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Aktionstag zur Sonnenfinsternis am Marie-Curie-Gymnasium in Hohen Neuendorf Schauplatz des Staunens

Schüler des Hohen Neuendorfer Marie-Curie-Gymnasiums haben am Freitag über die Sonnenfinsternis gestautn. Lehrer hatten sich für das Naturspektakel einen Aktionstag ausgedacht. Auch für die begehrten Brillen hatten die Lehrer natürlich gesorgt.

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Anschaulich: die partielle Sonnenfinsternis am Marie-Curie-Gymnasium.

Quelle: Robert Roeske

Hohen Neuendorf. Woanders waren die Schutzbrillen trotz Wucherpreisen ausverkauft. Am Marie-Curie-Gymnasium in Hohen Neuendorf hatten Physik- und Mathe-Lehrer Marcus Wagner und seine Kollegen schon vor Wochen vorgesorgt und via Internet einen Quadratmeter Spezialfolie geordert. Mit dem Material, das 99,9 Prozent des Lichtes reflektiert, konnten mehr als 100 Brillen gebastelt werden. ‒ Genug für die 700 Schüler, um am Freitagvormittag gefahrlos die partielle Sonnenfinsternis anschauen zu können.

Die Teilnehmer der Seminarkurse Wissenschaftskommunikation und Astronomie hatten ihren Mitschülern ein umfangreiches Begleitprogramm vorbereitet. Großes Kino für das Naturspektakel ‒ mit Live-Stream von den Färöer-Inseln (Eclipse), anschaulichem Modellaufbau, Ratequiz, Kuchenbasar, Sporteinlagen, Zielwurf und einer beeindruckenden Live-Projektion von der Sonne über Hohen Neuendorf.

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Die partielle Sonnenfinsternis am 20. März 2015 lockte viele Menschen in Brandenburg und Berlin zur Beobachtung auf die Straße.

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Letztere bestand aus einem erstaunlich einfachen Versuchsaufbau. Dafür genügte ein kleiner Spiegel sowie schwarzer Papp-Bogen, in den eine Drei-Zentimeter-Öffnung geschnitten wurde. Diese Lochblende wurde einfach vor dem Spiegel platziert und das Licht über gut 30 Meter durch die offene Eingangstür an die Wand der Aula gespiegelt. Auf der Projektionsfläche zeigte sich das scharfe Abbild der Sonnenscheibe ‒ mit dem spiegelverkehrt angeordneten runden Ausschnitt des Mondschattens. Um 10.47 Uhr war die Sonne zu rund drei Vierteln bedeckt. Diese astronomische Konstellation war wunderbar (und ganz ohne High-Tech-Folie) nachvollziehbar mit dem simplen Experiment, das dem Prinzip einer überdimensionalen Lochkamera entsprach. Nur dass das Sonnen-Abbild in dieser Anordnung einen Durchmesser von 32 Zentimetern hatte. Physik zum Anfassen und Staunen!

Wie genau sich der Mond zwischen Sonne und Erde schob, das demonstrierten Maria und Johanna aus der 11. Klassenstufe. Mit einem gewaltigen Globus, einem Mondmodell an einer Stange und einer kräftigen Lampe erklärten sie ihren Mitschülern die Wirkmechanismen bei einer Sonnenfinsternis. Das frisch erworbene oder gefestigte Wissen konnte beim Quiz unter Beweis gestellt werden. Schwerste Frage: "Wie viel größer ist die Sonne als der Mond?" Lautet der Faktor 100, 200 oder 400? Der höchste Wert ist richtig.

An einem Computer wurde das Wunder der Zahl Pi demonstriert. Mit Hilfe eines beliebigen Geburtsdatums konnte nachgewiesen werden, dass Pi jede Zahlenfolge enthält. Mein Geburtstag liegt übrigens 5.108.481 Stellen hinter dem Komma.

Die partielle Sonnenfinsternis war der vorläufige Höhepunkt einer aus naturwissenschaftlicher Sicht außergewöhnlichen Woche, sagt Mathe- und Physik-Lehrer Benjamin Lutter. Am 14.März war Pi-Day, am Montag wurde ein Asteroid über Süddeutschland beobachtet ‒ und am Dienstag waren Polarlichter sogar noch in Sachsen zu sehen.

Von Helge Treichel

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