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Oberhavel „Alles beginnt mit einer Idee“
Lokales Oberhavel „Alles beginnt mit einer Idee“
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19:23 01.10.2017
Bettina Janulik aus Leegebruch liebt Gartenarbeit. Quelle: privat
Leegebruch

Eigentlich ist Bettina Janulik aus Leegebruch gelernte Melerationstechnikerin. „Ein Beruf der heute in Leegebruch nötig wäre“, sinniert die 53-Jährige, die seit 2007 in dem Örtchen an der Muhre lebt. „Ich wusste damals nicht, was ich werden will, fand aber große Technik wie Bagger und Trecker immer spannend“, lacht die gebürtige Brieselangerin, die auch Mähdrescher reparieren kann. „Es war toll die Technik zu beherrschen und in einer Männerwelt zu zeigen, Frauen können das auch.“ Heute ist sie zusammen mit ihrem Mann Thomas, den sie 2009 geheiratet hat, in der Kaffeeautomatenbranche tätig.

Die Aktiven des Vereins in den damals noch nicht renovierten Räumen im Eichenhof. Quelle: Ulrike Gawande

Zuvor hatte sie nach der Wende noch eine Ausbildung zur Vermessungstechnikerin absolviert. Betreute Bauprojekte wie den S-Bahnhof Gesundbrunnen, das Springer-Hochhaus, das Jüdische Museum oder die Siedlung Sonnengarten in Glienicke. „Es war irre interessant und hat viel Spaß gemacht. Der Bauboom der goldenen 90er.“ Doch dann hatte Janulik Lust, mal was anderes zu machen. Sie machte sich selbstständig und so gibt es vermutlich keinen Job, den die Leegebrucherin noch nicht ausgeübt hat: Sie war Lehrausbilderin in der Landwirtschaft, absolvierte eine Kosmetikerausbildung, um ein kleines Wellnesscenter mit Sonnenstudio zu leiten, führte die Buchhaltung für Firmen oder arbeitete als Reinigungskraft. Zeitweise hatte sie fünf Jobs gleichzeitig und arbeitete 70 Stunden in der Woche. „Mit dem Fahrrad radelte ich von Job zu Job durch Berlin.“ Auch einen Busschein bei der BVG machte Bettina Janulik. Es hat mich gereizt, so einen Bus mal zu fahren“, lacht die Hobbyhandwerkerin. „Ich arbeite gern mit Holz.“

Doch immer trieb sie auch der Gedanke um, einen Ort zu schaffen, an dem sich Menschen entspannen, sich gut fühlen und begegnen können. Die Grundidee für das heutige „Haus der Möglichkeiten“ in Leegebruch war geboren. „Alles beginnt mit einer Idee.“ Den Ausschlag, der Idee auch Taten folgen zu lassen, gab ihre ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen in der Willkommensinitiative WOLV. Sie habe sich immer wieder gefragt:: „Wie würde ich mich fühlen, wenn ich irgendwo hinkomme?“ Keiner gehe ohne Grund, ist Janulik überzeugt. „Ich wollte mich nicht umdrehen, sondern mich den Menschen öffnen.“ Sonst entstehe Ablehnung oder auch Hass. Erschreckend sei für sie gewesen, wie das Flüchtlingsthema den Ort gespalten habe. „Es tobte jeder gegen jeden.“

Programm im „Haus der Möglichkeiten“ (HdM)

Das HdM im Eichenhof 6 ist wochentags von 16 bis 19 Uhr geöffnet.

Am Mittwoch, 4. Oktober gibt es um 19 Uhr das Folgetreffen „Nachbarn helfen Nachbarn“.

Zu den regelmäßigen Angeboten gehören ein Eltern-Kind-Treff, Darts, Handarbeiten, Lach-Yoga, Thai-Chi, ein Spielnachmittag, Trauerbegleitung und der Freundeskreis zur Begegnung mit anderen Kulturen.

Am Mittwoch, 18. Oktober gibt es ab 18 Uhr ein Europaquiz und am Freitag, 6. Oktober lädt Martin Hinze (CDU) zur Bürgersprechstunde.

Am 21. Oktober 16 Uhr steht bei „Kochen über dem Tellerrand“ Kamerun auf dem Speiseplan.

Sie habe Verständnis, dass Menschen Angst hätten. Aber man müsse sich auf das Thema einlassen und versuchen, den Menschen die Angst zu nehmen, so die Hobbygärtnerin, für die Arbeit im Grünen Meditation ist. „Man achtet viel zu viel auf Trennendes und zu wenig auf Verbindendes.“ Darum sei es wichtig, sich zu begegnen und kennenzulernen. „Ich dachte mir, wie wäre es, wenn Menschen sich begegnen und etwas schaffen zum Wohle vieler.“ Und so entstand mit Gleichgesinnten 2016 der Verein „Haus der Möglichkeiten“, dessen Vorsitzende Bettina Janulik ist. Und im Frühjahr 2017 wurde der Traum wahr und die Begegnungsstätte im Eichenhof mit Hilfe vieler Helfer eingerichtet und eingeweiht. „Das war ein Glücksgefühl. Ich möchte, dass man sich gegenseitig hilft, aufeinander achtet und stets ein offenes Ohr hat. Wie in einer guten Nachbarschaft“, wünscht sich Janulik.

Von Ulrike Gawande

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