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Oberhavel Altpräsident Gauck in Oranienburg
Lokales Oberhavel Altpräsident Gauck in Oranienburg
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00:16 16.01.2018
Die Schülerinnen des Oberstufenzentrums erzählten dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck von den Schicksalen der „Gerechten unter den Völkern“. Quelle: FOTO: Robert Roeske
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Oranienburg

Mit Tränen in den Augen begutachtet der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff die Infotafeln, auf denen die Schicksale von fünf Deutschen stehen, die verfolgte Juden im Nationalsozialismus schützten. „Das Thema bewegt mich sehr. Die ausgestellten Retter erzählen gleichermaßen eine Tragödie und eine Heldengeschichte“, sagt Jeremy Issacharoff. Die Infotafeln gehören zur Yad Vashem Wanderausstellung „Ich bin meines Bruders Hüter – Die Ehrung der Gerechten unter den Völkern“, die am Freitag feierlich von Bundespräsident a.D. Joachim Gauck im Georg-Mendheim Oberstufenzentrum eröffnet worden ist.

Hoch bewegend war die Eröffnung der Yad Vashem-Ausstellung im Georg Mendheim Oberstufenzentrum am Freitag. Sehen Sie hier noch einmal die schönsten Momente des Tages.

Was ist Yad Vashem?

Die israelische Yad Vashem ist die bedeutendste Gedenkstätte, die an die nationalsozialistische Judenvernichtung erinnert. Sie trägt den offiziellen Namen „Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust“.

Infotafeln zeigen Gerechte unter den Völkern

Die Schüler des Oranienburger Oberstufenzentrums hatten sich im Rahmen eines Seminarkurses mit den Schicksalen der ausgestellten „Gerechten unter den Völkern“ beschäftigt und am Freitag dem israelischen Botschafter und Bundespräsident a. D. Joachim Gauck vorgestellt. Die Schüler haben aus dem Projekt viel mitgenommen:„Es war für mich sehr bewegend, nicht nur die Schicksale der verfolgten Juden, sondern auch der Menschen, die ihnen geholfen haben, zu hören. Die sind ja nicht so bekannt“, sagte die 18-jährige Saskia Pauli. Die Yad Vashem-Tafeln zeigten Berthold und Else Beitz, Helene Jacobs, Bernhard Lichtenberg, Heinrich Heinen und Paul Krebs. Die meisten der Helfer wurden für ihre Taten deportiert oder ermordet.

Israels Botschafter Jeremy Issacharoff war zutiefst bewegt von den Schicksalen der Helden, die Juden in der NS-Zeit vor der Deportation bewahrten und dafür ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten. Quelle: Robert Roeske

Gauck appelliert an Mut und Zivilcourage

Joachim Gauck betonte im Gespräch mit der MAZ die Wichtigkeit, dass sich auch heutige Generationen mit dem Thema befassen: „Hier werden Menschen gezeigt, die Mut hatten als andere Angst hatten. Das zeigt, dass man immer die Wahl hat im Leben. Daraus lernen sie, wie sie selbst als engagierte, kraftvolle Demokraten dem Recht dienen können und bei Unrecht nicht zu schweigen oder wegzusehen.“

Bewegendes Bühnenprogramm

Untermalt wurde die Eröffnung mit einem vielfältigen Bühnenprogramm. Ergreifend war das Vorsingen des Chors, der erst fünf Tage vor der Veranstaltung mit den Proben begonnen hatte. Initiator und verantwortlich für das Projekt war Schulleiter Dieter Starke. Musiklehrerin Barbara Leopold hatte sich auf Wunsch des Schulleiters Dieter Starke die israelischen Lieder „Israel“ und „Jerusalem“ über Weihnachten erarbeitet. Während der Aufführung flossen erneut Tränen bei Israels Botschafter Jeremy Issacharoff. Er verdeutlichte in seiner Rede, welchen starken Einfluss Lehrer auf ihre Schüler hätten. Aus diesem Grund sei es wichtig, dass sie sich für Demokratie und Toleranz einsetzten. Er selbst, aufgewachsen in London, war durch einen Lehrer auf die Gräueltaten im Nationalsozialismus aufmerksam gemacht worden.

Gauck verewigt sich im Gästebuch des Oberstufenzentrums

Anschließend an die Feierstunde und den Rundgang durch die Ausstellung schrieb sich Joachim Gauck in das Gästebuch des Oberstufenzentrums ein und gesellte sich mit den beteiligten Schülern zum Empfang.

Von Josefine Kühnel

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