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Alles für den Brand- und Katastrophenschutz

Gransee Alles für den Brand- und Katastrophenschutz

Der Landkreis Oberhavel will ein neues Technik- und Ausbildungszentrum bauen, welches das überholte Feuerwehrtechnische Zentrum in Gransee ersetzen soll. Nach mehr als 20 Jahren können die Standards nicht mehr eingehalten werden. Sechs bis acht Millionen Euro sollen investiert werden.

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Ralf Göbel steht zwischen den Regalen, die mit gereinigten Schläuchen versehen sind. Auch in anderen Räumen und Hallen stapeln sich die technischen Geräte.

Quelle: Stefan Blumberg

Gransee. Das Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) in Oberhavel soll zu einem Technik- und Ausbildungszentrum für den Brand- und Katastrophenschutz erweitert und weiterentwickelt werden. Der jetzige Standort in Gransee entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Sechs bis acht Millionen Euro will der Landkreis Oberhavel – er ist sogenannter Aufgabenträger – dafür investieren. „Seit mehr als 20 Jahren wird das FTZ dort betrieben“, sagt Kreistagsmitglied Lutz Tornow (SPD/LGU), zugleich stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Rettungswesen und Katastrophenschutz. „Die Einsatzzahlen sind gestiegen, der Bedarf an Ausbildung ist gestiegen, die Anforderungen sind gestiegen.“ Der Ausschuss votierte in der vergangenen Woche für die Investition (MAZ berichtete) und empfiehlt dem Kreistag, auf der nächsten Sitzung am 18. Oktober einer entsprechenden Beschlussvorlage zu folgen.

Die Trennung von Schwarz und Weiß stimmt nicht

Gerätewart Ralf Göbel ist im Feuerwehrtechnischen Zentrum Gransee ein Mann der ersten Stunde. Gemeinsam mit Michael Breu arbeitet er seit 23 Jahren an dem Standort. „Es gibt einige Dinge, die nicht so sind, wie sie sein sollten. Zum Beispiel keine Trennung von Schwarz-Weiß.“ Gemeint sind damit die gereinigten und ungereinigten technischen Geräte und Ausrüstungsgegenstände wie Atemschutzgeräte, Chemieschutzanzüge oder Schläuche. Besonders krass: die Bedingungen in der Pumpenwerkstatt. In die fahren die Löschfahrzeuge rückwärts rein; aber nur halb, da sie nicht gänzlich in die Werkstatt passen. Gerade im Winter lassen die Arbeitsbedingungen viele Wünsche offen.

Derzeit werden in Gransee die Maschinisten-, Atemschutzgeräteträger- und Chemische-Schutzanzüge-Ausbildung vorgenommen. Die Sprechfunker werden in den Feuerwehren vor Ort geschult, die technische Hilfeleistung wird in Velten vermittelt.

Der Anstoß kam von der Feuerwehr selbst

Vor drei Jahren, so Ralf Göbel, sei das Thema Erweiterung des FTZ das erste Mal angesprochen worden. „Es kam direkt von den Mitgliedern der Feuerwehren, die unter anderem die veraltete Übungsanlage kritisiert hatten.“ Im vergangenen Jahr seien die Vorstellungen konkret geworden. Jetzt liegt den Kreistagsmitgliedern ein Beschluss vor, in dem sich der Landkreis bereiterklärt, die Ausbildungsbasis baulich und technisch an die Anforderungen, die an die Einsatzkräfte gestellt werden, anzupassen. Das jetzige Feuerwehrtechnische Zentrum stand bereits mit Inbetriebnahme vor der großen Herausforderung, überhaupt alle Pflichtaufgaben des Landkreises adäquat absichern zu können. Bis heute stehen keine Fahrzeugstellplätze für Großtechnik des Brand- und Katastrophenschutzes an diesem Standort zur Verfügung. Der Wartungs- und Prüfbetrieb für Löschfahrzeuge findet im Freien statt.

Sanierung lohnt sich nicht

„Die weitergehende Ausbildung ist unter den vorherrschenden Bedingungen nicht bedarfs- und fachgerecht zu erbringen. Für einen parallelen Lehrgangsbetrieb, wie er von den Wehrführern der örtlichen Feuerwehren, dem Kreisfeuerwehrverband, den Kreisausbildern und den Mitarbeitern des Feuerwehrtechnischen Zentrums seit längerem gefordert wird, stehen keine ausreichenden Kapazitäten zur Verfügung. Die Kapazitäten des Feuerwehrtechnischen Zentrums in Gransee sind erschöpft. Die intensive Nutzung von mehr als 20 Jahren führte zu einem umfangreichen Sanierungsbedarf der gesamten Einrichtung. Die Arbeitsbedingungen oder technischen Möglichkeiten werden trotz des hohen Sanierungsaufwandes nicht wesentlich erweitert oder verbessert“, heißt es in der Beschlussvorlage. Deshalb ein Neubau.

Wo es ihn geben wird, steht noch nicht fest. Der Flächenbedarf beträgt etwa 12 000 bis 13 000 Quadratmeter. Es solle ein verkehrsgünstiger Standort sein, „ganz grob zwischen Nassenheide und Gransee“, so Lutz Tornow. Die sechs bis acht Millionen Euro sollen im Entwurf der Haushaltsplanung 2018 Berücksichtigung finden. Eine mögliche Zeitschiene sieht so aus: Baugenehmigung bis Juni 2018, Baubeginn bis Juni 2019, Inbetriebnahme bis Juni 2021. Lutz Tornow: „Ich bin froh, dass jetzt die Reißleine gezogen wird.“

Von Stefan Blumberg

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