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Oberhavel Als die Arbeiter das Stahlwerk aufbauten
Lokales Oberhavel Als die Arbeiter das Stahlwerk aufbauten
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00:33 15.03.2018
Der Werkeingang des Stahlwerks im März 1948. Tausende Arbeiter waren vor Ort, um ihren Arbeitsplatz aufzubauen. Quelle: Archiv
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Hennigsdorf

Am 15. Oktober 1947 begann die Wiederinbetriebnahme der „Hüttenwerke Hennigsdorf“ mit anfangs nur 13 Arbeitskräften. Vorangegangen waren zähe Verhandlungen engagierter Hennigsdorfer Bürger mit der sowjetischen Militärverwaltung (SMAD) und der Landesregierung in Potsdam. Das hartnäckige Ringen der Hennigsdorfer Bürger führte schließlich zum Erfolg: Mit dem Befehl Nummer 170 vom 18. Oktober 1947 der sowjetischen Militärverwaltung des Landes Brandenburg wird der Wiederaufbau des Stahlwerkes befohlen. Als Termin für die Produktionsaufnahme der Stahlproduktion für Gießereierzeugnisse wird der 15. März 1948 angeordnet.

Die Belegschaft wächst in den folgenden Monaten auf 2400 Mitarbeiter an, davon sind 400 Frauen. Hennigsdorf wird zum Symbol einer grandiosen Aufbauleistung. An den Aufbauschichten, die für die Wiederherstellung des ersten Siemens-Martin-Ofens, der Gießgrube, des Schrottplatzes und der Sortierung und Beschaffung des Schrottes, der Transportwege geleistet wurden, waren nicht nur Betriebsangehörige beteiligt. Aus dem ganzen Kreis und der näheren Umgebung eilten Freiwillige herbei. An der ersten   freiwilligen Sonntagsschicht nahmen 500 Helfer teil. An der letzten Aufbauschicht, am Sonntag, den 7. März 1948, erschienen 1151 Männer, Frauen und Jugendliche.

Die Wiederaufnahme der Produktion sahen sich Tausende Mitarbeiter mit an. Quelle: privat

Viele Betriebsangehörige waren Tage und Nächte ununterbrochen im Einsatz und sind kaum aus ihren Sachen gekommen. Keiner fragte nach mehr Geld und Überstunden. Sie wollten einen Platz schaffen, an dem ihnen Arbeit und Brot garantiert wird.

Am 12. März 1948, drei Tage vorfristig, war der erste Siemens-Martin-Ofen in mühseliger Handarbeit beschickt und für den Abstich bereit. Viele Tausend Werktätige, die aktiven Anteil am Aufbau des Werkes hatten, eilten in die Gießhalle.

Die Halle und die Wege dorthin waren festlich ausgestattet. Eine Ehrentribüne stand bereit und von überall leuchteten rote Transparente mit Aufschriften wie: „Volkseigener Betrieb – Hüttenwerk Hennigsdorf“ oder „Wer durch dieses Tor hier tritt, hilft an unserem Aufbau mit.“ Es versteht sich, dass zu diesem Ereignis hohe Ehrengäste erschienen. Der Vorsitzende der deutschen Wirtschaftskommission (DWK) Heinrich Rau, der Landtagspräsident Friedrich Ebert sowie die Landesvorsitzenden der SED und des Bundesvorstandes der Gewerkschaft (FDGB). Alle hielten große Reden und würdigten die Leistungen der Arbeiter in der sich neu entwickelnden sozialistischen Gesellschaftsordnung.

Um 16 Uhr war es dann so weit. Der erste Schmelzer Karl Panitzeck veranlasste den Abstich des Siemens-Martin-Ofen IV und 50 Tonnen flüssiger Stahl in ausreichender Qualität ergossen sich in die Gießpfanne, von wo er dann in die Kokillen der Gießgrube gelangte.

Anlässlich dieses Festtages überreichte der FDGB (Freie Deutsche Gewerkschaftsbund) den Stahlwerkern eine Werkbücherei. Jubel erklang in der Halle, als mitgeteilt wurde, dass für hervorragende Aufbauleistungen 1106 Aktivisten prämiert werden.

Die Arbeiter bauten das Werk auf, um wieder in Lohn und Brot zu stehen. Quelle: Archiv

Der Kollege, der das Kollektiv beim ersten Abstich leitete, war Karl Panitzeck. Von all der Anstrengung gelöst, sitzt er in einer Ecke und kramt sein Frühstücksbrot aus der Tasche. Er saß abseits des großen Geschehens. Zufrieden mit der Schmelze und mit der Leistung seines Kollektivs nimmt er anschließend als Anerkennung einen Anzugstoff entgegen. Die Landessregierung setzt als ersten Betriebsdirektor den Ministerialdirigenten Willi Bochow ein. Ihm zur Seite steht damals Kurt Steinheisser als Stahlwerkschef, der am 9. März 1948 von Silbitz nach Hennigsdorf kommt. Am 25. Mai 1948 wird bereits der 2. Siemens-Martin-Ofen in Betrieb genommen und bis zum Jahresende wird wieder in vier dieser Öfen Stahl geschmolzen.

Die Wiederaufnahme der Produktion wurde gebührend gefeiert. Quelle: privat

Von Peter Kastius

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