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Amerikanische Faulbrut bei Bienen

Schulzendorf Amerikanische Faulbrut bei Bienen

Überraschender Fund bei Schulzendorf: In einem Bestand wurde die Amerikanische Faulbrut festgestellt. Die Bienen wurden getötet. Als Schutzmaßnahme wurde ein Sperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern eingerichtet. Bienenhalter müssen ihre Bestände melden.

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Unbefallene Waben eines Bienenvolkes. Imker sollten sich prophylaktisch mit Kontrollen vor Krankheiten ihrer Bienen schützen.

Quelle: LK Oberhavel

Schulzendorf. Die Amerikanische Faulbrut bei Bienen wurde in der vergangenen Woche in Schulzendorf festgestellt. Als sofortige Schutzmaßnahme richtete das Veterinäramt Oberhavel in Absprache mit den Kollegen aus dem Kreis Ostprignitz-Ruppin einen Sperrbezirk mit einem Drei-Kilometer-Radius ein. „Ein Ein-Kilometer-Radius ist Pflicht, wir haben uns für die drei Kilometer entschieden“, sagt Ronny Wappler, Pressesprecher der Kreisverwaltung in Oberhavel. Über die Größe befindet das jeweilige Veterinäramt.

Beim Monitoring wurde die Seuche festgestellt

Aufgefallen ist die Krankheit beim obligatorischen Monitoring. „90 festgelegte Bestände werden in Oberhavel regelmäßig auf die Amerikanische Faulbrut untersucht“, sagt Ronny Wappler. Demnach werden bakterielle und klinische Nachweise geführt. Als feststand, dass es sich um die bösartige Faulbrut handelt, wurde der gesamte Bestand getötet. Der Bienenstand wurde untersucht und gereinigt. Alle Bienenhalter in diesem Gebiet wurden aufgefordert, die Anzahl ihrer Völker sowie die jeweiligen Standorte dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt anzuzeigen. Die gemeldeten Bestände werden auf den Erreger geprüft. Die amtliche Untersuchung ist kostenfrei und erfolgt durch Amtstierärzte. Im Untersuchungszeitraum dürfen Bienenstöcke nicht entfernt beziehungsweise an einen anderen Standort verlegt werden. Ebenfalls untersagt ist der Transport von Waben, Honig und weiterverarbeiteten Produkten außerhalb des Sperrbezirks. Dies gilt nicht, wenn sie an verarbeitende Betriebe, die über entsprechende Einrichtungen zur Entseuchung verfügen, mit der Kennzeichnung „Seuchenwachs“ abgegeben wurden.

Bestand kommt aus Ostprignitz-Ruppin

Wer der Imker ist, war von der Kreisbehörde nicht zu erfahren. Überrascht zeigte sich der Schulzendorfer Ortsvorsteher Carsten Dräger. „Ich wüsste nicht, wer es sein sollte. Mir ist nicht bekannt, dass bei uns jemand Bienen züchtet.“ Damit hat er Recht, denn wie sich herausstellte, stammen die Bienen aus dem Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin, die aber auf der Gemarkung von Schulzendorf platziert wurden. Demnach ragt der Sperrkreis bis über die Kreisgrenze Ostprignitz-Ruppin.

Oberhavel machte jetzt nicht das erste Mal Bekanntschaft mit der bösartigen Faulbrut. Im vergangenen Jahr brach sie in Birkenwerder aus. Zwei Monate später wurde der Sperrkreis aufgehoben. Wie lange der jetzt festgelegte Sperrkreis gilt, steht noch nicht fest. Er kann bis zu neun Monaten aufrechterhalten werden.

Die Amerikanische (bösartige) Faulbrut ist ein sporenbildendes Bakterium. Die Sporen sind sehr widerstandsfähig und selbst bei Temperaturen von bis zu 120 Grad ansteckungsfähig. Der Erreger befällt ausschließlich die Brut der Honigbiene. Eine Gefährdung von Verbrauchern durch den Verzehr von Honig ist nicht zu befürchten, heißt es vom Landkreis. Durch die Tierseuche sind nicht die ausgewachsenen Bienen betroffen, sondern die Larvenstadien. Die Seuche kann daher zum Aussterben von Bienenvölkern führen.

Von Stefan Blumberg

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