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Oberhavel „Gefahr für Leib und Leben“: Gutachten sorgt für Wirbel
Lokales Oberhavel „Gefahr für Leib und Leben“: Gutachten sorgt für Wirbel
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00:34 24.03.2018
Die alte Schulsporthalle neben der Goetheschule ist seit dem vergangenen Freitag komplett gesperrt. Quelle: Enrico Kugler
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Kremmen

Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) weist die Kritik an seiner Handlungsweise rund um die Schulsporthalle zurück. Das Haus ist seit dem 16. März geschlossen, nachdem ein Gutachten bekannt wurde, das in zwei Punkten Gefahren für Leib und Leben feststellte. Das Gutachten war vom 22. Dezember 2017 – aber bislang der Öffentlichkeit inklusive der Stadtverordneten nicht bekannt.

Ortsvorsteher Eckhard Koop und Heidi Sommer, die Chefin des Kremmener Sportvereins, hatten am Dienstag scharfe Kritik am Zurückhalten des Gutachtens geäußert. „Meine Gutmütigkeit wurde damit bestraft“, sagte der Bürgermeister am Mittwoch. „Ich hätte die Halle sperren können“, ergänzte er – bezog sich damit aber auf das Gutachten vom vergangenen Frühjahr, in dem von möglichen Bakterien in der Luft in der Halle die Rede war. „Es hat sich an der Situation innerhalb der Halle nichts geändert.“ Es habe jedoch vorher kein solches Gutachten gegeben. „Ich konnte seit Dezember weiter gut schlafen. Es ist nichts passiert, und ich bin sehr glücklich darüber“, sagte Busse. Im Gutachten vom Dezember, das der MAZ vorliegt, ist aber von deutlichen Schadensfortschritten seit Januar 2017, als die Halle schon mal besichtigt worden ist, die Rede.

In Kremmen ist die alte Turnhalle neben der Schule gesperrt. Quelle: Enrico Kugler

Empört ist Stefanie Gebauer (UWG/LGU). Sie ist nicht nur Stadtverordnete, sondern ihre Tochter trainierte bis vor kurzem in der alten Sporthalle. Sie habe das Gutachten vom Dezember erst nach mehrfachem Nachfragen eine Stunde vor der Hauptausschusssitzung bekommen, sagte sie am Mittwoch. „Als ich das gelesen habe, wurde mir schlecht. Ich bin aus allen Wolken gefallen.“ Sie sei sehr erschrocken gewesen. Sie rechnet damit, dass dieses Vorgehen nicht nur politisch weiter diskutiert werde.

SPD: Missliche Situation

„Das finde ich ein bisschen komisch“, sagte Brita Grage am Mittwochnachmittag. Sie ist Leiterin der allgemeinen Sportgruppe im Kremmener Sportverein. „Ich finde, dass man uns hätte Bescheid sagen sollen.“ Die Mitglieder seien bislang auf dem Stand gewesen, dass eventuell Schadstoffe in der Luft der Halle seien, und man habe sich vor einem Jahr entschieden, weiter dort zu trainieren. Diese Entscheidungsmöglichkeit habe sie nach dem neuen Gutachten nicht gehabt. Das kritisiert sie.

„Die Situation ist ziemlich misslich“, sagte Andreas Kretzschmar (SPD), der Chef des Bauausschusses. Der Bürgermeister hätte sofort auf das Gutachten reagieren müssen, ergänzte er. „Das Kind ist in den Brunnen gefallen.“ Er befürchtet jedoch, dass der Bürgermeister daraus keine Konsequenzen ziehen werde.

Stadtverordnete tagen am Donnerstag

In der Stadtverordnetenversammlung, die am Donnerstag um 19 Uhr im Rathaus beginnt, könnte das Thema nochmals besprochen werden, auch wenn Bürgermeister Busse es als erledigt erachtet.

Wann die alte Halle abgerissen wird, steht unterdessen noch nicht fest. Die Stadt müsse dafür Fördermittel beantragen, sagte Sebastian Busse. Sein Wunsch ist, dass das noch dieses Jahr passiere, aber er geht davon aus, dass es erst 2019 so weit sei. An Stelle der Halle könnte ein Anbau entstehen. Dieser könnte, so die Idee des Bürgermeisters, vier weitere Klassenzimmer beinhalten sowie in der unteren Etage einen großen Turnraum. Den könne dann auch der Sportverein nutzen, so Busse weiter – allerdings nicht für Ballsportarten.

***

In einer früheren Version waren die Aussagen von Andreas Kretzschmar (SPD) noch anders formuliert. Er bat um eine Präzisierung. Die Red.

Von Robert Tiesler

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