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Oberhavel Andreas Schulz (SPD) tritt nicht mehr an
Lokales Oberhavel Andreas Schulz (SPD) tritt nicht mehr an
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18:02 28.02.2017
Amtsinhaber Andreas Schulz (SPD) tritt bei der Wahl nicht mehr an, stattdessen schickt die SPD Thomas Günther (l.) ins Rennen. Quelle: Foto: Paetzel
Hennigsdorf

In Hennigsdorf geht eine Ära zu Ende: Andreas Schulz (SPD) wird bei der Wahl am 24. September nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters kandidieren. Er war seit 1990 im Amt, wurde dreimal mit großer Mehrheit wiedergewählt. Auch deshalb habe sich Schulz diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Doch als Bürgermeister sei er 27 Jahre lang sieben Tage die Woche 24 Stunden im Einsatz gewesen. „Den Preis der langen Amtszeit haben meine Familie, meine Frau und man selbst gezahlt“, erklärte Schulz am Dienstag auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz im Rathaus. Der 55-Jährige wolle sich für diese Dinge nun mehr Zeit nehmen, auch mit Rücksicht auf seine Gesundheit.

Bis zuletzt hatten die Hennigsdorfer Genossen gehofft, dass Schulz, der aufgrund seiner Popularität als turmhoher Favorit in die Wahl gegangen wäre, sich noch mal acht Jahre an der Spitze der Verwaltung zutrauen würde. „Klar ist auch Wehmut im Raum, aber wir haben wahnsinnigen Respekt vor Andreas und seiner Entscheidung“, erklärte SPD-Fraktionschef Udo Buchholz.

Vergangenen Freitag hatte Schulz seine Genossen über die Entscheidung informiert, am Montag hatte sich die SPD-Spitze für Thomas Günther als seinen Nachfolger ausgesprochen. Auch Schulz selbst habe Günther „gern und guten Herzens“ vorgeschlagen. „Er verfügt als langjähriger Stadtverordneter, Vorsitzender der SVV und als Mitglied des Landtages über die notwendigen Fähigkeiten, Kompetenzen und Erfahrungen, um sich erfolgreich um das Vertrauen der Hennigsdorferinnen und Hennigsdorfer zu bewerben“, so Schulz in seiner unnachahmlichen Art.

Thomas Günther erklärte, dass er Schulz’ Entscheidung, nicht mehr anzutreten, bedauere. „Er hat Hennigsdorf geprägt und sich großes Ansehen bei den Bürgern erarbeitet“, so der 49-Jährige. Die Kandidatur sei für ihn eine Herausforderung. „Es ist aber eine wunderschöne Sache für jemanden, der hier geboren ist und mit ganzem Herzen Hennigsdorfer ist.“ Zu schätzen wisse er unter anderem, dass die Stadt seit Jahren das soziale Mitein-ander fördere. „Wir bringen uns in die aktive Arbeitsmarktförderung ein, unterstützen die Integration von Flüchtlingen oder fördern die Jugendarbeit.“

Seit 2004 sitzt der Familienvater, der bis 1997 an der FU Berlin Politikwissenschaften studiert hat und Mitarbeiter für den Ex-Landtagsabgeordneten Alwin Ziel war, im Landtag. Dort würde er im Falle einer Wahl zum Bürgermeister noch bis zum 3. Februar 2018 arbeiten und dann ins Rathaus umziehen. Sein Amt als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung müsste neu vergeben werden, Günthers Mandat als Mitglied der SVV indes würde an SPD-Nachrücker Stefan Wilke gehen. Im Landtag würde ihn Dietlind Biesterfeld aus dem Landkreis Teltow-Fläming ersetzen.

Was Andreas Schulz in Zukunft macht, ließ er offen. Auf Karriere sei er jedenfalls nicht mehr aus. Und ein Sitz in der Stadtverordnetenversammlung? „Eher nicht“, so Schulz.

Von Marco Paetzel

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