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Oberhavel Alles andere als ein Kinderspiel
Lokales Oberhavel Alles andere als ein Kinderspiel
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13:51 08.10.2013
Quelle: Agentur
Birkenwerder

MAZ: Frau Trebs, zu den ersten "Kunden" Ihrer Agentur "Kokon"gehörten Ihre eigenen Kinder...

Dorothea Trebs: Ja, das war sehr gut für mich. Meine Kinder waren schon damals - vor sechs Jahren - bei einer anderen Casting-Agentur, haben dort aber nicht den richtigen Draht zur Agentin gefunden. Deshalb sind sie zu mir gekommen. Ich wollte es besser machen.

Worauf kommt es denn bei der Arbeit mit Kindern an?

Trebs: Erst mal ist es wichtig, dass die Kinder von sich aus schauspielern wollen und auch, dass die Eltern das als Hobby sehen und nicht als Beruf. Ich finde, Kinderschauspielerei ist immer ein Dreigespann: Kind, Eltern, Agent. Wenn einer nicht funktioniert, funktioniert alles nicht.

Was muss ein Kind mitbringen, um in Ihrer Agentur aufgenommen zu werden?

Trebs: Das Wichtigste ist, dass sie natürlich sind. Es darf nicht so wirken, als hätten sie ihren Text auswendig gelernt. Ganz natürlich und authentisch rüberzukommen: Das ist etwas, was man hat oder eben nicht hat.

Wie schwer fällt es Ihnen, ein Kind abzulehnen?

Trebs: Ich musste lernen, Nein zu sagen. Das fällt mir immer noch sehr schwer. Aber Absagen nach den Castings können eben sehr demotivierend und zermürbend sein. Und wenn es lange nicht läuft, muss ich auch mal sagen: Das bringt nichts.

Drei Ihrer Kinder haben bei dem für einen Oscar nominierten Drama "Das weiße Band" mitgespielt. Hatten Sie auch mal Bedenken, dass ihnen der Ruhm über den Kopf wächst?

Trebs: Nein, die hatte ich nie. Meine Kinder mögen den roten Teppich nicht besonders. Mein Sohn Theo, zum Beispiel, geht manchmal hinter den Fotografen vorbei, weil er sagt: Das ist ein Beruf wie jeder andere. Man kriegt sein Geld und gut.

Was machen Ihre Kinder eigentlich mit den Gagen? Anlegen oder ausgeben?

Trebs: Meine Kinder haben viel in ihre Segelboote investiert, haben bei Regatten mitgemacht. Aber sie können sich eben auch selber die Fahrschule finanzieren oder sich mal etwas Besonderes leisten.

Wie hoch sind die Gagen für Kinderschauspieler im Allgemeinen?

Trebs: Es gibt große Unterschiede zwischen Kino und Fernsehen, genauso wie zwischen den Sendern. Beim ZDF braucht man gar nicht versuchen, über die Gage zu verhandeln. Das ist bei der ARD anders. Dafür macht das ZDF aber auch mehr. Bei Spielfilmen geht es ab 200 Euro pro Drehtag los - das Geld wird aber noch versteuert. Und es gibt Studentenfilme mit kleinem Budget, bei denen die Kinder mitmachen, um das Drehen kennenzulernen.

Haben Sie einen Lieblingsfilm, in dem eines der Kinder gespielt hat?

Trebs: Ich finde die historischen Filme toll. Die bringen den Kindern unheimlich viel, weil sie in eine andere Zeit eintauchen. Die Frage ist doch: Was will so ein Film erreichen? Will er unterhalten oder will er bilden? Insofern: Klar verpassen die Kinder die Schule, aber sie lernen auch viel Neues.

Interview: Judith Görs

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