Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Aktion gegen Personalnotstand in Kliniken

Kundgebung in Sommerfeld Aktion gegen Personalnotstand in Kliniken

Etwa 100 Mitarbeiter der Kliniken in Sommerfeld trafen sich am Mittwoch in der Mittagspause vor dem Eingangsportal in der Waldhausstraße. Sie wollten damit gegen die Klinikreform der Bundesregierung protestieren. Durch Kürzungen entstehen den Krankenhäusern in Deutschland eine Finanzierungslücke von 500 Millionen Euro.

Sommerfeld, Waldhausstraße 52.809157430733 13.037546552393
Google Map of 52.809157430733,13.037546552393
Sommerfeld, Waldhausstraße Mehr Infos
Nächster Artikel
Es summt in Summt

Insgesamt etwa 100 Mitarbeiter der Kliniken in Sommerfeld beteiligten sich gestern an der Protestaktion.

Quelle: FOTO: Robert Tiesler

Sommerfeld. Etwa 100 Mitarbeiter der Sommerfelder Sana-Klinken nutzten die Mittagspause am Mittwoch für eine Protestaktion. Sie unterstützten die bundesweite Kampagne gegen den Personalnotstand. Mit dabei waren Ärzte, Pfleger und sonstige Krankenhausmitarbeiter. Vor Ort war auch der Kremmener Stadtverordnete Reiner Tietz (Linke).

„Mehr von uns ist besser für alle“, stand auf einem großen Plakat, das Mittwochmittag vor dem Eingangsportal zur Klinik in der Waldhausstraße aufgerollt worden ist. „Durch die geplante Klinikreform entsteht bundesweit eine Finanzierungslücke von 500 Millionen Euro“, sagt Pressesprecherin Martina Franzen. „Das entspricht einem Gegenwert von 10 000 Pflegestellen. Durch eine überzogene Bürokratie wird die medizinische Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser zusätzlich geschwächt.“ So sieht das auch die Betriebsratsvorsitzende Karin Heim: „Es ist wichtig, dass wir vernünftig arbeiten können“, sagte sie während der Kundgebung vor den Mitarbeitern. Es müssten von der politischen Seite her Akzente gesetzt werden für eine bessere Personalpolitik und für eine bessere Finanzierung der Kliniken. Dafür, „dass wir unsere Arbeit bis zur Rente schaffen können“, so Karin Heim weiter.

Insgesamt sind am Mittwoch 162.000 Karten mit je einer Zahl zwischen 1 und 162.000 in Krankenhäusern in ganz Deutschland hochgehalten worden, in Sommerfeld waren es am Mittwoch etwa 100 — mit den Nummern um die 38.000. „Gemeint sind 162.000 Vollzeitstellen in Krankenhäusern“, sagt Martina Franzen. „Von der Pflege über Medizin bis zur Verwaltung.“

Insgesamt 162000 Karten sind deutschlandweit für die Aktion verteilt worden

Insgesamt 162.000 Karten sind deutschlandweit für die Aktion verteilt worden.

Quelle: Robert Tiesler

„Die Pflege braucht Unterstützung“, sagte der ärztliche Direktor, Andreas Halder, am Mittwoch. Die Vergütung der Pflegekräfte werde immer weiter runtergestuft. „Schwestern haben immer weniger Zeit für den Patienten, und das merkt er auch.“ Pflegedienstleiterin Ute Schmidt fügt hinzu: „Wir sind an einer Grenze.“ Momentan sei die Pflege der Patienten noch auf einem guten Level, aber schlechter dürfe die finanzielle Situation nicht werden. Die Menschen würden immer älter werden, die Pflege werde somit eine immer größere Bedeutung erlangen.

Für die Kundgebung haben die Mitarbeiter auf ihre Mittagspause verzichtet. Der Betrieb in der Sommerfelder Klinik war dadurch nicht beeinträchtigt. „In der vergangenen Woche ist die Aktion von der Gewerkschaft Verdi und vom Betriebsrat angekündigt worden“, so die Klinikdirektorin Jean Franke.

Es droht ein Engpass

Nach den Worten von Irmgard Wübbeling, der Geschäftsführerin der Sana-Kliniken, geht es bei der Unterstützung der Aktion darum, ein Zeichen zu setzen, was bundesweit als Folge des Krankenhaus-Strukturgesetzes zu befürchten ist.

Wegen der drohenden gesetzlichen Vorgaben werden viele Kliniken zu engeren Personalausstattungen gezwungen werden. Davon sei die Pflege besonderes betroffen. „Die vorgesehenen Regelungen werden es immer schwerer für die Kliniken machen, pflegerischen und medizinischen Nachwuchs für ein Krankenhaus zu gewinnen“, ist Wübbeling überzeugt.

Um einen Streik habe es sich bei der Aktion am Mittwoch nicht gehandelt: „Wir möchten einfach auf die aktuelle Lage aufmerksam machen“, so Karin Heim vom Klinik-Betriebsrat. Sie bedankte sich dafür, dass es die Geschäftsführung und der ärztliche Direktor möglich machten, dass diese Kundgebung durchgeführt werden konnte.

Von Robert Tiesler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg