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Alte Turnhalle für Schulsport gesperrt

Kremmen Alte Turnhalle für Schulsport gesperrt

Wirbel um die alte Schulsporthalle in Kremmen: Annette Borchert, die Rektorin der Goethe-Grundschule teilte am Freitag mit, dass bis auf Weiteres kein Sport-Unterricht in der Halle stattfindet. Zwar gibt es dort keinen Schimmel, aber wohl Bakterien. Die Schulleiterin will, dass klare Entscheidungen getroffen werden.

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Die Schulsporthalle an der Goetheschule in Kremmen ist ein Sanierungsfall.

Quelle: Robert Tiesler

Kremmen. Der Schulsport in der alten Turnhalle an der Kremmener Goethe-Grundschule ist vorerst ausgesetzt. Das teilte Schulleiterin Annette Borchert am Freitag mit. Bis mindestens Ende nächster Woche entfällt der Sportunterricht in diesem Gebäude.

„Aufgrund der unklaren gesundheitlichen Risiken“, so steht es auf dem Zettel, der am Eingang zur Halle klebt. Annette Borchert zieht die Konsequenzen aus der aktuell ziemlich unklaren Situation.

Feuchtschäden an der Wand

Feuchtschäden an der Wand.

Quelle: Robert Tiesler

Schon sehr lange ist die alte Turnhalle ein Sorgenkind. Immer wieder regnet es an einigen Stellen durch, die entsprechenden Stellen sind an den Hallenwänden zu sehen. Einige Wände sind feucht. Zeitweise – nicht gestern Vormittag – soll es modrig im Gebäude riechen.

Weil es die Befürchtung gab, dass auch der Schimmel angesetzt hat und für eine entsprechende Luftverschmutzung sorgt, ist durch die Verwaltung ein Gutachten in Auftrag gegeben worden. Das Ergebnis lag offenbar Mitte März vor, denn vom 16. März, da war Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse noch im Amt, ist der Aushang der Verwaltung an der Turnhalle. Das sorgt – mit etwas Verspätung – für Ärger.

Hinweiszettel der Schulleiterin am Halleneingang

Hinweiszettel der Schulleiterin am Halleneingang.

Quelle: Robert Tiesler

In dem Schreiben heißt es, dass es keinen Schimmelbefall in der Turnhalle gebe. „Jedoch wurden in der mikrobiologischen Untersuchung zahlreiche Bakterien nachgewiesen“, heißt es da. Diese könnten durch die oft hohe Luftfeuchtigkeit entstehen. Unklar sei, welche Gesundheitsrelevanz daraus entstehe, es gebe keine Grenzwerte.

Der Grad der Gesundheitsgefährdung hänge vom Schadensausmaß, von der Konzentration in der Raumluft, von der gesundheitlichen Vorbelastung und von der Aufenthaltsdauer ab. Im schlimmsten Fall könne es bei einigen Menschen zu Allergie-Symptomen kommen. Die Entscheidung die Halle zu nutzen, liege bei jedem selbst.

Schulleiterin Annette Borchert ist auch darüber irritiert, dass ihr zu diesem Zeitpunkt das Schreiben nicht übermittelt worden ist. Erst eine gute Woche später ist ihr der Zettel an der Halle aufgefallen. Sie forderte von der Verwaltung – die Stadt Kremmen ist der Schulträger –, dass dieses Schreiben den Eltern zugeschickt werde.

Das Schreiben der Verwaltung am Halleneingang

Das Schreiben der Verwaltung am Halleneingang.

Quelle: Robert Tiesler

„Allerdings ist das alles so nicht zu händeln“, sagte sie am Freitag. „Deshalb habe ich die Halle nun für den Schulsport mindestens für die nächste Woche gesperrt. Ich sehe mich nicht in der Verantwortung, zu entscheiden, ob die Kinder in die Halle können oder nicht.“ Nach ihren Informationen gebe es drei Kinder, die vom Schulsport auf die Zettelinfo hin abgemeldet worden seien. „Aber es gibt ja auch die Schulpflicht im Sport“, so die Rektorin. Der Sport-Unterricht werde kommende Woche größtenteils draußen stattfinden. In einem Klassenraum oder in den Toiletten können sich die Kinder umziehen. Annette Borchert hofft auf Entscheidungen in der nächsten Woche: „Wir erwarten, dass sich die jetzige Kann-Situation ändert.“ Entweder könne die Halle genutzt werden oder nicht. Sie fordert ein klares Statement seitens der Verwaltung.

„Wir hätten die Halle sofort gesperrt, wäre dort Schimmel gewesen“, sagte Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) am Freitag. In der Hinsicht sei das Gutachten klar. Eigentlich sollte nur informiert werden, dass sensible Menschen Probleme kriegen könnten, so Busse. Doch dies hat sich nun als nicht ausreichend erwiesen – die Eltern und die Schulleitung wollen Klarheit.

Sebastian Busse geht davon aus, dass der Schulsport demnächst in die Stadtparkhalle umzieht – gemeinsam mit der Oberschule. Zeitlich sei das machbar, er habe das schon durchgerechnet, so Busse. Er wolle nächste Woche mit den Schulleiterinnen darüber sprechen.

Allerdings müssen auch langfristige Lösungen her, und die werden teuer. Die Dachabdeckung und die Fassade würden schon etwa 230 000 Euro kosten, die Komplettsanierung 450 000 Euro, ein Neubau könnte geschätzt 1,8 Millionen Euro kosten. „Das ist eine ganz klare Altlast, der in den vergangenen Jahren nie große Beachtung geschenkt worden ist“, so der Bürgermeister, der seit dem 21. März im Amt ist, gestern. Die Stadtverordneten müssten sich nun auch Gedanken machen, so Busse. Im nächsten Bauausschuss werde das ein Thema sein – der aber tagt nach jetzigem Stand aber erst wieder am 20. Juni.

Von Robert Tiesler

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