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Am Wochenende gibt es wieder Kunstlicht

Velten Am Wochenende gibt es wieder Kunstlicht

Am Wochenende gibt es in Velten die siebente Ausgabe des Kunstfestivals „Kunstlicht“. Jeder Künstler hat dafür seine ganz eigene Vorstellung, seine Utopie von Utopia entwickelt. Zwölf Künstler stellen in der Ofenstadt ihre Werke aus. Am Freitagabend geht es los.

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Christiane John präsentiert landschaftsaufnahmen, wie hier die Oder.

Quelle: Ulrike Gawande

Velten. Bei den Vorbereitungen zum siebten Kunstfestival „kunstlicht“, das am Wochenende im Gärtnerhof Velten stattfindet, kamen Kuratorin Imke Küster sowie Initiator und Gärtnerhofbetreiber Volker Gnadt auf die Idee, Kunst und Gärtnerei nicht nur räumlich, sondern auch thematisch für das Festival zu koppeln. „Unsere erste Idee war der Garten Eden“, berichtet Kunsthistorikerin Küster. Daraus entwickelte sich die Projektidee Paradies. Die man jedoch auch verwarf und sich letztlich für das Motto „Utopia“ entschied. Angelehnt an den gleichnamigen Roman des englischen Staatsmannes Thomas Morus, der 1516 darin seine Idee einer besseren Gesellschaft an einem fiktiven Ort beschreibt.

„Wie könnte eine Zukunft aussehen, die für alle Lebewesen, für Mensch, Tier und Pflanzen eine ideale Ordnung schafft?“ Diese Frage stellte Imke Küster, die auch im Bollhagen-Museum in Velten arbeitet, in dem Raum. Zwölf Künstler entwickelten dazu Ideen, ließen ihre Fantasie spielen und Reisen gehen. Die Ergebnisse der Gedankenspiele präsentieren sie nun am Wochenende im Gärtnerhof bei „kunstlicht“. „Im Mittelpunkt stehen nicht die großen, gesellschaftlichen Visionen einer Weltverbesserung, vielmehr finden die Künstler ihren utopischen Ort im Kleinen, in Momenten der Ruhe und der Kontemplation“, beschreibt die Fachfrau das Ausstellungskonzept, das sowohl Malereien, Fotografien und skulpturale Kunst umfasst.

Kirstin Rabe, gebürtige Hamburgerin und heute in Schildow zuhause, beteiligt sich erstmals am Veltener Kunstfest, das sich weit über die Kreisgrenzen hinaus einen Namen gemacht hat. Rabe studierte erst Geodäsie, bevor sie zur Kunst, zur Malerei kam. Ihre zehn Bilder, wobei das Größte 1,4 mal 2,3 Meter misst, sind „Wolkenstücke“ aus ihrer Serie „Aufbruch“. In den verschiedensten Blau- und Grautönen der Acrylfarben, die später von Ölschichten überzogen werden, meint der Betrachter durch die entstehende Tiefenwirkung in die Unendlichkeit des Himmels hineingezogen zu werden. Es ist der Gegensatz zwischen Vergänglichkeit und Unendlichkeit. „Ein Buch meines verstorbenen Opas, das er zum Thema Wetterkunde verfasst hat, hat mich inspiriert“, erzählt die junge Frau. Die Gemälde entwickelten sich aus der Kombination von Fotos ihres Großvaters und ihrer Fantasie. Sie sei überrascht gewesen, wie groß die Vielfalt der Wolken-Farbpalette sei, erzählt die Künstlerin.

Auch Christiane John, geboren in Siegen, studierte in Berlin Bildende Kunst. Sie war Meisterschülerin bei Georg Baselitz. Die Ölgemälde, die sie im alten Heizhaus der Gärtnerei in Velten ausstellt, zeigen Landschaften. „Es sind keine naturnahen Darstellungen, sondern Ergebnisse der Gedanken, verbunden mit Erinnerungen“, erklärt die Malerin. Es seien ihre Utopien als Darstellung von Unendlichkeit. So wird die träge dahinfließende Oder zum Grenzfluss zwischen den Welten. „Mich hat die Weite der Landschaft beeindruckt.Das unglaubliche Zwischenlicht, dass über dem Fluss zu sehen ist“, beschreibt John ihre Wahrnehmungen bei der Entstehung der Bilder.

John Maibohms Utopien sind schwarz-weiße Collagen und Ölgemälde, die im Gewächshaus zu sehen sind. Das Bild „Shemale“ von aneinanderlehnenden roten Stöckelschuhen lässt Raum für andere Deutungen. Bietet Interpretationsspielraum. Es zeige die Rolle der Frau, erklärt Maibohm. Die Frau als Lustobjekt, als Bardame, Mutter oder auch als Opfer von Überforderung. „Es ist die Utopie einer besseren Gesellschaft, der Gleichberechtigung und Freiheit der Frau.“

So hat jeder Künstler seine ganz eigene Vorstellung, seine Utopie von Utopia entwickelt. Bei Kuchen und Gegrilltem besteht im Gärtnerhof am Wochenende Gelegenheit, dazu ins Gespräch zu kommen.

Von Ulrike Gawande

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