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Oberhavel Alexander (19) ist Azubi beim Friseur
Lokales Oberhavel Alexander (19) ist Azubi beim Friseur
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16:15 17.03.2017
Im Vehlefanzer „Salon Bartholome“ absolviert Alexander Schmolke (l.) noch bis 2018 seine Ausbildung. Sein Chef Bartholomäus Raschke schaut ihm über die Schulter. Quelle: Enrico Kugler
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Vehlefanz

Kreativ zu sein – das macht ihm Spaß. Haare zu frisieren, hat er schon als Kind gern gemacht. Seit anderthalb Jahren ist Alexander Schmolke Lehrling im Vehlefanzer „Salon Bartholome“. Drei Jahre dauert seine Lehre insgesamt, bis Juni 2018. „Ich mache hier alles“, sagt der 19-Jährige. Haare schneiden, waschen, Dauerwellen, Strähnen, aber auch Hilfsarbeiten oder ans Telefon gehen. Schon in der 8. Klasse absolvierte er ein Praktikum in einem Veltener Friseurladen. Zu dieser Zeit durfte er bereits der Familie an die Haare gehen.

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Nach der 10. Klasse an der Oranienburger Torhorst-Gesamtschule begann er seine Ausbildung. „Das mit der Bewerbung in Vehlefanz ging relativ leicht“, erinnert er sich. Er wohnt im Dorf und erkundigte sich bei Bartholomäus Raschke, ob es dort eine Lehrstelle gibt. „Am gleichen Tag noch habe ich mich beworben“, erzählt er.

Bartholomäus Raschke zeigt seinem Azubi, wie es geht. Quelle: Enrico Kugler

Seinen Chef hat er im Vorstellungsgespräch sofort überzeugt. „Er hat mir erzählt, dass er schon mit Frisierpuppen gearbeitet hat, da blieb mir der Mund offen stehen“, sagt Bartholomäus Raschke und lächelt. „Das zeigte mir, dass er motiviert war.“

Und das ist er immer noch. Wer ihn beobachtet, wird sehen, dass er Spaß an der Sache hat. „Als ich mit 17 herkam, hieß es ab und zu mal: Traust du dir das zu?“, erinnert sich Alexander. Da durfte er dann auch schon mal Kunden schneiden, wenn keiner der Mitarbeiter dabei war. „Ich will nicht sagen, dass ich schon alles kann“, gibt er zu. Er lernt noch dazu, aber er kann schon viel, wie auch sein Chef bestätigt.

Es gefällt ihm, kreativ zu sein. „Wenn eine Kundin sagt, sie will was Neues, was zu ihrem Typ passt, dann berate ich sie.“ Mittlerweile falle ihm das leicht. „Am Anfang habe ich dann einfach gemacht, worauf ich Lust hatte, aber um mich geht es ja nicht. Aber wenn ich denke, das passt nicht, was die Kundin da möchte, dann sage ich das auch und schlage eine Alternative vor. Letztlich hat aber jeder das Recht, auszusehen, wie er möchte.“

Übung an der Frisierpuppe. Quelle: Enrico Kugler

Regelmäßig muss er für die Theorie ins Oranienburger Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum. Dort sind sie nur neun Leute im Kurs. „Ich bin da der einzige Mann, aber ich sehe das entspannt.“ Demnächst wird diese Ausbildung nur noch in Potsdam angeboten. Stichwort: Lehrlingsmangel. „Da gibt es Vorurteile gegenüber Friseure. Außerdem finde ich, dass der Job nicht gut bezahlt ist, dafür dass wir einen umfangreichen Beruf haben, für den nicht jeder geeignet ist.“ Immerhin hat er eine volle 40-Stunden-Woche.

Wie es später weitergehen soll, weiß Alexander Schmolke noch nicht. „Ich möchte mir auf jeden Fall eine schöne Zukunft leisten können“, sagt er. „Erfolgreich werden.“ Es muss nicht mal zwingend ein eigener Laden sein. Aber in die stylistische Ecke könnte es mal gehen. „Er sagt immer, er will berühmt werden“, sagt sein Chef Bartholomäus Raschke, und es klingt, als ob er seinem Azubi gute Chancen ausrechnet, dass ihm das mal gelingen könnte.

Viel Zeit für andere Hobbys bleiben dem 19-Jährigen kaum. „Ich bin nicht so der Partygänger“, sagt er. „Und nach achteinhalb Stunden auf der Arbeit, brauche ich auch mal die Ruhe.“

Von Robert Tiesler

Robert Hiersemann, der nach dem Umzug seiner Eltern von Berlin nach Oberhavel in Sommerfeld groß geworden ist und seitdem bei belafarm Beetz/Sommerfeld die Fußballschuhe schnürt, ist Sportreporter beim Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), zu dem auch die MAZ gehört. Teil 2 unserer Serie „Überflieger“.

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