

Unter den circa 70 Leuten meldeten sich drei Besucher zu Wort, die offenbar nicht zu den Sympathisanten der AfD gehörten. „Wir sind hier gute Gastgeber“, sagte ein Birkenwerderaner. „Wir haben Willkommensinitiativen, Schulen und Kitas – wir leben ziemlich gut hier.“ Er versteh nicht, warum sich die AfD hier so sehr als Opfer darstelle. „Wenn Sie sagen, hier ist alles in Ordnung, dann hat man was mächtig verschlafen“, antwortete Poggenburg.“ Wenn Sie in Birkenwerder keine Probleme haben, dann haben Sie Glück gehabt“, sagte Andreas Galau.

Von Andrea Kathert

Oberhavel Oberhavel: Polizeibericht vom 1. Dezember 2016 - Holzkreuz der Gedenkstätte beschädigt

Die Oranienburger Kriminalpolizei ermittelt wegen der Beschädigung eines Holzkreuzes, das an die Opfer des sowjetischen Speziallagers erinnert. Teile des Kreuzes sind abgebrochen worden. In der Raststätte Stolper Heide randalierte ein Mann. Wie er auf das Gelände kam, ist unklar.

01.12.2016

Das Thema Cyber-Mobbing ist ein immer größer werdendes Problem an der Oranienburger Torhorst-Gesamtschule: Durch Vertrauenslehrer erfuhren die neuen Schulsozialarbeiterinnen Oja Cevik und Sandra Friedemann von dem Problem. Um Schüler und Eltern über die Folgen aufzuklären, engagierten sie das Theaterprojekt Eukitea mit dem Stück „I like you“.

01.12.2016

Eine einzigartige Ausstellung mit zeitgenössischen Bildern von Alexandra Weidmann sind in der Kunstkate in Kraatz zu sehen. Am Sonntag, 4. Dezember, um 15 Uhr wird die Ausstellung eröffnet.

01.12.2016
Anzeige