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Oberhavel Ambrosia breitet sich enorm aus
Lokales Oberhavel Ambrosia breitet sich enorm aus
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21:05 11.10.2016
Ambrosia kann für den Menschen gefährlich sein. Quelle: dpa
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Sommerfeld

Wer sie nicht kennt, hält sie für normales Grünzeug, vielleicht auch für Unkraut. Auf den Wiesen rund um den Schwarzen Weg und den Griebener Weg in Sommerfeld wächst Ambrosia. Diese Pflanze ist dafür bekannt, mit ihren Pollen aggressive Allergien auszulösen.

„Die Ausbreitung ist enorm“, sagt Ingrid Wittmann, die am Schwarzen Weg wohnt. „Wir haben einen großen Wildbestand.“ Ambrosia wächst bei ihr auf der Wiese gegenüber. Wer sich in der Gegend aber etwas genauer umsieht, entdeckt die Pflanzen überall. Vor dem Wohnblock am Griebener Weg stehen ganze Ambrosia-Stauden. „Sie verbreitet sich hier überall“, sagt Petra König, die in dem Block wohnt, und zeigt auf die Wiese dahinter. „Hinter dem Haus ist gemäht worden, aber die Wiese steht voll von den Pflanzen.“ Sie hat beobachtet, dass ein Traktor ohne Auffangkorb beim Mähen unterwegs war. „Da dringen die Pollen in die offenen Fenster ein.“

Seit 2011 beobachten die beiden Frauen die Ausbreitung der Ambrosia in diesem Gebiet. Auch auf einem alten Obstbaumgelände an der Gartensparte sind die Pflanzen zu sehen. Uwe Starfinger vom Julius-Kühn-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen in Braunschweig, hatte sich im September in Sommerfeld umgesehen – und stieß auf die Stauden-Ambrosia. Über dessen Bekämpfung gebe es wenig Erfahrungen, sagt er. „Da sie mehrjährig ist, lässt sie sich nicht so gut bekämpfen wie die andere Art.“ Aus seiner Sicht sei die Mahd sinnvoll, am besten zu Beginn der Blüte und mehrmals im Jahr.

„Das Problem ist uns bekannt“, sagt Nadine Richter, im Kremmener Ordnungsamt unter anderem für das Stadtgrün zuständig. „Allerdings handelt es sich um Privatflächen.“ Im Fall der Wiesen ist das die Sana-Klinik. Eine Sprecherin des Unternehmens sagte am Dienstag, dass die betroffenen Stellen zweimal im Jahr gemäht werden. Diese Absprachen bestätigt auch der Stadtverordnete Reiner Tietz (Linke), der in Sommerfeld lebt. Außerdem sagt er: „Es hat dazu eine Besichtigung stattgefunden.“

Ingrid Wittmann und Petra König geht es bei diesem Thema vor allem um die Information und Aufklärung. „Das müsste viel breiter stattfinden“, sagt Ingrid Wittmann. „Aber wir wollen das nicht immer nur allein tun.“ Alle im Ort müssten Bescheid wissen – aus ihrer Sicht sei beispielsweise davon abzuraten, Kitakinder auf den betreffenden Wiesen spielen zu lassen.

Von Robert Tiesler

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