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Oberhavel „Alte Fleischerei“ schließt Mitte Juni
Lokales Oberhavel „Alte Fleischerei“ schließt Mitte Juni
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11:04 08.02.2017
Jennys Dörrfeld war acht Jahre lang Mieterin und Chefin der Alten Fleischerei. Quelle: Heike Bergt
Oranienburg

Mitte Juni ist Schluss. Dann wird Jennys Dörrfeld die „Alte Fleischerei“ in der Rungestraße schließen. Ihr Entschluss steht seit Dezember fest, „er hat mir auch Erleichterung gebracht“, sagt die 35-jährige Restaurantfachfrau, die sich vor achteinhalb Jahren selbstständig gemacht und die Gaststätte als Mieterin übernommen hatte. „Ich liebe meinen Job, arbeite gern, habe ganz liebe Stammgäste und ein tolles Team.“ Doch es sei Einiges zusammengekommen: „Ständige 60-Stunden-Wochen, gerade mal fünf Tage freie im letzten Jahr. Der Papierkram hat enorm zugenommen für Steuer und Arbeitszeitnachweise. Und die Preise für Strom und Lebensmittel sind enorm gestiegen“. Zudem habe sie zwar viel Stammkundschaft, „aber hier in der zweiten Reihe keine Touristenströme und Laufkundschaft. Und vis a vis ist eine Brache und Trümmerlandschaft seit Jahren.“ Im Sommer laufe das Geschäft gut, auch im November und vor Weihnachten, aber „es ist alles schwer zu planen“. Besonders gut laufe es, „wenn das Haus bei Fußballspielen voll ist.“ Was sie alles in ihr Geschäft gesteckt hat in der vergangenen Zeit? „Vor allem viel Liebe“, sagt sie.

Bis Mitte Juni ist die „Alte Fleischerei“ noch offen, dann muss die Mieterin noch renovieren. Nach einer kleinen Auszeit sucht sie eine neue Herausforderung. Vielleicht wieder in der Branche. Sie habe viele Ideen. Auf jeden Fall möchte sie „ein bisschen mehr Zeit haben für die Familie, für die Oma, die um die Ecke wohnt und die sie nur einmal im Vierteljahr sehe, fürs Reisen. Ihre sieben Mitarbeiter, drei in der Küche und vier Aushilfen, haben Verständnis, halten ihr bis Juni die Treue.
Vielleicht war die Entscheidung der Restaurantpächterin das Zünglein an der Waage auch für Dirk Arndt? Ende Januar war er damit an die Öffentlichkeit gegangen: Er will das 5000 Quadratmeter große Areal an der Rungestraße mit Restaurant, Geschäft, in dem sich Fischladen und Friseur befanden und das lange leer steht, und „Silverlounge“ verkaufen. „Bis Jahresende bleibt alles noch, wie es ist. Freitags und sonnabends ist der Club ab 22 Uhr geöffnet. „So lange lasse ich mir Zeit, einen Käufer zu finden.“ Beauftragt hat er damit das Maklerbüro von Carsten Schwarz in Oranienburg. Der auch „sondieren soll, was sich die Planer der Stadt dort vorstellen können.“ Arndt war zunächst selbst zehn Jahre Verwalter der Immobilie, ist seit zehn Jahren Eigentümer.

Die Silverlounge betreibt er derzeit selbst, „aber es ist Zeit zum Abgeben. Ich bin über 50, das Publikum ist weit jünger als ich“. Außerdem wolle er sich nicht mehr die Nächte um die Ohren schlagen. Und es gebe eh ein Diskotheken-Sterben rund um Berlin. Erste Interessenten habe er skeptisch gesehen: „Es gibt heute ja Immobilientourismus. Interesse bekunden, aber kein Geld dahinter.“ Deshalb überlasse er den Verkauf dem Makler. Für 1,5 Millionen Euro steht die Immobilie laut Exposé zum Verkauf.
Was bleibt? Arndts „Orania-Pils“, das er seit der 800-Jahr-Feier brauen lässt: Fürs Fassbier habe er Abnehmer, „mit den 0,3-Liter-Flaschen ist Ende März Schluss. Ich rede gerade mit einem Bierhaus, ob ich bald 0,5-Liter-Flaschen verkaufen kann.“

Von Heike Bergt

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