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Oberhavel Altes Handwerk neu entdeckt
Lokales Oberhavel Altes Handwerk neu entdeckt
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19:05 01.10.2017
Böttcher Heino Glantz bringt besonders gern Kindern sein Handwerk näher. Quelle: Ulrike Gawande
Nieder Neuendorf

Geduldig setzte der achtjährige Vincent aus Velten am Sonntag beim „Handwerkerfest“ am Alten Strom in Nieder Neuendorf Holzstreifen, für Holzstreifen – in der Fachsprache Dauben – zu einem kleinen Holzeimer zusammen. Vom wachsamen Blick von Böttcher Heino Glantz angeleitet.

Bibliothekarin Katja Wolf (r.) verkaufte ausrangierte Bücher der Stadtbibliothek. Quelle: Ulrike Gawande

Der Schönwalder ist gelernter Möbeltischler und gehört zu den letzten Böttchern in ganz Deutschland. „Mein Großvater hat in Bremen noch Heringsfässer gebaut“, verriet der gebürtige Norddeutsche, dem es ein Anliegen ist, das alte Handwerk bekannt zu machen. Davon leben könne er nicht. „Man kann seinen Beruf aufgeben oder aber umdenken.“ Und so stehen nun die Kinder bei ihm im Fokus.

Reges Treiben zwischen den Marktständen. Quelle: Ulrike Gawande

Er lässt sich von Kitas und Schulen, aber auch von Firmen und für Märkte buchen, um mit Kindern und Erwachsenen zu arbeiten. „Sie lernen im Spiel. Man muss Kinder mitnehmen. Sie müssen das Gefühl haben, etwas selber gebaut zu haben.“ Und so schmirgelte Vincent mit voller Konzentration die Dauben ab, währenddessen Heino Glantz die Metallringe für den Eimer zurechtklopfte. „Eigentlich wollte ich nur mal gucken, aber hier konnte ich mitmachen und es stand nicht nur jemand hinter dem Stand“, begeisterte sich der kleine Veltener.

Spaß beim Mitmachtheater und Max und Moritz Quelle: Ulrike Gawande

Mitmachen durften beim Handwerkerfest auch die Kinder der Biber-Grundschule aus Nieder Neuendorf: Um genug Geld für die Abschlussfahrt im Sommer zusammen zu bekommen, hatten die beiden sechsten Klassen mehr als 50 Kuchen gebacken, die sie nun an die Festgäste verkauften. „Ich habe mit meiner Mama einen Kirschstreusel und einen Marmorkugelhupf gebacken“, erklärte die elfjährige Amélie. „Ich backe gerne und das Verkaufen macht Spaß.“ Besondere Vorlieben hat sie bei den Käufern noch nicht feststellen können. „Manche mögen lieber Schokolade, andere lieber Obst.“

Unterschiedliche Geschmäcker kamen auch bei Hennigsdorfs Imker Günter Wachtel auf ihre Kosten, der verschiedene Honigsorten zum Kosten bereit hielt. Doch es sei ein schweres Bienenjahr gewesen, so der Fachmann, der zu Jahresbeginn mehr als die Hälfte seiner einst 20 Bienenvölker verloren hat. „Durch Ableger habe ich jetzt wieder 18 Völker.“ Für ihn ist die Imkerei das schönste Hobby der Welt. „Man ist draußen an der frischen Luft, was kann es schöneres geben.“ Durch den feuchten Sommer gab es in diesem Jahr vor allem bei Sonnenblumen eine gute Honigernte. Neugierig testete sich auch Olga Braun durch die Sorten. Sie war begeistert, einen Imker im Ort entdeckt zu haben. Denn Honig im Supermarkt zu kaufen, kommt für die Hennigsdorferin nicht in Frage.

Lavendel von Peer Kahn aus der Provence hilft an grauen Tagen und bei schlechter Stimmung. Quelle: Ulrike Gawande

Gegen den grauen Himmel, der das Fest beherrschte, hatte Peer Kahn aus Berlin das passende Rezept: Einfach an Lavendel riechen. „Das sorgt für gute Laune“, so der Lavendelmann.

Von Ulrike Gawande

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