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00:29 01.04.2018
Allein 48 Mitglieder zählt die Jugendfeuerwehr von Germendorf. Quelle: Robert Roeske
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Germendorf

Löschgruppenführer Cornel Gratz hat eine ganz starke Truppe um sich herum: allein etwa 50 Aktive. Auch um den Nachwuchs müssen sich die Feuerwehrleute aus Germendorf wohl keine Sorgen machen. Dafür sorgen sie seit Jahren selbst.

Von alleine kommen die Steppke natürlich nicht in die Wehr. „Da muss man schon was tun und auf sie zugehen“, sagt Phillip Lehmann. Er ist stellvertretender Jugendwart. Genau wie Ariane Loth.

Die beiden greifen ihrem Jugendwart Maik Fittig mächtig unter die Arme, wenn es um die Ausbildung in der Jugendabteilung geht. Und auch Julia Wicke hilft mit, den Kindern bei der Feuerwehr etwas beizubringen.

So sieht es aus, wenn sonnabends die Ausbildung stattfindet. Quelle: Robert Roeske

Vergangenen Sonnabend ist echt was los bei der Jugendausbildung. 48 Mädchen und Jungen zwischen acht und 16 Jahren wuseln im Depot. Bei der Theoriestunde sitzen alle noch gesittet im großen Schulungsraum. Das neue Depot bietet endlich genug Platz dafür. Dieses Mal geht es um Brandklassen, über die schon die Jüngsten Bescheid wissen sollen.

Doch dann heißt es: Spinde beziehen. Auf der Jahresvollversammlung der Wehr Ende Februar waren 17 Minis in die Jugendfeuerwehr aufgenommen worden. Ihre neuen Jacken und Helme hatten sie an dem Abend schon bekommen und nicht mehr ausgezogen. Nun sollen alle Sachen ihren Platz bekommen.

Langsam reichen die Spinde nicht mehr

In der Umkleide der Männer kann man kaum noch treten, die Jungs sind mächtig aufgedreht und stolz wie Bolle. „Jetzt wird’s langsam knapp“, sagt Maik Fittig. Die Spinde reichen kaum. Mario Beyertt hat auch alle Hände voll zu tun mit der Helmanprobe. „So, jetzt sitzt er richtig“, sagt er zu einem Jungen, der stolz von dannen zieht.

Das mit der Begeisterung kommt nicht von ungefähr. „Wir gehen zum Beispiel in die Kita und die Schule“, sagt Phillip Lehmann. Und werben für die freiwillige Feuerwehr. „Man muss die Kinder zu Hause abholen und sie begeistern können“, meint Maik Fittig. Wenn er mit dem Fahrrad durchs Dorf fährt, grüßen ihn die Kleinen schon von weitem, rufen quer über die Straße. „Die kennen alle unsere Namen“, sagt er.

Jedes zweite Wochenende ist Ausbildung

Bevor die Minis in die Jugendfeuerwehr kommen, wird geschaut, was sie so drauf haben. Entsprechend werden die Ausbildungsgruppen zusammengestellt. Die Dienste sollen in der Regel alle gemeinsam absolvieren. „Das schweißt zusammen.“

Sonnabends, alle zwei Wochen ist Ausbildung. Darauf müssen sich Ariane Loth und Philllip Lehmann gut vorbereiten. Das fängt dann schon Tage vorher an, alles soll sitzen. „Wenn man vor den Kindern anfängt zu stottern, merken die das sofort“, weiß Phillip.

Die Germendorfer Feuerwehr ist eine starke Truppe, die schon jetzt die Feuerwehrleute von morgen fit macht.

„Man muss schon öfter einen lockeren Spruch draufhaben“, sagt Ariane Loth. „Wir wollen ja auch mal lachen.“ Den Kindern mit Spaß etwas beibringen, ist das Rezept der Jugendwarte. Und spannend muss die Ausbildung sein. Neulich schwärmten die Kindern im ganzen Dorf aus, um Funksprüche zu üben. Wie ordert man die Feuerwehrleute mit der richtigen Technik zu den speziellen Einsätzen, was wird und wer wird gebraucht.

Die Kinder lernen alles von der Pike auf. „Sie lernen ja schließlich für ihre Zukunft“, sagt der 23-jährige Phillip. „Wenn man vorher in der Jugend war und zu den Aktiven kommt, dann will man die Jugend auch weiter fördern.“ Das ist seine Motivation.

Zahlen und Fakten zur Feuerwehr

Die Wehr wurde gegründet 1904 und zählt heute 50 Aktive, 48 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr, knapp 40 Kinder im Minilöschzug, 21 Kinder in der AG Brandschutz und fünf Mitglieder in der Alters- und Ehrenabteilung.

Zugführer des Löschzuges 5 ist seit 2007 Cornel Gratz. Maik Fittig wurde 2015 zum Jugendwart bestellt.

Jeden zweiten Sonnabend findet von 9 bis 12 Uhr die Ausbildung der Jugendfeuerwehr statt.

Der Minilöschzug trifft sich jeden zweiten Sonntag von 16 bis 17.30 Uhr zur Ausbildung.

Im Jahr 2017 absolvierten die Kameraden 122 Einsätze, davon: 97 technische Hilfeleistungen (z. B. Verkehrsunfälle, Ölspuren) 12 Brandeinsätze, davon 6 Großbrände, 13 sonstige Einsätze (z. B. Bombenentschärfungen, Transporthilfen für RTW).

Wegen des Starkregens Ende Juni führten die Kameraden 35 Einsätze in einer Woche durch. Außerdem gab es 57 Sturmeinsätze im Jahr 2017.

Die Einsatzzeit aller Kameraden zusammen betrug 2185 Stunden.

Die Ausrückezeiten lagen bei 90 Prozent der Einsätze durchschnittlich bei zwei bis drei Minuten.

Absolviert wurden 38 Dienste, an denen durchschnittlich 24 Feuerwehrleute beteiligt waren. Insgesamt kamen 3195 Dienststunden zusammen, das sind 67 Stunden für jeden Kameraden.

„Sie sehen uns schon als Vorbild und haben Respekt“, meint Ariane, die jetzt 26 Jahre ist. Julia ist 19 und lernt gerade Erzieherin. „Ich bin gerne hier“, sagt sie frei von der Leber weg. Den Dreien sieht man an, dass ihnen die Ausbildungsarbeit Spaß macht.

Und Maik Fittig genauso. Der ist eigentlich ein Späteinsteiger. Erst 2012 kam er zur Feuerwehr. Bewährte sich ganz gut und wurde prompt gefragt, ob er sich vorstellen kann, Jugendwart zu werden.

Wie man sieht, hat der 40-Jährige zugesagt. Kümmert sich auch jeden zweiten Sonntag gemeinsam mit Katja Gratz um die knapp 40 Steppkes aus dem Minilöschzug.

Germendorf (Oberhavel) Feuerwehr Löschzug Minis rückt aus zur Schnitzeljagd Quelle: Robert Roeske

Die vier- bis achtjährigen Minis brauchen noch mehr Betreuung. Deshalb helfen bei der Ausbildung auch noch Lea Krüger, Julia Wicke, Mario ­Beyertt, Daniel Treue und Florian Derscheid mit. Letzten Sonntag wetzten die Minis bei einer Schnitzeljagd durchs Dorf, mussten an jedem Punkt Fragen zur Feuerwehr beantworten und fanden schließlich einen großen Osterschatz.

Von Andrea Kathert

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