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Amis de France fördern Völkerverständigung

Glienicke Amis de France fördern Völkerverständigung

Erst im Herbst 2014 wurde der Verein Amis de France von zwölf Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Seitdem haben die Mitglieder eine Menge in Glienicke bewegt.

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Der Vorstand von Amis de France (v.l.): Catherine Gagern-Geronde, Wolfgang Crasemann, Ria Becher.

Quelle: Helge Treichel

Glienicke. Gibt es eigentlich eine Schulpartnerschaft? Diese einfache Frage stand 2010 am Anfang eines Weges, der in diesem Jahr zum Besiegeln einer Partnerschaft zwischen Glienicke und dem französischen Plobannalec-Lesconil führte. Unterzeichnet wurde die Urkunde am 11. März von Bürgermeister Hans G. Oberlack und seinem Amtskollegen Bruno Jullien. Gestellt hatte die Frage seinerzeit Wolfgang Crasemann, damaliger Vorsitzender der Schulkonferenz des Neuen Gymnasiums Glienicke (NGG).

Der 61-Jährige ist inzwischen Vorsitzender des Vereins Amis de France Glienicke, der im Herbst 2014 gegründet wurde und derzeit 26 Mitglieder zählt. Ein „Kulturverein zur Völkerverständigung“. Über das deutsch-französische Jugendwerk hatte Wolfgang Crasemann einen Kontakt in die Bretagne vermittelt bekommen und die Beziehungen mit einer Schule sowie einem dortigen Partnerschaftskomitee Schritt für Schritt aufgebaut. 2012 war er erstmals mit einer Lehrerin in die 1600 Kilometer entfernte Partnergemeinde gereist. Im Jahr darauf fuhr der 18-köpige Französisch-Kurs nach Frankreich, organisiert von Crasemann. Diese Schulkontakte nutzte er später für das Anbahnen der kommunalen Partnerschaft, die auf einen Antrag der CDU/FDP-Fraktion Jubiläumsjahr des Élysée-Vertrags 2013 zurückgeht. Am Wochenende des Herbst- und Weinfestes 2014 war bereits eine Delegation aus Frankreich in Glienicke, im Folgejahr reiste Bürgermeister Oberlack mit in die Bretagne.

Wolfgang Crasemann ist Referatsleiter im Bundeswirtschaftsministerium und hat häufig ausländische Gäste. Reisen bezeichnet er als ein Hobby. Sein Französisch – in der Schule kein Favorit von ihm – habe er im Laufe der Jahre aber erst reaktivieren müssen, gibt er zu. Denn seit der Studienzeit war er stärker auf die USA gepolt. Inzwischen jedoch bezeichnet er Frankreich und die auch persönlichen Kontakte dorthin als sein neues Hobby.

Ebenfalls im Vereinsvorstand engagiert sich Catherine Gagern-Géronde. Als sie von der Idee hörte, „fühlte ich mich sofort angesprochen“, sagt die Lehrerin für Deutsch und Französisch, die im französisch-sprachigen Teil Afrikas aufwuchs und deren Vater aus Frankreich stammt. Als Inhaberin von sieben Filialen der Schülerhilfe, darunter in Velten und Wandlitz, habe sie „etwas für die Jugend initiieren“ wollen, sagt die 48-Jährige. Als ihr Sohn 2015 an einem Austausch teilnahm, „war das sehr emotional“. Denn ein Thema war das gemeinsame Gedenken an die Weltkriegsopfer. Und die Botschaft lautete, das nie wieder Krieg zwischen beiden Nationen herrschen möge. Die Partnerschaft finde sie „großartig“. Eine gemeinsame Gesinnung vereine unterschiedlichste Berufsgruppen.

Drittes Vorstandsmitglied ist Ria Becher. Die 62-jährige Glienickerin war Richterin am Landgericht Neuruppin. Als die Freistellungsphase ihrer Altersteilzeit begann, besann sie sich auf frühere Vorlieben, zum Beispiel Sprachen. Die gewonnene Freizeit ermögliche es ihr nun, das Verständnis der Kulturen zu fördern. Als ehemalige Vorsitzende der Jugendkammer habe sie speziell nachwachsende Generationen im Blick. Als Jugendliche habe sie internationale Partnerschaftskontakte selbst als „interessant und bereichernd“ empfunden. Und so motiviere sie der Gedanke, „auch nach meiner Arbeit noch etwas Sinnvolles zu tun – nicht nur für mich, sondern auch für andere“. Die bisherigen Begegnungen habe sie als sehr herzlich empfunden und das Sprechen sei ein exzellentes Gehirntraining.

Der Verein Amis de France

Anfang Juni 2017 wird eine Gruppe aus Glienicke nach Plobannalec-Lesconil reisen, um mit den Einwohnern gemeinsam ebenfalls die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde gebührend zu feiern.

Unter anderem ist vorgesehen, dass eine Jugendmannschaft aus Glienicke mitkommt und an einem Fußballturnier teilnimmt.

Zur Philosophie der Kontakte gehört es, dass die Gäste jeweils in Familien privat untergebracht sind.

Wunsch und Vision bei Amis de France ist es, künftig eine dritte Nation in die Kontakte einzubeziehen.

Von Helge Treichel

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