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Alte Schmiede öffnet ihre Türen

Hennigsdorf Alte Schmiede öffnet ihre Türen

Die Alte Schmiede, das älteste Haus Hennigsdorfs, wurde vor vier Jahren für mehr als 100 000 Euro saniert. Am zweiten Septemberwochenende steht sie interessierten Bürgern wieder zum Tag des Offenen Denkmals bereit. Der Berliner Schmied „Pi“ wird dann das alte Handwerk zeigen.

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Andreas Witt in der Schmiede. Das Inventar ist über die Jahrzehnte komplett erhalten geblieben.

Quelle: Foto: Paetzel

Hennigsdorf. Wenn Andreas Witt als kleiner Junge an dem mausgrauen Häuschen vorbeilief, konnte er den Schmied am Amboss sehen. „Als Kind fand ich das natürlich toll“, sagt Witt. Heute, mehr als 35 Jahre später, hat er selbst den Schlüssel für die Alte Schmiede. Das Baudenkmal an der Berliner Straße, Baujahr 1819, ist das älteste Haus im Hennigsdorfer Ortskern. Andreas Witt hat das verlassene Grundstück mit dem denkmalgeschützten Gebäude und einem Wohnhaus vor elf Jahren gekauft. Doch er ist nicht etwa Schmied, sondern Streetworker. Trotzdem ist die Liebe zu der alten Werkstatt bei ihm immer geblieben. „Es ist alles wie früher, die Maschinen funktionieren alle noch.“

In der Werkstatt selbst hat sich tatsächlich nicht viel verändert, seit der letzte Schmied der Familie Schulze 1978 in den Ruhestand ging. Alle Werkzeuge, alle Maschinen sind original. Sogar der Ruß an den Wänden hat die Jahrzehnte überdauert. Ein riesiger Amboss steht in der Mitte des Raumes, an den Wänden hängen hunderte Sägen, Hammer, Zangen. Der Berliner Hobby-Schmied „Pi“, der hier bei öffentlichen Veranstaltungen werkelt, benutzt aber seinen eigenen kleinen Blasebalg.

Der große Balg der Schmiede schlummert unter einer dicken Staubschicht auf dem Dachboden, die Zuleitung nach unten klappt nicht mehr. „Das neue Rohr haben wir schon, es muss aber noch eingebaut werden“, sagt Andreas Witt. Demnächst muss in der Werkstatt außerdem Starkstrom gelegt werden, rund 700 Euro soll das kosten. Dann könnte auch die reparierte Transmissionsanlage wieder laufen, die den Schleifbock per Elektromotor über Keilriemen antreibt. Andreas Witt und seine Unterstützter vom „Freundeskreis Alte Schmiede“, eine handvoll engagierter Hennigsdorfer, bezahlen solche kleineren Arbeiten meist aus der eigenen Tasche.

Noch vor fünf Jahren hätte schon ein harter Winter mit viel Schnee gereicht, und das Dach der Alten Schmiede wäre komplett eingestürzt. Die Balken waren wurmstichig, der Dachstuhl morsch, der Lehm brüchig. Vor allem die Remise, um 1850 angebaut, war in einem erbärmlichen Zustand. Im Sommer 2012 rückten Gerüstbauer, Dachdecker und Bauarbeiter an, um das Baudenkmal an der Berliner Straße vor dem totalen Verfall zu sichern. Rund 110 000 Euro kostete die Sanierung in Abstimmung mit dem Denkmalschutz. Land und Bund übernahmen je ein Drittel, der Rest kam von der Stadt Hennigsdorf.

Heute ist die Schmiede in gutem Zustand, um die Erhaltung kümmert sich der Freundeskreis. „Dabei haben wir aber keinen Zeitdruck, wichtig war die große Sanierung“, sagt Andreas Witt. Etwa viermal im Jahr treffen sich die Hennigsdorfer, um auch mit Mitarbeitern des Stadtverwaltung die kommenden Veranstaltungen zu besprechen. Zweimal im Jahr ist die Schmiede mindestens für die Bürger geöffnet. Einen Termin gibt es im Frühjahr, den zweiten im Herbst.

Am Sonntag, 11. September, von 14 bis 17.30 Uhr ist es wieder so weit. Zum Tag des offenen Denkmals wird der Schmied „Pi“ in der Werkstatt zeigen, wie man Amboss und Blasebalg benutzt. In den ersten Jahren kamen bis zu 300 Leute zum Schauschmieden, heute sind es noch etwa 50 bis 80. Die Angehörigen des Freundeskreises werden auf dem Grundstück unterwegs sein, die Leute mit Kaffee und Kuchen versorgen, sie durch die Schmiede lotsen oder einen Basteltisch für Kinder anbieten. Andreas Witt würde sich in Zukunft durchaus über Verstärkung für den Freundeskreis freuen.

Von Marco Paetzel

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