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Angeklagter kann sich an nichts erinnern

Oranienburg Angeklagter kann sich an nichts erinnern

Der Anfang Dezember eröffnete Prozess gegen den 30-jährigen Manuel T. wurde nun vor dem Schöffengericht Oranienburg fortgesetzt. Die Anklagepunkte gegen den 30-Jährigen reichen von Körperverletzung über Diebstahl bis hin zu Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

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Die Liste der Anklagepunkte gegen den 30-jährigen Manuel T. ist lang.

Quelle: DPA

Oranienburg. Der Anfang des Monats mit neun Anklagepunkten eröffnete Prozess gegen Manuel T. (MAZ berichtete) ist jetzt vor dem Oranienburger Schöffengericht fortgesetzt worden. Den am ersten Verhandlungstag vernommenen 15 Zeugen folgten zwölf weitere. Diese ungewöhnlich hohe Anzahl an Zeugen erklärt sich daraus, dass der wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Diebstahls, Beleidigung, Betrugs und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte angeklagte Oranienburger kaum etwas aussagt, geschweige denn ein Geständnis ablegt. Er könne sich nicht erinnern, so das Argument des 30-Jährigen. Dadurch musste das Gericht in eine mühsame Beweisaufnahme eintreten und es ist noch kein Ende in Sicht. Es müssen noch weitere fünf Zeugen gehört werden, die nun zum Fortsetzungstermin am 4. Januar 2018 geladen werden. Dann wird auch über das Leben des Angeklagten sowie über ein psychologisches Gutachten und Auszüge aus einem Gerichtsurteil aus dem Jahr 2012 gesprochen werden. Wegen letzterem sitzt der Angeklagte zurzeit in der Justizvollzugsanstalt Cottbus.

Fünf Anklagepunkte am jüngsten Verhandlungstag behandelt

Am jüngsten Verhandlungstag standen fünf Anklagepunkte auf der Tagesordnung: Es ging um Sachbeschädigungen und Betrug. Am 4. Januar diesen Jahres ließ sich der Angeklagte mit einem Taxi vom Oranienburger Bahnhof nach Friedrichsthal fahren, konnte aber nicht bezahlen. „Der Fahrgast kam mir schon etwas komisch vor und meinte, er sehe Schleier und grüne Männchen“, sagte Taxifahrer Peter M. dazu aus. Er sei dann mit dem jungen Mann wieder zurück zum Bahnhof und da der keinerlei Anstalten machte, die Fahrt zu begleichen, sei er mit ihm zur Polizei gefahren. Die erstattete Anzeige wegen Betruges. 12,60 Euro hätte die Fahrt gekostet!

Sachbeschädigung im Runge-Gymnasium und Rewe-Markt

Nur zwei Wochen später tauchte Manuel T. im Schulflur des alten Runge-Schulgebäudes auf. Staunend beobachteten Lehrgangsteilnehmer, die gerade Unterrichtspause hatten, wie der Angeklagte mit einem Aluminium ummantelten Sektflaschenkopf die Wände bekritzelte. Eine beherzte Schülerin verfolgte den Schmierfinken, bot ihm eine Zigarette an und verwickelte ihn in ein Gespräch, bis die Polizei eintraf.

Eine ähnliche Sachbeschädigung vollzog der Angeklagte im Rewe-Markt in Leegebruch. Dort beschmierte er im Innenbereich eine Wand mit einem Edingstift. Das wurde von einer Videokamera festgehalten.

Auch Fastfood-Imbiss beschädigt

Gleich zweimal an verschiedenen Tattagen 2016 erwischte es die Subway-Gaststätte in der Oranienburger Schulstraße. Zum einen musste der Werbeaufsteller auf der Straße daran glauben. Den soll der Angeklagte umgetreten und mutwillig zerstört haben. Gaststättenmitarbeiter Andre S. beobachtete das von der Verkaufstheke aus, rief die Polizei und nahm die Verfolgung des Täters auf. Als Polizisten so den Randalierer stellten, wurden sie von diesem mit dem Stinkefinger und beleidigenden Worten aggressiv empfangen. „Der hatte weit geöffnete Pupillen, ich kenn mich damit leider aus“, sagte Andre S. als Zeuge.

Zum anderen soll Manuel T. an einem anderen Abend das Schaufenster der Gaststätte besprüht haben. Beobachtet wurde er dabei von zwei Subway-Angestellten.

Von Helmut Schneider

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