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Altersgerechten Wohnraum schaffen

Oranienburg Altersgerechten Wohnraum schaffen

Gute 70 Teilnehmer diskutierten am Mittwoch auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung über „Altersgerechtes Wohnen“ in Oranienburg. Die Resonanz überraschte selbst die Veranstalter. Experten, darunter Bürgermeisterkandidatin Jennifer Collin (SPD), kamen mit den interessierten Gästen ins Gespräch – und formulierten Wünsche.

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Die seniorenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Sylvia Lehmann.

Quelle: Marco Winkler

Oranienburg. Seniorenrechte und barrierefreie Wohnformen, vertrautes Umfeld, Begegnungsmöglichkeiten, Mobilität im ländlichen Raum. Wie ältere Menschen leben wollen, ist kein Geheimnis. Im Regine-Hildebrandt-Haus diskutierten auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung am Mittwoch 70 Teilnehmer über „Altersgerechtes Wohnen im Berliner Umland“ – an drei Thementischen. „Die Ergebnisse könne wir als politische Aufträge in den Landtag nehmen“, so der SPD-Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann.

Georgina Schwettge, seit 2002 Vorsitzende der Jahresringe, ist froh, sich miteinbringen zu können. „Wir sind 49 Mitglieder mit einem Altersdurchschnitt von 77 Jahren, alle leben zu Hause“, so die 78-Jährige aus Lehnitz. Das sei vielen wichtig: eigenständiges Wohnen. Antje Baselau von der Fachstelle Altern und Pflege in Potsdam: „Wir brauchen alternative Wohnformen.“ Sie berät Kommunen. Eine Million Euro gibt das Land im Jahr für seine Pflegeoffensive aus, dazu gehören fünf solcher Fachstellen mit 18 Mitarbeitern. Für Oranienburg ist die Stelle in Eberswalde zuständig. Vernetzung ist ein großes Thema. „Man muss auch voneinander wissen“, so Antje Baselau.

Die Resonanz war überraschend groß

Die Resonanz war überraschend groß.

Quelle: Marco Winkler

Bürgermeisterkandidatin Jennifer Collin (SPD), Mitglied im Aufsichtsrat der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (Woba), diskutierte mit. Aktuell würden 10 000 über 65 Jährige in Oranienburg leben. „2030 werden es laut Prognose, die vielleicht schon überholt ist, 14 000 sein.“ Bedarfe müssten gedeckt werden. „Wir brauchen Wohnungen, wo alle Altersstufen leben können“, so Woba-Geschäftsführer Bernd Jarczewski. Doch der Leerstand ist gering (derzeit: drei Prozent des Bestandes), der Andrang aber groß – ein hart umkämpfter Wohnungsmarkt. Für mehr Barrierefreiheit würden oft Kleinigkeiten helfen wie Griffe an der Badewanne oder der Balkontür.

Die seniorenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Sylvia Lehmann, brachte Zahlen auf den Tisch, um den Oranienburger Wachstumsschmerz zu verdeutlichen. So werde das Durchschnittsalter der Bevölkerung von heute 45 Jahre auf 53 Jahre im Jahr 2030 steigen. „In Oranienburg kommen dann auf 100 erwerbfähige Menschen 78, die 65 Jahre und älter sind.“ Die Spanne des Altersquotienten im Land ist groß. Auf die 100 Erwerbsfähigen werden in der Prignitz 108 und in Potsdam 43 Menschen kommen, die über 65 Jahre alt sind. „Jeder dritte Brandenburg wird 2030 über 65 sein“, so Sylvia Lehmann. Auch die Anzahl der über 80-Jährigen wird um neun Prozent steigen. „Entscheidend für die meisten ist, dass sie sich noch aktiv und selbstständig mit einbringen können.“

Neue seniorenpolitische Leitlinien werden vom Land derzeit evaluiert. „Das Maßnahmenpaket liegt aber noch nicht vor.“ Die Friedrich-Ebert-Stiftung will am Thema dranbleiben. „Wir sehen uns als politische Multiplikatoren“, so Politikwissenschaftler Thomas Heineke. Teilnehmer der Veranstaltungen wünschen sich eins: Es braucht jetzt Macher, die anpacken – und nicht nur Visionen aufs Papier schreiben.

Von Marco Winkler

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