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Oberhavel Angst vor einer "Riesenklinik"
Lokales Oberhavel Angst vor einer "Riesenklinik"
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11:38 01.11.2013
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Summt

Die Bauruine war dafür vor drei Jahren von der Heimverwaltungs- und Vermietungsgesellschaft mbH (HVVG) aus Hamburg erworben worden. In einer gemeinsamen Sondersitzung von Bau-, Sozial- und Umweltausschuss am Montagabend stellte Geschäftsführer Wilhelm Kuhrt die Pläne vor. Danach könnten zusätzlich zu den stationären Plätzen auch 35 altengerechte Wohnungen entstehen.

Es gab jedoch auch Stellungnahmen von Gemeindevertretern, die das Projekt überwiegend als positive Chance betrachten. Für Werner Haberkern (Freie Wähler) stehe die Grundsatzfrage, "ob so etwas für unsere Senioren gewollt ist oder nicht?"Betreutes Wohnen sei für ihn "ein wesentlicher Faktor". Der Bedarf sei sicher vorhanden. Haberkern verglich das Projekt mit dem Berufsförderungswerk in Mühlenbeck, wo es zunächst auch große Vorbehalte gegeben habe. Das Bedürfnis der Bewohner, sich vom Heim wegzubewegen, gehe gegen null. Und der Investor könne den Ausbau der Dammsmühler Straße übernehmen. Thorsten Friedrich (FDP) nannte die befürchteten Zahlen des Fahrzeugverkehrs "überzogen". Das Heim in Bergfelde habe zwölf Stellplätze und eine noch schlechtere Kopfsteinpflasteranbindung. Das sollte man sich anschauen, bevor ein "Angstgebäude" aufgebaut werde. "Ich sehe nicht ein, dass pflegebedürftige Menschen im Mühlenbecker Land und Summt nicht willkommen sein sollen", sagte Günter Pioch (Die Linke). Er warnte davor, eine "einmalige Chance" zu vertun.

Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus kündigte an, hinsichtlich der Realisierbarkeit gemeinsam mit den Bürgern "genau hinzuschauen" in dieser "hochsensiblen Angelegenheit". Bauamtsleiter Hanns-Werner Labitzky erinnerte an den Stand des Verfahrens: Derzeit stehe die Gemeindevertretung vor der Entscheidung, ob ein Beteiligungsverfahren für den B-Plan-Entwurf ausgelöst wird. Kommt es dazu, sei das eine weitere Gelegenheit, Bedenken zu äußern. Außerdem verwies Labitzky auf die bisherigen Gespräche auf Landesebene. Das habe zu einem kompakteren Baukörper geführt. Die Naturschutzbehörde habe zudem klargemacht, dass es keine Bebauung über das jetzige Baufenster hinaus geben werde.

Laut Fazit des Bauausschussvorsitzenden Hartmut Lackmann habe sich die verkehrliche Situation als Hauptproblem herauskristallisiert. Der Investor habe deshalb eine Verkehrsprognose zugesagt. Zudem müsse ein Parken außerhalb des Klinikgeländes ausgeschlossen werden. Und es müsse einen Interessenausgleich geben, fasste Lackmann mit Blick auf den Ausbau der Zufahrt zusammen. Auf Interesse stieß die Einladung Kuhrts, eines seiner vier Berliner Heime zu besichtigen.

Von Helge Treichel

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