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Oberhavel Ansturm der Brunnenbesitzer
Lokales Oberhavel Ansturm der Brunnenbesitzer
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00:26 02.08.2018
Schlange: Mehr als 100 Brunnenbesitzer brachten Wasserproben für den Physiker Harald Gülzow mit. Quelle: Heike Bergt
Oranienburg

Nicht nur Werner Paech aus Oranienburg wollte es am Montagnachmittag genau wissen. Und da konnte ihn auch die Prasselsonne auf dem Schlossplatz nicht abhaben. Seit 39 Jahren hat er einen Brunnen, „das Wasser habe ich schon einmal testen lassen, aber nach dem Starkregen im letzten Jahr und den Feldern drumherum, die gedüngt werden, will ich einfach wissen, wie es aussieht.“ Er entscheid sich für den Test auf Trinkwasserqualität. „Schließlich kochen wir damit. Und wenn es ums Wasser geht, da sollte man nicht geizen“ findet der Oranienburger.

Werner Paech aus Oranienburg will wissen, wie es um sein Brunnenwasser steht. Quelle: Heike Bergt

Das sieht auch Monika Dobratz aus Süd so. Ihren Brunnen habe sie 1994 testen lassen, „da war das Wasser o.k.“ Nun will sie wissen, wie es heute um die Qualität steht, „es gibt ja viele Möglichkeiten der Belastung“.

Und Cerstin Krischke-Zupp sorgt sich um die Enkeltochter. Ihre Tochter habe ein Kleingartenrundstück bei Eintracht Orania gepachtet. Kann man dort das Gemüse ruhigen Gewissens wässern und anschließend essen? Und die Enkeltochter sorglos baden lassen? Auf diese Fragen suchte sie einen Antwort.

Eine Riesenschlange bildete sich gestern Nachmittag auf dem Schlossplatz. Dort machte das Labormobil des VSR Gewässerschutz aus Geldern Station. Wer wollte, konnte ein Probe seines Brunnenwasser mitbringen und verschiedenen Tests unterziehen lassen. Für den einfachsten, auf „Gießqualität“ konnte man am Abend das Ergebnis am Mobil in Empfang nehmen, bei den umfangreicheren bekommt man es zugeschickt.

Physiker Harald Gülzow bei den Untersuchungen im rollenden Labor. Quelle: Heike Bergt

Der Physiker Harald Gülzow in seinem rollenden Labor war schon über die Riesenschlage erstaunt, die sich da schon vor Beginn bildete: Sonst kämen im Durchschnitt 40 bis 50 Proben bei einem Termin. In Oranienburg standen ruckzuck 100 Leute und die hatten auch Proben von Nachgrundstücken im Gepäck.

Was gutes Gießwasser ausmacht? „Wenig Salze und Nitrate und nur leicht basisch“, so Gülzow. Problem auch in Oberhavel-Gefilden: „Zehn bis 30 Prozent der Brunnen haben mehr als 50 Milligramm Nitrat pro Liter Wasser und liegen damit über dem Grenzwert. Ursachen: Der Nitrateintrag aus der Landwirtschaft über den Dünger, Gärreste aus den Biogasanlagen – „die nach der neuen Düngeverordnung nicht mehr unbegrenzt ausgebracht werden können“ – und ausgebrachte Gülle aus der Massentierhaltung. Vielen Brunnenbesitzern rät Harald Gülzow: Bei hoher Nitratbelastung nicht noch zudüngen. „Der Dünger ist leider im Wasser schon drin.“

Annahme am Labormobil. Quelle: Heike Bergt

Seine persönliche Konsequenz aus den Umweltbelastungen: „Ich esse wenig Fleisch und kaufe aus ökologischem Landbau. Man sollte drauf achten, was man isst.“

Die Nitratkarte für Brandenburg steht auf der Homepage der Gewässerschützer.

Der VSR-Gewässerschutz e.V. wurde 1981 aus Bürgerinitiativen zum Schutz des Rheins uns seiner Nebenflüsse gegründet. Das Labormobil macht jedes Jahr in 120 Orten bundesweit Station. Es gibt drei Untersuchungsangebote: als Gießwasser geeignet – Untersuchung auf Salzgehalt, Nitrat und Säure (zwölf Euro). Für Pools, zum Duschen und Waschen geeignet - Untersuchung auf Bakterien (39 Euro), Und zum Trinken geeignet – Untersuchung vor allem auf Pestizide (79 Euro). Gülzow gibt freitags, 9 bis 12 Uhr, Rat am Telefon: 02831/9 76 33 42.

Von Heike Bergt

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